Allmen und die Libellen

Martin Suter · 2010 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Allmen und die Libellen
Autor(en): Martin Suter
Originaltitel: Allmen und die Libellen
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2010
Schlagwörter: Zürich, Kunst, Schulden, Lebemann
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Diogenes


Umfang dieser Ausgabe: 208 Seiten
ISBN: 9783257241778
Verweise


Allmen und die Libellen ist ein Roman von Martin Suter, 2010 bei Diogenes erschienen, der Auftakt einer Reihe um den Zürcher Lebemann Johann Friedrich von Allmen. Suter, schon bekannt durch Gesellschaftsromane, erfindet hier einen Ermittler, der kein Polizist ist, sondern ein Mann mit Geschmack, Schulden und einem Faktotum. Fünf Jugendstilschalen mit Libellenmotiven, jede ein Vermögen, setzen die Handlung in Gang. Das Buch ist leichtfüßig, genau in den Marken und Manieren der reichen Schweiz, und hat eine Serie nach sich gezogen, die denselben Ton hält. Es ist ein Kriminalroman, der das Verbrechen als Verlegenheit eines Lebemanns behandelt, nicht als soziale Wunde.

Inhalt

Johann Friedrich von Allmen hat das väterliche Erbe durchgebracht, das Herrenhaus verkauft und wohnt mit Carlos, dem lebensklugen Guatemalteken, im Gärtnerhaus. Allmen kann kein Geld halten, aber Schulden und Gläubiger mit Anstand verwalten; was er noch besitzt, wandert diskret zum Antiquar, der einst Kunde war und nun Abnehmer zweifelhafter Stücke ist. Nach einem Opernabend nimmt die junge Jojo ihn mit in die Seevilla ihres Vaters. Dort entdeckt Allmen fünf Libellenschalen des Jugendstils, so schön, dass der Gedanke an den Wert sich von selbst einstellt. Was als Gelegenheit eines Diebes beginnt, wird zur Falle: Die Schalen haben eine Herkunft und Feinde, und Allmen ist kein Einbrecher vom Fach, sondern ein Ästhet, der sich überschätzt.

Carlos, der den Haushalt führt und den Herrn durchschaut, wird vom Diener zum Komplizen und bald zum besseren Teil der Firma. Die beiden geraten an Sammler, Zwischenhändler und Leute, für die Schönheit nur Deckung ist. Suter erzählt den Weg der Schalen als Kette von Täuschungen: Wer besitzt, wer sucht, wer zahlt, wer zuschlägt. Allmen bewegt sich in Klubs, Hotels und Wohnungen, in denen man ihn noch für den Erben hält, und merkt spät, dass der Schein, von dem er lebt, auch die anderen täuscht. Die Libellen, Insekten aus Glas und Email, sind der Gegenstand, um den alles kreist, und mehr: Sie stehen für eine Kunst, die man in Vitrinen sperrt, während draußen das Geld regiert, das Allmen nicht hat.

Die Auflösung bringt die Schalen nicht einfach in ein Museum und Allmen nicht in die Gasse. Aus der Not wird ein Geschäftsmodell: die Wiederbeschaffung schöner Dinge für Leute, die nicht zur Polizei wollen. Carlos bleibt der Mann, der kocht, plant und den Schaden begrenzt; Allmen bleibt der Mann, der Türen öffnet, weil man ihn für seinesgleichen hält. Der erste Band schließt so, dass weitere Fälle möglich sind, ohne einen Sieg auszurufen. Die Villa, die Oper, das Gärtnerhaus: Zürich als Bühne, auf der Armut sich verkleidet, solange der Anzug sitzt. Wer Allmen für einen Detektiv hält, hat Carlos nicht zugesehen.

Einordnung

Suter hat mit Allmen eine Figur geschaffen, die an den vornehmen Hochstapler der englischen Unterhaltung erinnert und doch in der Schweizer Gegenwart sitzt: Bankennähe ohne Bank, Stil ohne Substanz, Kolonialschatten im Personal. Carlos ist nicht die komische Bedientenrolle; er trägt den Verstand, den Allmen verspielt. Die Reihe ist seither um weitere Kunstdiebstähle und Reisen gewachsen; dieser erste Band bleibt der klarste, weil er die Firma noch gründen muss. Diogenes hält den schmalen Ton: kurze Kapitel, Dialog, keine Moralpredigt über Reichtum.

Neben Suters früheren Romanen, in denen Gedächtnis, Wirtschaft und Ehe härter greifen, ist Allmen absichtlich leichter. Das ist kein Vorwurf, wenn man den Anspruch nicht verwechselt: Hier wird nicht die Schweiz angeklagt, sondern ihr Lack abgetragen, soviel, dass der Lack selbst zur Pointe wird. Fernsehfassungen haben Allmen ein Gesicht gegeben; im Buch bleibt er vor allem Stimme und Haltung. Wer nach 2010 einen deutschsprachigen Krimi ohne Leiche im Wald suchte, fand hier Kunstgewerbe, Schulden und zwei Männer, die einander brauchen, weil keiner allein überleben kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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