Arc de Triomphe

Erich Maria Remarque · 1945 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Arc de Triomphe
Autor(en): Erich Maria Remarque
Originaltitel: Arc de Triomphe
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1945
Schlagwörter: Exil, Paris, Arzt, Verfolgung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kiepenheuer & Witsch


Umfang dieser Ausgabe: 704 Seiten
ISBN: 9783462050936
Verweise


Arc de Triomphe ist der Roman von Erich Maria Remarque, 1945 zuerst englisch in New York erschienen, deutsch 1946 in Zürich. Ein staatenloser Chirurg arbeitet illegal in Paris, liebt eine Sängerin und tötet den Mann, der ihn einst gefoltert hat, während Europa in den Krieg kippt. Nach Im Westen nichts Neues war es Remarques zweiter Welterfolg, in Amerika ein Verkaufsschlager, im deutschen Sprachraum durch einen unglücklichen Schweizer Verlag lange beschädigt. Der Triumphbogen ist hier keine Siegesarchitektur, sondern die Kulisse einer Stadt, in der Flüchtlinge ohne Papiere leben und jederzeit abgeschoben werden können. Remarque hat das Exil nicht als Lehrstück erzählt, sondern als Nacht aus Schnaps, Operationssaal und Angst.

Inhalt

Ravic, eigentlich Ludwig Fresenburg, ein deutscher Chirurg, den die Nationalsozialisten gefoltert und außer Landes getrieben haben, lebt 1938 ohne gültige Papiere in Paris. Er operiert für französische Ärzte, die seine Rechtlosigkeit ausnutzen, trinkt, hat kurze Verhältnisse und teilt das Schicksal anderer Vertriebener: Juden aus Deutschland und Österreich, Spanier, Russen. Die Abschiebung nach Deutschland bedeutete den Tod; die schweizerische und belgische Grenze hat er schon hinter sich. In einer Regenacht begegnet er der italienischen Sängerin Joan Madou, die vor dem Faschismus geflohen ist. Ravic, der die Fähigkeit zur bedingungslosen Liebe verloren zu haben glaubt, bindet sich trotzdem an sie. Joan ist unstet, eifersüchtig, dem Leben zugewandt, das ihm nur noch als Frist erscheint.

Unter den als Touristen getarnten Gestapo-Leuten in Paris erkennt Ravic eines Tages Haake, seinen ehemaligen Folterer. Er bietet sich als Fremdenführer an, lockt den Mann aus der Stadt, erschlägt ihn und schafft die Leiche beiseite, ohne entdeckt zu werden. Die Tat gibt ihm keine Ruhe und keine Heilung; sie ist eine private Abrechnung in einer Zeit, die keine Gerichte für solche Täter kennt. Die politischen Nachrichten verdichten sich: Österreich ist annektiert, die Tschechoslowakei bedroht, der Krieg steht vor der Tür. Joan und Ravic zerreißen einander, finden zusammen, verlieren sich. Ravic wird einmal über die Grenze abgeschoben und kehrt illegal zurück. Die Stadt bleibt schön und gleichgültig.

Joan wird von einem eifersüchtigen Liebhaber lebensgefährlich verletzt. Ravic leistet Sterbehilfe; beide gestehen sich die Liebe, die sie im Leben nicht halten konnten. Kurz darauf überfällt Deutschland Polen. Die französische Polizei nimmt Ravic als Deutschen fest und bringt ihn in ein Internierungslager. Er weiß, dass eine Niederlage Frankreichs seine Auslieferung an die Verfolger bedeuten würde, und lässt sich widerstandslos abführen. Der Roman endet nicht mit Flucht oder Widerstand, sondern mit der Einsicht, dass das Exil keine Zwischenstation war, sondern die Form seines Lebens. Der Bogen bleibt stehen; unter ihm gehen die, die keine Nation mehr schützt.

Einordnung

Remarque hat nach dem Weltkriegserfolg von Im Westen nichts Neues das nächste Unglück nicht aufs Schlachtfeld, sondern in die Hotels, Bars und Kliniken von Paris gelegt. Ravic ist der Soldat, der überlebt hat und nun ohne Pass weiterlebt; die Operationen sind die einzige Ordnung, die ihm bleibt. Der Ton ist kühl, manchmal sentimental, immer auf den Körper bezogen: Wunden, Alkohol, Hunger, Sex. Die deutsche Ausgabe von 1946 bei F. G. Micha in Zürich wurde verramscht, der Markt verdorben; erst spätere Ausgaben, zuletzt die von Thomas F. Schneider besorgte Fassung bei Kiepenheuer & Witsch, haben den Text wieder lesbar gemacht. Neben Die Nacht von Lissabon gehört Arc de Triomphe zu Remarques Exilbüchern, die das Warten erzählen, nicht den Kampf.

Die Verfilmung Triumphbogen von 1948 mit Ingrid Bergman und Charles Boyer hat die Liebesgeschichte genommen und die Härte des Illegalen gemildert; 1985 folgte eine Fassung mit Anthony Hopkins. Wer nach Remarque über das Paris der Flüchtlinge spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für eine Romanze unter dem Bogen hält, hat Haake und das Internierungslager nicht mitgelesen. Die angegebene Ausgabe folgt der Erstfassung des deutschen Textes.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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