Auerhaus

Bov Bjerg · 2015 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Auerhaus
Autor(en): Bov Bjerg
Originaltitel: Auerhaus
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2015
Schlagwörter: Wohngemeinschaft, Freundschaft, Dorf, Selbsttötung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Aufbau Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 240 Seiten
ISBN: 9783746632384
Verweise


Auerhaus ist der Roman von Bov Bjerg, 2015 bei Blumenbar erschienen, erzählt von einer Schülerwohngemeinschaft auf dem Dorf am Ende der achtziger Jahre. Sechs Jugendliche ziehen zusammen, nicht aus Programm, sondern um den Freund Frieder am Leben zu halten, der schon einmal Tabletten genommen hat. Bjerg hat den Ton eines Erzählers getroffen, der siebzehn ist, motzig, treu und ohne psychologische Broschüre. Der Name des Hauses entsteht aus einem Missverständnis: Ein Nachbar hört das Lied Our House und macht Auerhaus daraus. Das Buch wurde Schullektüre, Bühnenstück und 2019 Film, oft als Geschichte vom Erwachsenwerden gelesen. Es ist genauer: eine Geschichte davon, dass Freundschaft nicht reicht, und dass sie trotzdem das einzige ist, was da war.

Inhalt

Höppner erzählt. Frieder fehlt in der Schule, und alle außer Höppner wissen warum: der Vater hat ihn rechtzeitig gefunden, die Psychiatrie hat ihn aufgenommen. Höppner besucht, lernt Pauline kennen, die wegen Brandstiftung da ist, und hört von Frieder keine Begründung, nur den Rest. Nach der Entlassung soll Frieder nicht zu den Eltern. Höppner, seine Freundin Vera und Cäcilia ziehen mit ihm ins Haus des toten Großvaters. Später kommen Harry, den der Vater geschlagen hat, weil er von seiner Liebe zu Männern sprach, und Pauline. Sie feiern, kochen, schwänzen, halten Frieder im Blick, ohne ihn zu bewachen wie einen Fall. Die Wohngemeinschaft ist Notwehr gegen den Fahrplan Geburt, Schule, Arbeit, Grab, den sie auf englisch verhöhnen, weil das Deutsche zu sehr nach den Eltern klingt.

An Silvester schlafen Vera und Harry miteinander; Höppner betrinkt sich auf dem verschneiten Feld, Frieder holt ihn heim. Die Musterung holt Höppner mit der Polizei; Freunde stehlen die Akte, in der T1 steht, voll verwendungsfähig. Das Deutschabitur verpasst Höppner zur Hälfte, weil er einem Mann im Graben hilft, der stirbt, bevor der Arzt kommt. Harry handelt mit Rauschgift; eine Sondereinheit räumt das Haus, nimmt Fingerabdrücke, findet die Akte. Frieder bedroht mit einer Attrappe aus Harrys Handschuhfach einen Polizisten. Cäcilia zieht aus, die Eltern haben den Einsatz gesehen. Bjerg lässt Höppner zuerst ein anderes Ende erzählen, eines, in dem alle davonkommen, als wüsste der Erzähler, was man sich wünscht. Dann nimmt er es zurück.

Das wahre Ende: Höppner fällt durch, Frieders zweiter Versuch gelingt, die Freunde treffen sich auf der Beerdigung. Der Roman gibt der Trauer keine Rede, die sie rechtfertigt. Er gibt ihr den Alltag vorher – das Haus, den Schnee, die Axt im Dorfweihnachtsbaum, den Wodka, die Treue, die nicht geheilt hat. Höppner bleibt der, der erzählt, weil Frieder nicht mehr kann. Die anderen zerstreuen sich in die Wege nach dem Abitur, die das Buch nur noch andeutet. Was bleibt, ist der Name Auerhaus, falsch verstanden und genau richtig: kein unser Haus der Idylle, sondern ein Ort, an dem man blieb, solange es ging.

Einordnung

Bjerg hat den deutschen Roman vom Erwachsenwerden von der Belehrung befreit, ohne die Härte zu leugnen: Psychiatrie, Gewalt im Elternhaus, die Bundeswehr als Zugriff, der Tod als Möglichkeit, nicht als Metapher. Die Sprache Höppners – lakonisch, komisch, ohne Angeberei – hat dem Buch die Leser verschafft, die Jugendbücher sonst stehen lassen. Neben Tschick steht Auerhaus als anderes Ende desselben Jahrzehnts der Schullektüre: nicht die Fahrt weg, sondern das Bleiben im Haus, das nicht trägt. Alex Rühle nannte es eines der schönsten Bücher der Tage; die Schönheit ist die der Treue, nicht des Gelingens.

Neele Leana Vollmar verfilmte 2019 mit Max von der Groeben als Frieder; Theater in Düsseldorf und Berlin holten den Stoff auf die Bühne, 2023 kam eine gezeichnete Fassung. Die Schullektüre droht aus dem Band eine Lektion über Freundschaft und Hilfe zu machen. Bjerg hat beides erzählt, aber als Versuch, der scheitert, ohne wertlos zu werden. Wer das Buch für eine heitere Wohngemeinschaftsgeschichte hält, hat das erste und das zweite Mal im Bad und auf der Beerdigung nicht gelesen. Das Auerhaus bleibt bewohnbar in der Erinnerung und unrettbar in der Handlung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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