Das Foucaultsche Pendel
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Das Foucaultsche Pendel |
| Autor(en): | Umberto Eco |
| Originaltitel: | Il pendolo di Foucault |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1988 |
| Schlagwörter: | Verschwörung, Mailand, Spiel, Orden |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 841 Seiten |
| ISBN: | 9783423115810 |
| Verweise | |
Das Foucaultsche Pendel ist der 1988 erschienene zweite Roman von Umberto Eco, 1989 von Burkhart Kroeber auf Deutsch bei Hanser vorgelegt. Der Titel meint den Versuch Léon Foucaults von 1851, die Erdrotation am schwingenden Gewicht sichtbar zu machen. Eco verbindet Abenteuer, Gelehrsamkeit und Kriminalhandlung so dicht, dass Anthony Burgess ein Register forderte. Drei Mailänder Verlagsleute erfinden aus Langeweile einen »Großen Plan« der Tempelritter; die Anhänger älterer Geheimlehren glauben ihn und töten. Anders als später Dan Brown bestätigt Eco die Verschwörung nicht, er zeigt, wie beliebig sich Geschichte zum Plan knüpfen lässt.
Inhalt
Der Ich-Erzähler Casaubon versteckt sich nach Schluss im Pariser Musée des arts et métiers. Er glaubt, die Tempelritter hätten seinen Freund Jacopo Belbo entführt. Rückblenden erzählen die siebziger Jahre: Casaubon schreibt in Mailand an einer Dissertation über die Templer und urteilt, ein von der Kirche aufgelöster Orden könne nicht fortbestehen, und wenn er fortbestehe, seien es keine Templer. Belbo, Lektor im Verlag Garamond, und der Kabbalist Diotallevi ziehen ihn hinzu. Oberst Ardenti trägt ein Buchprojekt vor: ein kodiertes Dokument belege einen Templerplan zur Weltherrschaft und zur Rache, Zellen träfen sich alle hundertzwanzig Jahre, 1944 hätte die Herrschaft beginnen müssen. Ardenti verschwindet. Inspektor De Angelis vernimmt die beiden.
Casaubon geht für zwei Jahre nach Brasilien, lebt mit der Kommunistin Amparo, trifft den esoterisch belesenen Agliè, der andeutet, der Graf von Saint Germain zu sein, und sieht Amparo bei einer Umbanda-Zeremonie in Trance fallen; sie bricht mit ihm. Zurück in Mailand beschafft Casaubon Bilder für einen Band über Metalle, während Garamond daneben einen Zuschussverlag für Okkultes betreibt. Die drei Freunde entwickeln, erst als Satire, den Großen Plan, mit Belbos Rechner Abulafia, der esoterische Sätze, Plattitüden und Zufallsketten mischt. Aus Ardentis Text und beliebigen Quellen wird ein Netz: tellurische Ströme, der Nabel der Welt, ein Ventil, das die Erde beherrschbar macht, der Kalender, der die Zellen im sechzehnten Jahrhundert den Kontakt kostet. Casaubons Freundin Lia hält Ardentis Dokument für eine Wäscheliste.
Sie schicken Agliè eine Chronologie samt der erfundenen Gesellschaft der Tres. Agliè will sich dunkel erinnern; De Angelis hatte den Namen zuvor erwähnt. Belbo behauptet, eine Templerkarte zu besitzen. Agliè lockt ihn nach Paris. Casaubon sieht im Museum ein Ritual um das Pendel: Garamond, Autoren, Agliè, scheinbare Geistergestalten. Belbo weigert sich, ein Geheimnis zu offenbaren, das es nicht gibt, und stirbt, erhängt am Kabel des Pendels. Casaubon flieht durch die Kanalisation und erwartet, dass man ihn holt. In Belbos Jugenderinnerung findet er den April 1945, eine Beerdigung antifaschistischer Partisanen, einen Augenblick der Erfüllung: das einzige Geheimnis, das sich nicht spielen lässt.
Einordnung
Eco treibt mit der Gelehrsamkeit ein Spiel und lässt Belbo, den Lektor mit der Kindheit unter dem Faschismus, zur tragischen Figur werden. Das Pendel hat überall einen Aufhängepunkt; jeder Ort kann zum Nabel der Welt erklärt werden, und genau das ist die Pointe gegen die Esoterik. Der Roman kann als Satire auf Der Heilige Gral und seine Erben gelesen werden, jene These, Maria Magdalena sei das Gefäß der Nachkommen Jesu – im Buch ein früher, verworfener Einfall des Plans. Im Literarischen Quartett erklärte Marcel Reich-Ranicki, er habe bei der Lektüre gelitten; Hellmuth Karasek nannte den Band unfreiwillig komisch und eine Bedrohung für den Gabentisch. Eco selbst hielt ihn für seinen liebsten und reifsten Roman.
Nach Der Name der Rose war die Erwartung ein mittelalterlicher Kriminalroman. Eco lieferte einen Gegenwartsroman über das Lesen als Wahn. 1989 erhielt er den Premio Bancarella und stand Wochen auf dem ersten Platz der Spiegel-Liste. Wer nach 1988 Verschwörungen nicht als Enthüllung, sondern als Methode erzählt, mit der sich die Moderne ihre Angst organisiert, erzählt hinter Casaubon, Belbo und Diotallevi, auch dann, wenn er kürzer und weniger gelehrt schreibt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
