21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart

Andreas Rödder · 2015 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: 21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart
Autor(en): Andreas Rödder


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2015
Schlagwörter: Gegenwart, 1989, Digitalisierung, Wiedervereinigung
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: C.H. Beck


Umfang dieser Ausgabe: 528 Seiten
ISBN: 9783406679223
Verweise


21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart ist das 2015 bei C.H. Beck erschienene Buch des Mainzer Historikers Andreas Rödder über die Jahrzehnte seit 1989, als wäre die eigene Zeit schon eine Epoche. Rödder, konservativ, öffentlich streitbar, schreibt gegen das Gefühl, nach dem Ende der Teilung sei nur noch Verwaltung geblieben. Die Gegenwart hat eine Herkunft, und sie ist kürzer, härter, digitaler, als die Rede vom Ende der Geschichte wahrhaben wollte.

Inhalt

Rödder setzt bei der Wende ein: Mauerfall, Einheit, der Zusammenbruch der Sowjetunion, die Erwartung, der Westen sei nun die Welt. Daraus folgt keine Siegesgeschichte. Der Band führt durch Maastricht und den Euro, durch Kriege am Golf und auf dem Balkan, durch den 11. September, durch die Öffnung der Märkte und die Krise von 2008, durch das Netz, das aus einem Werkzeug eine Umgebung machte. Deutschland bleibt der Fluchtpunkt – Wiedervereinigung, Reformen, die Angst vor Abstieg, die neue Unübersichtlichkeit der Berliner Republik –, aber die Gegenwart ist international: China, die Vereinigten Staaten, die Europäische Union als Versprechen und als Überforderung.

Die Zahl 21.0 im Titel meint einen Sprung, kein glattes Datum. Analoges Leben, industrielle Arbeit, der Nationalstaat als selbstverständlicher Rahmen: das bröckelt, ohne dass schon eine neue Ordnung da wäre. Rödder beschreibt Beschleunigung und das Gegenteil, die Sehnsucht nach Halt, ohne jede Sehnsucht gleich als Verstocktheit abzutun. Kultur, Familie, Kirche, Partei kommen als unter Druck geratene Formen vor, nicht als Folklore. Der Ton ist der eines Historikers, der Zeitungen, Statistiken und die eigene Erinnerung mischt und dabei Wertungen nicht versteckt. Fortschritt ist bei ihm keine Einbahn; Rückkehr ist keine Lösung. Die Gegenwart wird erzählbar, indem man sie von 1989 her periodisiert, nicht von 1968 und nicht von 1945 allein.

Unsicher ist jede Zeitgeschichte, die bis an den Schreibtisch des Autors reicht. Urteile über Merkel, über den Euro, über Migration und Netz sind Einsätze in laufende Streitigkeiten; morgen können sie als Parteinahme lesbar sein, die die Analyse färbte. Rödder hat das Risiko gewählt, statt zu warten, bis die Archive kalt sind. Wer eine linke Diagnose der Finanzordnung sucht, findet sie schärfer anderswo; wer eine bloße Chronik der Kanzler sucht, unterschlägt die Breite. Das Buch bleibt ein früher Versuch, das 21. Jahrhundert nicht als Nachtrag des 20. zu behandeln. Die kurze Geschichte ist Absicht: Überblick vor dem Spezialband, Orientierung vor der Abrechnung.

Einordnung

Neben den großen Erzählungen des kurzen 20. Jahrhunderts – Hobsbawms Das Zeitalter der Extreme – steht 21.0 als der Versuch, den Anhang zu periodisieren, der nach 1991 kam. Es hat der deutschen Öffentlichkeit ein Muster gegeben, Gegenwart historisch zu nennen, ohne sie schon zum Lehrbuch zu machen. Wer nach 2015 über Digitalisierung, Einheit und Weltmarkt als Zusammenhang spricht, spricht oft in diesem Raster – oder gegen Rödders Akzente.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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