Auf überwachsenen Pfaden

Knut Hamsun · 1949 · Sachbuch, Essay


Das Werk
Deutscher Titel: Auf überwachsenen Pfaden
Autor(en): Knut Hamsun
Originaltitel: På gjengrodde stier
Originalsprache: norwegisch
Erstveröffentlichung: 1949
Schlagwörter: Kollaboration, Prozess, Alter, Rechtfertigung
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Greifbare Ausgabe
Verlag: Luchterhand


Umfang dieser Ausgabe: 192 Seiten
ISBN:
Verweise


Auf überwachsenen Pfaden erschien 1949, das erste Buch Knut Hamsuns nach dem Krieg und nach der Anklage wegen Landesverrats. Der Nobelpreisträger, der die deutsche Besatzung Norwegens begrüßt, Quisling gestützt und Hitler einen Nachruf geschrieben hatte, erzählt den Weg durch Verhör, psychiatrische Beobachtung und Geldbuße als Gang eines alten Mannes, den die neue Ordnung nicht versteht. Es ist Rechtfertigung in der Form der Idylle, kein Widerruf.

Inhalt

Hamsun geht, sieht, notiert Wetter, Beeren, eine Begegnung auf dem Weg. Dazwischen die Zellen, die Ärzte, die Richter, die ihn für verwirrt oder für schuldig erklären wollen. Der Ton ist der von Hunger ins Alter gewendet: Wahrnehmung statt Beichte, Stolz statt Reue. Die Kollaboration erscheint als Missverständnis der Jugend, als Treue zu einem Deutschland der Dichtung, nicht als Entscheidung für die Besatzung. Namen der Opfer fehlen. Die Landschaft trägt den Mann, der sich für größer hält als das Gericht.

Er bestreitet nicht jede Geste, er bestreitet die Deutung. Der Nachruf auf Hitler wird zur Pietät eines Dichters; die Artikel in der Besatzungspresse zur Naivität. Die Psychiatrie, die ihn prüfen soll, wird zur Komödie der Gutachter. Wer Mitleid mit dem Greis empfindet, folgt der Kunst, die das Buch will: den Landesverrat in ein Naturstück zu ziehen, in dem das Volk kleinlich und der Dichter einsam ist.

Unsicher ist die Grenze zwischen Alterstaubheit und Strategie. Hamsun war bei klarem Stil, auch wo er sich taub stellte. Das Buch verkaufte sich; es gab ihm die Stimme zurück, bevor Norwegen den Namen wieder aussprach. Es ist groß in den Sätzen vom Weg und klein in der Moral, die den Weg säumt. Die Kollaboration bleibt die Voraussetzung, ohne die diese Pfade nicht existierten.

Einordnung

Nach Hunger und dem Segen der Erde ist dies das Buch, an dem sich entscheidet, ob man den Stil vom Verrat trennen kann. Man kann es literarisch bewundern und muss es politisch verwerfen; beides gehört in denselben Absatz. Die norwegische Öffentlichkeit hat lange gebraucht, den Nobelpreis und Quisling zusammenzudenken. Wer nur den Greis auf dem Pfad sieht, macht aus Landesverrat eine Naturerscheinung. Wer das Buch nur als Beweisakte liest, unterschlägt, warum es als Prosa wirkt. Es bleibt Dokument einer Kollaboration, die sich als Missverständnis erzählt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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