Mathias Brodkorb (geb. 1977), in Rostock geboren, hat den Verfassungsschutz als Gesinnungsbehörde angeklagt, nachdem er selbst Innenpolitiker und Experte gegen rechts gewesen war. Gesinnungspolizei im Rechtsstaat? verlangt die Abschaffung des Dienstes, nicht seine Begrenzung.
Leben
Die Familie verließ 1987 die DDR nach Österreich, 1992 die Rückkehr nach Rostock. Philosophie und Altgriechisch, zuerst PDS und Kommunistische Plattform, 1997 Wechsel zur SPD, Landtag, Bildungs- und Finanzminister Mecklenburg-Vorpommerns. Der Umweg erklärt das Buch: Er hatte den Verfassungsschutz als Referent genutzt und das Projekt Endstation Rechts gegen den Rechtsextremismus geführt, bevor er denselben Dienst als Erfüllungsgehilfe der Politik las. Bruch mit Manuela Schwesig, Mandatsverzicht, Kolumnen im Cicero.
Wirkung
Brodkorb hat die geheime Beobachtung und die ausgreifende Öffentlichkeitsarbeit der Ämter als Unwerturteil vor der Tat beschrieben – und den Vergleich zur Diskreditierung des öffentlichen Rufes durch die Staatssicherheit der DDR nicht gescheut. Die sechs Fälle reichen von Bodo Ramelow bis zur AfD; die Pointe ist die Institution, nicht die Partei der Beobachteten. Eckhard Jesse nannte die Schrift antiextremistisch motiviert, weil sie nach links und rechts zeige. Das verschob die Debatte über den Verfassungsschutz seit den siebziger Jahren von der Apologie zur Frage, ob Gesinnung an die Stelle der Straftat treten darf.
Kanonisiert von Gegnern der AfD-Beobachtung, angegriffen als Parteinahme: Beides verfehlt die Absicht, den Dienst zu treffen. Stephan Klenner hat die Repräsentativität der sechs Fälle bestritten. Wer Brodkorb nur als Anwalt der Beobachteten liest, unterschlägt Ramelow und Gössner. Wer nur den Rechtsstaat sieht, unterschlägt, dass ein ehemaliger Minister die Behörde abschaffen will, die seine eigene Regierung gebrauchte. Die Spannung bleibt im Buch dünn ausgeführt.
Werke
In Auswahl außerdem: Metamorphosen von rechts, Der Abiturbetrug.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.