Die Welt der Bücher. Eine Geschichte der Bibliothek

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Welt der Bücher. Eine Geschichte der Bibliothek
Autor(en): Matthew Battles
Herausgeber:
Erscheinungsort: Düsseldorf
Verlag: Patmos
Serie:
Erscheinungsjahr: 2003
Seitenanzahl: 255 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache:
ISBN-10: 3491691427
ISBN-13/

EAN-Code:

978-3491691421
Schlagwörter: Buchgeschichte, Bibliotheksgeschichte
Sachgebiete: Buchgeschichte, Bibliotheksgeschichte
Rezensionen

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Matthew Battles hat mit seiner Geschichte der Bibliothek eine sehr lesbare Kulturgeschichte nicht nur der Bibliothek, sondern auch des Hauptstoffes dieser Bibliotheken: des Buches vorgelegt. Dabei geht er nicht nur auf die vielfältigen "Mythen" der Buchgeschichte ein (Borges Universalbibliothek, die buddhistischen Bibliotheken aus Stein, die öffentlichen Bibliotheken der Moderne, Gibbons Zettlekasten und die entstehenden Zettelkataloge, Deweys Klassifikation der Bibliotheken, die "Bücherschlacht" zwischen alten und neuen Büchern in den Bibliotheken), sondern auch in vielfältiger Weise auf die Schrecken der Bibliotheksgeschichte ein, nämlich die Vernichtung und Verbrennung von ganzen Bibliotheken.

Dabei weiß Battles nicht nur von Alexandria zu erzählen und den berühmten Worten Amrs zur Vernichtung aller nicht im Koran enthaltenen Schriften, da diese entweder ketzerisch oder aber überflüssig seien, sondern auch von der tragischen Geschichte der Aztekischen Bücher, die durch die spanischen Eroberer fast vollständig vernichtet wurden. Zudem erzählt der Autor auch die tragisch-komische Geschichte der Zerstörung der Löwener Bibliothek durch die Deutschen, die Zerstörung der bosnischen Nationalbibliothek durch die Serben, wobei über 1 Mio. Buchbände vebrannten, die Zerstörung Tibetanischer Klöster samt ihrer Bibliotheken durch die Chinesen und last not least die massenhaften Bücherverbennungen und Buchbeschlagnahmungen durch die Deutschen im 3. Reich, den Aufbau von Bibliotheken in KZs usw. usf. Battles macht deutlich, dass eine Bibliotheksverbrennung immer auch Teil einer kulturellen Kriegsführung ist.

Wenig bekannt scheint dabei, dass die größte Büchervernichtung in der Geschichte, soweit bekannt, gerade nicht in der Moderne liegt, sondern sich in der Zeit des Qin-Kaisers Shi Huang Di abspielte, der durch die Vernichtung aller Bücher vor ihm versuchte, als der Beginn der Geschichtsschreibung zu gelten.

Denis Diderot 11:40, 15. Jun 2008 (CEST)

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