Das Heilige und die Gewalt
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das Heilige und die Gewalt |
| Autor(en): | René Girard |
| Originaltitel: | La Violence et le Sacré |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1972 |
| Schlagwörter: | Sündenbock, Mimesis, Opfer, Mythos |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Religionswissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Patmos-Verl. |
| Erscheinungsort: | La Violence et le Sacré |
| Umfang dieser Ausgabe: | 480 Seiten |
| ISBN: | 9783843600750 |
| Verweise | |
Das Heilige und die Gewalt ist die 1972 in Paris erschienene Untersuchung von René Girard, deutsch bei Fischer. Sie behauptet, das Heilige sei die verdeckte Bewältigung einer Gewalt, die ansteckt, weil Begehren nachahmbar ist.
Inhalt
Girard setzt beim mimetischen Begehren an: man will, was der andere will, die Rivalität steigt, die Gemeinschaft droht im Krieg aller gegen alle zu zerfallen. Die Lösung ist das Opfer, auf das sich alle einigen können – der Sündenbock, der schuldig gemacht wird, weil Unschuld die Krise nicht stillt. Mythen erzählen diese Tötung vom Standpunkt der Täter: das Opfer war gefährlich, die Ordnung kehrt zurück, das Heilige umgibt den Akt. Rituale wiederholen ihn dosiert. Das Buch liest Ethnologie, Tragödie, Freud, ohne Frazer zu wiederholen. Gewalt ist nicht Ausnahme, sie ist der Stoff, den Kultur bindet.
Gegen eine Religionswissenschaft, die das Heilige als Erfahrung oder als Gesellschaftsspiegel nimmt, setzt Girard den Mechanismus. Otto hatte das Numinose; Durkheim das Kollektiv; Girard die Krise und das Opfer. Die griechische Tragödie wird zum Dokument einer Wahrheit, die der Mythos verschleiert. Kritik hat die Totalität genannt: zu viele Kulturen, ein Schlüssel. Die Ethnologie hat Fälle genannt, die nicht passen. Die Theologie hat später begrüßt, dass Girard das Christentum als Entlarvung des Mechanismus liest – das liegt in den Folgebänden deutlicher als hier. 1972 ist die Struktur, noch nicht die Apologie.
Die Wirkung reicht in Literaturwissenschaft, Theologie, Gewaltforschung. Der Sündenbock wurde zum Allerweltswort; das Buch ist strenger. Wer nach Girard nur Nachahmung sagt, hat das Opfer übersprungen. Wer nur das Opfer kennt, unterschlägt die Mimesis, ohne die es nicht nötig wäre. Die Stärke ist die Lektüre, die Mythen als Tätertexte liest. Die Grenze ist der Anspruch, damit Religion überhaupt erklärt zu haben.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt die Religionswissenschaft des späten Jahrhunderts ohne eine Theorie der Gewalt. In Die einflussreichsten Werke der Religionswissenschaft: 20. Jahrhundert steht es nach Eliade und vor Assmann: Opfer gegen Wiederkehr, Mechanismus gegen Gedächtnis. Wer nur das Heilige als Erlebnis kennt, hat 1972 nicht gelesen.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
das Heilige (wichtig) · Gewalt (wichtig) · Opfer (wichtig)
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die einflussreichsten Werke der Religionswissenschaft: 20. Jahrhundert (Essay) · Säkularität nach Taylor (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
