Das halbwegs Soziale. Eine Kritik der Vernetzungskultur

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das halbwegs Soziale. Eine Kritik der Vernetzungskultur
Autor(en): Geert Lovink
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Transcript
Serie:
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 240 Seiten
Originaltitel: '
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3837619575
ISBN-13/

EAN-Code:

978-3837619577
Schlagwörter: Kritik der Vernetzung, Technikritik
Sachgebiete: Kritische Theorie, IT-Kritik
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Das Buch des Autors Geert Lovink Das halbwegs Soziale. Eine Kritik der Vernetzungskultur trägt die Themen und Analysen einer kritischen Theorie der Internetkultur zusammen, wobei der Autor darauf hinweist, dass die Kritische Theorie der heutigen Vernetzungskultur bisher nur in Ansätzen vorliegt. Zwar zählt Lovink einige mittlerweile bestehende kritische Auseinandersetzungen von Keen über Carr bis Schirrmacher auf (16), aber eine kritische Analyse der neuen kulturellen Netztechniken angefangen bei der Echtzeit, bis hin zu den Phänomenen des Linkings oder Likings fehlt. Lovinks Buch versucht in einigen Kapiteln zu sozialen Netzen, Blogs, dem Kommentieren oder der Suche im Netz hierzu erste Antworten zu finden.

So weist Lovink etwa im Kapital über Facebook darauf hin, dass der Wert des Links im Web derzeit zugunsten des Likes auf sozialen Netzwerken abnimmt und zugleich das Anonymitätsversprechen des frühen Internets zu einer Kultur der Selbstpreisgabe mutiert sei. (63)

Bzgl. der Kommentare im Internet weist Lovink auf den Ursprung des Kommentierens im Rahmen von antikem Unterrichten, Lesen und Lernen hin. Zwar ergeht sich konservative Internetkritik häufig in der Kritik des Kommentars, da hier der Mob zu Wort komme, Lovink sieht in den Kommentaren des Internetzeitalters jedoch auch eine Form kollaborativen Denkens und Schreibens. (84)

Bzgl. des Bloggens weist Lovink etwa darauf hin, dass sich Blogs mehr an den Traditionen der Mündlichkeit orientieren als an denen der Schriftlichkeit. So sieht der Autor Blogs als eine Erweiterung unserer Mündlichkeit.

Im Anbetracht von Youtube stellt Lovink fest, dass das Internet insgesamt vor einem Database-Turn stehe. Wir folgten nicht mehr einem Programm, sondern bewegten uns zunehmend durch Datenbanken.

Bzgl. der Suche hält Lovink vor allem fest, dass sie den etablierten Kreisen die Macht genommen habe, über die Grenze zwischen Kultur und Geschwätz zu herrschen, zugleich sieht es Lovink jedoch als ein Versäumnis an, dass das Verschwinden dieser Mächte nicht dazu genutzt wurde, eine Gegenmacht zu etablieren. Stattdessen ist die Suche in der Hand kommerziell agierender Firmen geraten, sie gehöre jedoch in die Hand der Allgemeinheit. (198)

An Wikileaks schließlich kritisiert Lovink, dass Wikileaks der Kontext fehlt, in den geleakte Information einzubetten sei. Dadurch dass sich Wikileaks als vermeintlich neutraler Informationskanal verstünde, fehlte dem Dienst das, was einst investigativer Journalismus ausgemacht habe. (225) Die Einordnung und Bewertung der durchgesickerten Information.

Bewertung: Lovink ist ein sehr belesender Autor und ortnet die wichtigsten Themen der modernen Internetkultur sicher in den jeweiligen Kontext akademischer Debatten ein. Dennoch fehlt dem Buch jeder rote Faden und man weiß gar nicht so genau, worauf Lovink eigentlich hinaus will. Sicher scheint nach der Lektüre des Buches einzig zu sein, dass es tatsächlich an einer fundierten Kritik des Internetzeitalters mangelt.

Denis Diderot 17:16, 27. Okt 2013 (CET)

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