Crazy
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Crazy |
| Autor(en): | Benjamin Lebert |
| Originaltitel: | Crazy |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1999 |
| Schlagwörter: | Internat, Jugend, Behinderung, Freundschaft |
| Sachgebiete: | Jugendroman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | atb
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| Umfang dieser Ausgabe: | 208 Seiten |
| ISBN: | 9783746638386 |
| Verweise | |
Crazy ist der 1999 bei Kiepenheuer & Witsch erschienene Jugendroman von Benjamin Lebert, geschrieben, als der Autor sechzehn war. Ein Junge mit halbseitiger Lähmung kommt ins Internat, findet Freunde und stellt sich vor, indem er sagt, er sei ein Krüppel, nur damit sie es wüssten. Lebert hat aus der Nähe zur eigenen Schulzeit einen Roman gemacht, keine Lebensbeschreibung; später verwies er auf ein anderes Buch, wenn nach der Autobiographie gefragt wurde. Elke Heidenreich nannte den Band zärtlich und erstaunlich, Maxim Biller hörte eine Schwärze des Nachthimmels, als hätte sie noch niemand beschrieben. 2000 kam die Verfilmung, die vom Buch abweicht. Der englische Titel bleibt stehen: verrückt, und das Leben auch.
Inhalt
Benjamin, sechzehn, zum fünften Mal in einer neuen Schule, soll auf Schloss Neuseelen endlich die achte Klasse schaffen, vor allem in Mathematik. Die linksseitige Lähmung macht den Alltag schwer, ohne dass der Text daraus eine Lektion baut. Zimmergenosse wird Janosch, dem Mädchen und der Spaß näherliegen als die Note. Mit dabei sind der schweigende Troy, der dicke und der dünne Felix und Florian, den alle nur Mädchen nennen. Beide, Benjamin und Janosch, sind in Malen verliebt; der Roman verfolgt das nicht als Hauptfaden. Bei einer Nachtparty auf dem Mädchengang lernt Benjamin Marie kennen, neu wie er. Mit ihr hat er den ersten Geschlechtsverkehr. Danach wendet sie sich ab, der Kontakt bricht ab. Der Text hält die Kränkung, ohne sie zu kommentieren.
Die Jungen hauen ab. Ein alter Mann, Sambraus, selbst einst Schüler in Neuseelen, fährt sie nach München, ein verbitterter Witwer, der über einem Lokal wohnt, in dem sie sich auf seine Kosten die Nacht um die Ohren schlagen. Am nächsten Tag bringt er sie zurück. Die Flucht ist keine Befreiung, sie ist eine Nacht, nach der das Internat wieder da ist. Am Ende hat Benjamin das Schuljahr wieder nicht geschafft und wechselt abermals. Zwischen den Unternehmungen – Mädchengang, Dorf, München – steht die Frage, worum es in der Veranstaltung namens Leben geht: um Mädchen, um Freundschaft, um das Erwachsenwerden, oder nur darum, weiterzumachen, so verrückt die Welt und man selbst auch sei.
Lebert erzählt in der Ich-Form, direkt, ohne sich als Opfer einzurichten. Die Behinderung ist da, die schlechten Noten sind da, die Eltern, die ihn abgeben, sind da; der Ton bleibt kameradschaftlich und genau in den Zimmern und Gängen. Neuseelen trägt Züge von Schloss Neubeuern, wo Lebert zur Schule ging. Der Autor hat später den Hauptschulabschluss nachgeholt, während anderswo Aufsätze über Crazy geschrieben wurden. Das Buch kennt verbitterte Erwachsene, Gewalt und Pornographie als Flucht, und es kennt die Zärtlichkeit unter den Jungen, die sich nicht so nennen würden. Der Schluss ist kein versöhnlicher: die Klasse ist nicht geschafft, der nächste Wechsel wartet, Crazy bleibt der Name der Lage.
Einordnung
Lebert hat mit sechzehn eine Stimme getroffen, die das deutsche Jugendbuch um 1999 selten hatte: weder Erbauung noch Groteske, sondern ein Ich, das sich vorstellt, bevor andere es definieren. Die Feuilletons feierten das Wunderkind; die Schule machte den Band zur Lektüre. Beides hat dem Text geschadet und genutzt. Hans-Christian Schmids Film verschiebt Gewichte, vor allem die Liebe zu Malen; wer nur den Film kennt, kennt ein anderes Internat. Lebert hat widersprochen, sobald man das Buch für seine Lebensgeschichte nahm. Die Figur heißt wie er und ist eine Figur.
Neben Wolfgang Herrndorfs späterem Tschick steht Crazy als Internatsbuch vor der großen Fahrt: Hier bleibt man, bis man wieder gehen muss, dort stiehlt man den Wagen. Beide treffen die Freundschaft unter Jungen, die das Reden über Sinn nicht lassen können. Kiepenheuer & Witsch hat den schmalen Band als Taschenbuch gehalten. Der englische Titel war Programm und Etikett; im Deutschen trägt er die Doppelung, die das Buch meint: verrückt die Welt, verrückt man selbst, und trotzdem der Satz, dass es von beiderseitigem Interesse sei, das gleich zu sagen. Genau dieser Satz hat das Buch über den Jahrgang 1999 hinausgetragen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
