2052. Der neue Bericht an den Club of Rome

Jørgen Randers · 2012 · Sachbuch, Politik


Das Werk
Deutscher Titel: 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome
Autor(en): Jørgen Randers
Originaltitel: 2052: A Global Forecast for the Next Forty Years
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2012
Schlagwörter: Prognose, Klima, Wachstum, Nachhaltigkeit
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: oekom


Umfang dieser Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 9783865816658
Verweise


2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre ist die 2012 erschienene Zukunftsstudie von Jørgen Randers, einem der Verfasser von Die Grenzen des Wachstums. Vierzig Jahre nach dem ersten Bericht an den Club of Rome legt Randers keine Reihe alternativer Szenarien vor, sondern eine einzige Prognose allgemeiner Tendenzen. Er stützt sich auf Rechenmodelle und auf Einzelvorhersagen anderer Fachleute, die sich teilweise widersprechen. Die deutsche Ausgabe erschien im oekom Verlag. Gro Harlem Brundtland nannte den Band eine Herausforderung für alle, denen die Zukunft des Planeten ernst sei.

Inhalt

Randers schreibt gegen zwei Gewohnheiten: gegen den Fortschrittsglauben, der Grenzen nicht wahrhaben will, und gegen die Katastrophenerzählung, die den Zusammenbruch als baldiges Ende malt. Nach vierzig Jahren Erfahrung seien die Hemmnisse der Nachhaltigkeit abschätzbar; deshalb wage er eine Prognose, keine Warnkarte mit vielen Ausgängen. Leitfragen sind, wie sich der Verbrauch entwickeln werde und in welcher gesellschaftlichen und natürlichen Umgebung er stattfinde. Die Menschheit habe auf die älteren Berichte reagiert, aber mit einer Verspätung von zwanzig bis vierzig Jahren. Individuelle Rechte, so die Befürchtung, würden dem Gemeinwohl zu spät nachgeordnet, um den Temperaturanstieg über zwei Grad zu verhindern.

Die Behauptung wird an Bevölkerung, Energie, Nahrung und Regionen durchgeführt. Das Bevölkerungswachstum verlangsame sich, ab etwa 2040 sinke die Zahl der Menschen, die Erwerbsbevölkerung schon um 2030. Produktivität und Wirtschaftsleistung wüchsen weiter, aber langsamer, weil Investitionen gegen Umweltschäden und Katastrophenkosten stiegen; der Verbrauch stagniere oder sinke. Der Energiebedarf steige nicht endlos, erneuerbare Quellen senkten die Klimaintensität, die Kohlenstoffdioxidausstöße aus Energie erreichten um 2030 ihren Höchststand – und die Temperatur steige dennoch um mehr als zwei Grad. Städte würden ergiebigere Metallquellen als unerschlossene Lager; Parks träten an die Stelle unberührter Natur. Für die Vereinigten Staaten erwartet Randers eine Generation ohne Lohnzuwachs bei großer Landfläche; China ziehe Vorteil aus früherem Bevölkerungsstillstand; die übrige Industrieregion wachse langsam; arme Länder blieben weit zurück. Der Kapitalismus behalte den Namen und ändere die Logik: Investitionen folgten nicht mehr nur dem Gewinn, Unternehmen müssten ökologische Folgen ausweisen.

Unsicher wird das Buch, wo aus Trends eine erzählte Mitte des Jahrhunderts wird. Randers selbst nennt die Prognose düster, nicht katastrophal, und räumt ein, Ereignisse könne er nicht vorhersagen. Beiträge anderer Stimmen – zu Schottland, zu afrikanischen Elendsvierteln, zu einem Weltgericht der Generationen – stehen neben seiner Linie und lockern sie. Gedankenexperimente zu Finanzkrise und Atomkrieg sollen zeigen, dass selbst schwere Schocks das Klima kaum retten; ein gemeinsamer Plan, zwanzig Jahre lang fünf vom Hundert der Weltwirtschaftsleistung für klimafreundliche Güter aufzuwenden, würde die Ausstöße dagegen fast auf Null bringen. Ob Demokratien das können, bezweifelt er; China könne fünf vom Hundert umlenken, Marktwirtschaften zögerten schon bei geringeren Summen. Der Ton ist der eines Rechners, der Moral verlangt: Tabellen, Szenarien, der Gestus der Nüchternheit. Die Grenze des Werks ist die jeder Langfristprognose: sie macht die Zukunft lesbar und setzt sich der Widerlegung durch jedes Jahrzehnt aus.

Einordnung

Der Band ist die Jubiläumsantwort auf Die Grenzen des Wachstums und wählt aus deren Szenarien das wahrscheinliche, um es zu verfeinern. Nachbarschaft hat er zur Debatte über den ökologischen Fußabdruck und zur späteren Studie Earth for All, nicht zur Techniksoziologie von The Technological Society, die das Milieu der Mittel beschreibt statt die Stoffströme. Kritik hat die eine Prognose als Anmaßung gelesen und die Hoffnungen auf starke Steuerung als autoritäre Versuchung. Das Missverständnis der Anhänger war, hier liege der Fahrplan; das der Gegner, Zahlen über Klima und Ungleichheit entfielen, weil Vorhersagen fehlgehen.

Geblieben ist die Verschiebung: nicht ob Grenzen existieren, sondern wie spät die Reaktion kommt. Wer nach 2012 über Klimapolitik, schrumpfendes Wachstum und die Fähigkeit demokratischer Verfahren spricht, spricht hinter diesem Bericht oder gegen ihn. Die oekom-Ausgabe hat den mahnerischen Atem bewahrt; ein Teil der Fristen ist schon verstrichen, die Fragen sind es nicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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