Crossroads
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Crossroads |
| Autor(en): | Jonathan Franzen |
| Originaltitel: | Crossroads |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2021 |
| Schlagwörter: | Familie, Gemeinde, Glaube, Midwest |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 832 Seiten |
| ISBN: | 9783499275746 |
| Verweise | |
Crossroads ist ein Roman von Jonathan Franzen, 2021 erschienen, deutsch im selben Jahr bei Rowohlt in der Übersetzung von Bettina Abarbanell. Im Winter 1971 gerät die Familie Hildebrandt in New Prospect bei Chicago an mehrere Scheidewege zugleich; der Titel ist auch der Name der kirchlichen Jugendgruppe, um die sich Eltern und Kinder reißen. Franzen hat den Band als Auftakt einer Trilogie unter dem Titel Ein Schlüssel zu allen Mythologien angelegt, eine Anspielung auf George Eliots Middlemarch. Der Roman wechselt die Blickwinkel von Russ, Marion, Clem, Becky und Perry und hält sich an Figuren, nicht an Zeitkommentar. In Deutschland stieg er auf den ersten Platz der Listen für gebundene Ausgaben.
Inhalt
Russ Hildebrandt, zweiter Pfarrer an der First Reformed Church, hat die Leitung von Crossroads an den jüngeren, umarmungsfesten Rick Ambrose verloren und tröstet sich mit der Witwe Frances Cottrell, der er unter dem Vorwand der Gemeindearbeit näherkommt. Seine Frau Marion hungert sich in Form, verschweigt eine kalifornische Vergangenheit aus Affäre, Missbrauch, Klinik, und beginnt, dem Lieblingssohn Perry und dann sich selbst die Wahrheit zu sagen. Der älteste, Clem, bricht Studium und Beziehung ab, weil die Freistellung vom Militärdienst ihm als Unrecht an Ärmeren erscheint; er will die Last des Vietnamkriegs nicht anderen überlassen. Becky, beliebt und sicher, gerät an ein Erbe, an den Musiker Tanner Evans und an eine religiöse Erweckung, die die Familie nicht vorgesehen hat.
Perry, frühreif, dealernd, psychisch gefährdet, beschließt vor Weihnachten, ein besserer Mensch zu werden, Crossroads beizutreten und dem kleinen Judson ein Geschenk zu machen. Die Vorsätze halten nicht. Im Frühjahr fährt die Jugendgruppe nach Arizona zu den Navajo; Russ hat Augen nur für Frances, Perry gerät unter Kokain, eine Scheune brennt, das Krankenhaus folgt. Marion, die in Kalifornien den alten Geliebten wiedersieht und die Schwärmerei verliert, trifft mit Russ über dem verletzten Sohn zusammen. Die Ehe, lange kalt, hat plötzlich denselben Ernst.
Zwei Jahre später kehrt Clem von harter Arbeit in Peru zurück – Vietnam hat ihn nicht genommen. Die Eltern opfern sich für Perry, der Kliniken und Stromstöße hinter sich hat. Becky hat das Erbe gegeben, sich entfremdet, mit Tanner eine Familie und einen Glauben gegründet, der Clem fremd ist. Ostern stellt die Frage, bei wem er sitzt. Franzen lässt niemanden gewinnen: Jeder Hildebrandt sucht eine Freiheit, die den anderen im Weg steht. Die Gemeinde, die Jugendgruppe, die Navajo-Fahrt und die Vorstadt liefern die Bühne; das Innere der Figuren ist das eigentliche Geschehen.
Einordnung
Franzen hat die Gegenwartsdiagnose seiner früheren Romane abgelegt und die frühen siebziger Jahre als Erinnerungsraum geschrieben, in dem Moral, Sex, Drogen und Kirche noch öffentlich aneinandergeraten. Crossroads, die Gruppe, stammt aus seiner eigenen Jugend in Webster Groves; der charismatische Ambrose hat ein Vorbild. Der Ton ist kühler, weniger eitel als in den neunziger Jahren, die Sätze sollen nicht glänzen, sondern tragen. Der Trilogietitel zitiert Casaubons unvollendetes Werk in Middlemarch – ein Scherz des Autors, der in den Sechzigern drei Bände plant. Ob die folgenden Teile kommen, lässt das erste Buch offen, indem es die Familie bereits als Mythologie jeder einzelnen Person erzählt.
Die deutsche Kritik hat den Band als Alterswerk der Klarheit gelobt und als Bildungsbürgerstück belächelt. Beides kann stimmen: Franzen nimmt Glauben ernst, ohne zu predigen, und nimmt Schuld ernst, ohne zu richten. Wer nach diesem Roman über die amerikanische Familie spricht, findet keine Anklage der Vorstadt, sondern fünf Gewissen, die einander das Heil im Weg sind. Der Scheideweg ist kein Sinnbild am Horizont; er liegt in der Küche, in der Jugendgruppe und im Hospital von Arizona.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
