Billy Budd
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Billy Budd |
| Autor(en): | Herman Melville |
| Originaltitel: | Billy Budd, Sailor |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1924 |
| Schlagwörter: | Schiff, Unschuld, Kriegsrecht, Henker |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 212 Seiten |
| ISBN: | 9783150148679 |
| Verweise | |
Billy Budd ist die nachgelassene Erzählung von Herman Melville, um 1888 bis 1891 geschrieben, 1924 aus dem Nachlass veröffentlicht, im Original Billy Budd, Sailor. Melville war nach Moby Dick in Vergessenheit geraten; dieser letzte Text, unfertig in den Papieren, hat ihn im zwanzigsten Jahrhundert als Moralisten der See zurückgeholt. Die Handlung spielt 1797, im Jahr der Meutereien von Spithead und der Nore, auf einem britischen Kriegsschiff. Es ist keine Abenteuergeschichte, obwohl Reclam sie so anbieten mag: Ein schöner Mann tötet mit einem Schlag, und das Recht hängt ihn. Benjamin Brittens Oper und mehrere Filme haben die Szene festgesetzt.
Inhalt
Der junge Matrose Billy Budd, Analphabet, stotternd, von einer Schönheit, die die Mannschaft Frieden nennt, wird vom Handelsschiff Rights-of-Man auf das Linienschiff gepresst, das in den Handschriften Indomitable oder Bellipotent heißt. Alle mögen ihn, der Impressment kränkt ihn kaum; er ist, so der Erzähler, ein Naturkind, kein Heiliger mit Lehre. Der Waffenmeister John Claggart hasst ihn ohne Grund, den der Text als Neid, als dunkles Wissen, als das Böse gibt, das keine Verletzung braucht. Claggart denunziert Billy beim Kapitän Edward Fairfax Vere: Der Vormastmann stifle Meuterei. Vere, gebildet, nachdenklich, lässt die drei unter Deck zusammenkommen. Billy, das Stottern im Hals, kann die Anklage nicht widerlegen und schlägt Claggart nieder. Der Waffenmeister stirbt auf der Stelle.
Vere begreift die Unschuld und die Tat zugleich. Im Kriegsrecht, unter dem Eindruck der Meutereien, gilt der Schlag gegen einen Vorgesetzten als todeswürdig, unabhängig vom Anlass. Vere setzt ein Standgericht aus Offizieren, drängt zur Verurteilung, spricht von der Notwendigkeit, das Schiff zu halten, nicht das Herz. Billy wird zum Tod durch den Strick verurteilt. In der Nacht vor der Hinrichtung ist er ruhig; der Schiffskaplan findet keinen Bekehrungsstoff. Am Morgen, vor der versammelten Mannschaft, ruft Billy: »God bless Captain Vere!« Der Körper zuckt nicht am Tau, ein Detail, das Melville als Wunder und als Bericht gibt. Wenige Zeit später stirbt Vere in einem Gefecht, murmelt den Namen Billys.
Der Erzähler schiebt Zeitungsbericht, Seemannslied, Nachrede dazwischen: Die offizielle Version macht aus Billy den Meuterer, aus Claggart den wachsamen Diener. Melville hat die Handschrift nicht geschlossen; Herausgeber haben Sätze, Namen des Schiffs, den Grad von Veres Drängen verschieden gelesen. Die Erzählung bleibt bei der Frage, die kein Urteil löscht: Ob das Recht der Flotte die Unschuld hängen darf, damit die Ordnung hält. Billy segnet den Mann, der ihn opfert; Vere stirbt mit dem Opfer im Mund. Das Meer nimmt beide, ohne Auslegung.
Einordnung
Melville hat nach dem Wal das kürzere, härtere Stück geschrieben: keine Enzyklopädie, ein Fall. Gegenüber Moby Dick, wo die Jagd den Sinn zersprengt, ist Billy Budd eine juristische Tragödie unter Segeln, näher an der Novelle als am Epos, deshalb hier als Erzählung geführt. Das zwanzigste Jahrhundert hat Vere als tragischen Pflichtmenschen oder als Schuldigen gelesen, Billy als Christus, als Unbewussten, als Opfer der schönen Erscheinung. Brittens Oper, Peter Ustinovs Film, spätere Fassungen: Sie alle müssen das Standgericht zeigen und den Segen, und sie alle glätten die Brüche der Handschrift.
In der amerikanischen Literatur steht der Text am Ende eines Werks, das zu Lebzeiten scheiterte und postum Kanon wurde. Wer Melville nur als Walautor kennt, findet hier das Recht; wer ihn nur als Christussucher liest, findet Claggart, der ohne Erlösung bleibt. Die Reclam-Ausgabe von Richard Möring gibt den deutschen Lesebestand; die philologische Streitlage um den Text gehört in die Anmerkungen, nicht in Billys Mund. Nach dieser Erzählung ist Unschuld auf einem Kriegsschiff kein Schutz, sondern der Anlass, an dem sich das Gesetz beweist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
