Bestiarium

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Bestiarium
Autor(en): Cord Riechelmann
Herausgeber: Hans Magnus Enzensberger
Erscheinungsort: Frankfurt/Main
Verlag: Eichborn
Serie: Die andere Bibliothek
Erscheinungsjahr: 2003
Seitenanzahl: 348 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3821845406
ISBN-13/

EAN-Code:

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Von 1999 bis 2002 schrieb der Biologe Riechelmann eine wöchentliche Kolumne für die Berliner Seiten der FAZ, auf der viele der hier versammelten Texte basieren. Riechelmann besuchte den (West-)Berliner Zoo und den (Ost-)Berliner Tierpark und beschrieb die dort versammelten Tiere.

Entgegen immer noch weit verbreiteter Meinung können die Haltungsbedingungen in vielen Zoos heute als »artgerecht« bezeichnet werden. Die Tiere verhalten sich weitgehend wie in »freier Wildbahn«, was Riechelmann Gelegenheit gibt, fast plaudernd über die aktuellen Erkenntnisse der Verhaltensbiologie zu informieren. Er beschreibt Zoosituationen, erzählt Anekdoten und berichtet von mythologischen Tiervorstellungen, denen seine umfassenden Studien der wissenschaftlichen Literatur durchaus nicht immer widersprechen.

Riechelmann lässt zwar immer wieder ökologische und physiologische Eigenheiten einfließen, konzentriert sich aber auf die sozialen Umgangsformen und die Fortpflanzungs- und Balzgewohnheiten der Tiere. Man lernt die verschiedensten Sozialstrukturen kennen: Mütter, die ihre Nachkommen verstoßen, Kidnapping und Sado-Maso-Sexpraktiken sind im Tierreich offenbar ebenso verbreitet wie Homosexualität, heimliche Matriarchate, Weibchen, die auf schwächliche Softies stehen, wohlorganisierte Kindergärten, Ammen, fürsorgliche Väter und völlig gleichberechtigte Gruppenstrukturen. Wie auch immer Ihre persönlichen Vorlieben aussehen: Hier finden sie für (fast) jede Lebensweise ein Vorbild aus der Natur. Von »Afrikanischer Elefant« bis »Zwergflusspferd« werden (wir befinden uns im Zoo) hauptsächlich Säugetiere und Vögel beschrieben, aber auch ein paar Reptilien und Fischen, einem Amphibium, einem Insekt und einer Spinne widmet sich ein eigener Artikel.

Das Cover ist leider geschmacklos und völlig unpassend.










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