Die Wissensformen und die Gesellschaft

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Wissensformen und die Gesellschaft
Autor(en): Max Scheler
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Bouvier
Serie: Gesammelte Werke, 16 Bde., Bd.8
Erscheinungsjahr: 2006
Seitenanzahl: 538 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3416019415
ISBN-13/

EAN-Code:

978-3416019415
Schlagwörter: Philosophie, Wissenssoziologie, Erkenntnistheorie
Sachgebiete: Wissenssoziologie
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Das 1925 erschienen Werk Max Schelers enthält nach Schelers eigenen Angaben das Ergebnis von zehn Jahren des Forschens über wissenssoziologische und erkenntnistheoretische Fragen. Dabei versteht Scheler seine Untersuchung als Überwindung einer positivistischen Geschichtsauffassung nach Comte und Marx. Das Werk gliedert sich dann auch grob in zwei größere Einheiten, einem wissensoziologischen Teil, in dem Scheler dem gesellschaftlichen Ursprung des Wissens nachspürt und in einen erkenntnistheoretischen Teil, in dem Scheler die ontischen Begründung von Wissen und Erkenntis beschreibt.

Scheler zufolge gibt es drei Wissensformen: Religion, Metaphysik und Wissenschaft, die durch jeweils andere Motive des Menschen angetrieben werden. Menschen suchen in der Religion ihr Schicksal zu verstehen und zu begründen, ihr Heil zu bergen, wie er es formuliert, in der Metaphysik findet sich die Neugier und das Aristotelische Staunen, aber auch die Suche nach der Weisheit. In der Wissenschaft schließlich findet sich das Macht- und Herrschftsstreben über die Natur wieder. Scheler glaubt, dass in der abendländischen Tradition vor allem das religiöse und neuerdings das wissenschaftliche Wissen einen wesentlichen Vorrang gespielt haben und dass in den asiatischen Kulturen eher das weise Element und Wissen wirkmächtig ist. Scheler betont jedoch, dass zu einem basalen Verständnis des Menschen das Wissen in allen seinen Formen betrachet werden muss.

Im erkenntnistheoretischen Teil betont Scheler, dass Wissen grundsätzlich immer ein Seinsverhältnis darstellt, Wissen ist für Scheler kein statischer Zustand, sondern Werden. Von daher gibt es für das Wissen auch drei oberste Werdensziele: Bildungswissen, Erlösungswissen und das Wissen über die praktische Beherrschung und Umbildung der Welt und Natur. Auch hier betont Scheler gegen den Pragmatismus gerichtet, dass zum Verständnis des Menschen alle drei Werdensziele notwendig seien und dass die Vernachlässigung der Metaphysik durch den Geist des Pragmatismus zu überwinden ist.


Denis Diderot 23:47, 11. Apr 2007 (CEST)

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