Bürgerrechte ernstgenommen
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Bürgerrechte ernstgenommen |
| Autor(en): | Ronald Dworkin |
| Originaltitel: | Taking Rights Seriously |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1977 |
| Schlagwörter: | Rechte, Prinzip, Gleichheit, Auslegung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Recht |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | suhrkamp taschenbuch wissenschaft |
| Umfang dieser Ausgabe: | 496 Seiten |
| ISBN: | 9783518284474 |
| Verweise | |
Bürgerrechte ernstgenommen (englisch Taking Rights Seriously) ist das 1977 erschienene Buch von Ronald Dworkin gegen den Rechtspositivismus, den H. L. A. Hart in Der Begriff des Rechts wiederhergestellt hatte. Die deutsche Ausgabe bei Suhrkamp hat der liberalen Verfassungstheorie der siebziger Jahre das Vokabular gegeben: Rechte als Trümpfe, Prinzipien gegen Regeln, der Richter als Interpret, nicht als Lückenbüßer.
Inhalt
Dworkin greift Hart an der Stelle an, die als Stärke gedacht war. Wenn Regeln einen Hof der Unbestimmtheit haben und der Richter dort ermisst, dann entscheidet in harten Fällen nicht das Recht, sondern etwas anderes – Politik, Vorliebe, der Nutzen der Vielen. Dworkin bestreitet, dass das Recht dort endet. Neben Regeln stehen Prinzipien: Gleichheit, Fairness, dass niemand aus seinem Unrecht Vorteil ziehen soll. Prinzipien gelten nicht alles-oder-nichts; sie haben Gewicht und können einander weichen, ohne zu verschwinden. Der harte Fall ist deshalb kein Raum außerhalb des Rechts. Er ist der Ort, an dem das Recht als Zusammenhang von Prinzipien gelesen werden muss. Der Richter findet, was die Rechtsordnung schon enthält, wenn man sie in ihrem besten Licht nimmt. Er erfindet nicht im Namen des Nutzens.
Rechte folgen daraus als individuelle Ansprüche, die der Gesamtnutzen nicht aufwiegt. Die Mehrheit darf nicht über den Einzelnen verfügen, nur weil die Rechnung stimmt. Dworkin schreibt gegen den Utilitarismus in der Gesetzgebung und gegen den Gehorsam gegenüber ungerechten Gesetzen, der sich als Positivismus tarnt. Der zivile Ungehorsam der Bürgerrechtsbewegung ist kein bloßer Rechtsbruch; er kann Berufung auf Prinzipien sein, die die Verfassung selbst setzt. Rasse, Meinungsfreiheit, die Strafjustiz, die Frage, ob Gesetze moralisch binden: Die amerikanischen Streitfälle der Zeit sind der Stoff, nicht das Beispiel am Rand. Dworkin denkt vom Supreme Court her, als wäre das Gericht das Seminar, in dem die politische Moral der Republik ausgelegt wird.
Unsicher bleibt, wer diese beste Auslegung trägt, wenn ernsthafte Interpreten uneins sind. Dworkin antwortet mit dem idealen Richter, den er später Herkules nennt: allwissend in den Materialien, verpflichtet auf Kohärenz. Die Kritik hat darin den Philosophenkönig im Talar gesehen. Dworkin hält dagegen, dass jede andere Lehre den harten Fall der Politik überlässt und damit Rechte gerade dort streicht, wo sie gebraucht werden. Der Ton ist polemisch-klar, amerikanisch öffentlich, ohne den Oxforder Understatement Harts. Wer das Buch als Parteischrift der Demokraten liest, verfehlt den begrifflichen Einsatz: Es geht um das, was Recht ist, nicht um ein Programm für den nächsten Wahlkampf. Die spätere Gleichheitstheorie in Sovereign Virtue ist hier schon angelegt, noch nicht das System.
Einordnung
Dworkin hat die amerikanische Verfassungstheorie nach Hart auf Prinzipien und Rechte umgestellt und dem Gericht eine philosophische Aufgabe gegeben, die die Demokratie seither bestreitet. Neben Harts Regel der Anerkennung steht dieses Buch als der andere Pol der angelsächsischen Lehre: moralischer Zusammenhang gegen soziale Tatsache. John Rawls' Gerechtigkeit als Fairness ist die Nachbarschaft in der politischen Philosophie; Dworkin holt sie ins Recht. Die Kritik von links nannte zu viel Gericht, zu wenig soziale Bedingung; die von rechts zu viel Moral im Gesetz. Wer nach 1977 Bürgerrechte ernst nehmen will, kommt an dem Titel vorbei nur um den Preis, ihn zu meinen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
