Über Fotografie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Über Fotografie |
| Autor(en): | Susan Sontag |
| Originaltitel: | On Photography |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1977 |
| Schlagwörter: | Fotografie, Aneignung, Moral, Bild |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Medienwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer
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| Umfang dieser Ausgabe: | 201 Seiten |
| ISBN: | 9783596230228 |
| Verweise | |
Über Fotografie (englisch On Photography) ist die 1977 erschienene Essay-Sammlung von Susan Sontag. Sie behandelt das Photo als Aneignung: Wer knipst, nimmt in Besitz, auch wo er bezeugt. Moral sitzt in dieser Ambivalenz, nicht in der Unschuld des Auslösers.
Inhalt
Sontag schreibt gegen die Unschuld der Kamera. Fotografieren ist eine Weise, die Welt zu sammeln, zu touristifizieren, das Leiden in den Blick zu nehmen, ohne eingreifen zu müssen, und Schönheit dort zu suchen, wo Gewalt den Rahmen schon gesetzt hat. Das Bild gewöhnt und schockiert, oft nacheinander: Was zuerst trifft, stumpft ab, wenn es sich wiederholt, und die Wiederholung ist die Normalform der photographischen Öffentlichkeit. Familienalben, Kriegsreportagen und die Reise als Jagd nach Motiven gehören in denselben Zusammenhang der Aneignung, auch wenn ihre Moral verschieden klingt. Besitz durch den Blick ersetzt nicht den Besitz durch Gewalt, aber er ist dessen ziviler Verwandter. Die Gegenthese der Reportage, das Photo sei Zeugnis und deshalb schon ethisch, wird nicht verworfen, sondern belastet: Bezeugen kann zur Entlastung werden, zum Gefühl, man habe teilgenommen, weil man gesehen hat. Sontag hält die Spannung, statt sie in Technikoptimismus oder in Bilderverbot aufzulösen.
Das Buch versammelt Essays, die zuerst in The New York Review of Books standen, und bewahrt den Ton der Zeitschrift: scharf, belesen, ohne System. Es gibt keine Lehre vom Apparat und keine Semiologie der Mythen; es gibt Urteile über Haltungen, die das Knipsen erzeugt. Roland Barthes hat später den Stich der Trauer gesetzt; Vilém Flusser den Apparat und das Programm. Sontag setzt die Politik des Sammelns und bleibt näher an der Moral als an der Ontologie. Zusammen sind das drei Theorien der Fotografie, die das Seminar nicht mehr trennt, obwohl sie verschiedene Fragen stellen. Die Gegenthese der Kunstgeschichte, es gehe um Stil und Meisterschaft, kommt vor und wird nachgeordnet: Meisterschaft ändert nichts an der Geste der Aneignung.
Der Ton ist essayistisch und öffentlich, gegen die Spezialsprache und gegen die Bequemlichkeit, Fotografie sei entweder Kunst oder Dokument. Genaues Sehen auf Tourismus, Krieg und die Familie im Album trägt weiter als eine Definition des Mediums. Kritik hat den Moralismus genannt, die geringe Geduld mit der photographischen Moderne und die amerikanische Weite, die Fälle aneinanderreiht, ohne sie methodisch zu binden. Die Wirkung hat das nicht gebrochen, weil der Einsatz verständlich bleibt: Was tun Bilder mit dem, der sie macht, und mit dem, der sie ansieht, wenn Leiden schön wird. Später hat Sontag in Das Leiden anderer betrachten den Faden wieder aufgenommen und härter am Krieg gezogen.
Einordnung
1977 ist das amerikanische Standardbuch zur Moral der Bilder, weit über die Fototheorie hinaus gelesen und in der Bookpedia neben Sontags erzählendem Werk der Band mit der größeren Weltwirkung. Barthes’ Die helle Kammer hat das eine Photo zur Wunde gemacht; Flusser hat den Auslöser dem Programm unterstellt; Sontag bleibt bei der Aneignung und bei der Frage, ob Sehen ein Handeln ersetzt. Wirkung entfalteten die Essays in Journalismus, Kunstkritik und Ethikdebatten, oft als Warnung vor dem schönen Grauen, manchmal als Anleitung zum misstrauischen Blick. Nachbarschaft zu Barthes und Flusser ist kanonisch geworden, gerade weil die drei sich nicht ersetzen. Das Buch bleibt der Ort, an dem Fotografie nicht gerettet wird, indem man sie Kunst nennt, und nicht erledigt, indem man sie Dokument nennt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
