Das Hotel New Hampshire
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das Hotel New Hampshire |
| Autor(en): | John Irving |
| Originaltitel: | The Hotel New Hampshire |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1981 |
| Schlagwörter: | Familie, Hotel, Wien, Gewalt |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 608 Seiten |
| ISBN: | 9783257211948 |
| Verweise | |
Das Hotel New Hampshire ist der 1981 erschienene Roman von John Irving, im Jahr darauf deutsch bei Diogenes. Eine Familie betreibt nacheinander drei Häuser dieses Namens: in New Hampshire, in Wien und wieder in New England, und jedes Haus sammelt, was die Berrys nicht loswerden – Bären, Anarchisten, Lust, Trauer und den Satz, man solle an offenen Fenstern vorbeigehen, ohne zu springen. Irving hat nach der Welt des Ringers und des Garp-Erzählers hier die Familie selbst zum Schauplatz gemacht, komisch und grausam in einem Zug. Der Hund stirbt an Blähungen, ein Flugzeug stürzt ab, eine Schwester wird vergewaltigt; der Ton bleibt der eines Erzählers, der nichts auslässt und nichts heiligt. Das Buch wurde ein Bestseller und 1984 verfilmt, ohne dass der Film die Menge der Stimmen halten konnte.
Inhalt
Win Berry und Mary träumen seit der gemeinsamen Sommerarbeit in einem Maine-Hotel namens Arbuthnot-by-the-Sea von einem eigenen Haus. Sie heiraten, bekommen fünf Kinder – Franny, den Erzähler John, Lilly, Frank und den Kleinen Egg – und ziehen nach Dairy, New Hampshire, in eine ehemalige Mädchenschule, die Win zum Hotel New Hampshire umbaut. Mit ihnen leben der Bär State o' Maine und der blinde Trainer Freud, ein Wiener, der den Bären auf einem Motorrad vorführt. Die Kinder wachsen zwischen Gästen, Gewichtheben und der groben Zärtlichkeit der Eltern auf. Franny, die Schönste, wird von Mitschülern vergewaltigt; die Familie antwortet nicht mit der Polizei allein, sondern mit einer Rache, die den Roman auf die Seite der Verletzten stellt, ohne die Tat ungeschehen zu machen. Der Hund Sorrow wird ausgestopft und kehrt als unheimliches Möbelstück wieder.
Nach einem Brand und dem wirtschaftlichen Scheitern folgt die Familie Freud nach Wien. Das zweite Hotel New Hampshire liegt in einer Stadt der Nachkriegszeit, voller Prostituierter im Erdgeschoss und einer radikalen Gruppe in den oberen Stockwerken, die das Haus zur Bühne ihrer Anschläge machen will. John und Franny geraten in eine Bindung, die über Geschwisterliebe hinausgeht und beide beschämt; Lilly, kleinwüchsig, schreibt an einem Buch über die Familie; Frank, homosexuell, führt die Bücher. Die Wiener Jahre enden in Gewalt: Ein Sprengstoffanschlag, den die Radikalen vorbereiten, kostet Mary und Egg das Leben, als sie früher als geplant aus Amerika zurückfliegen. Freud opfert sich. Die Überlebenden kehren in die Staaten zurück, reich durch Entschädigung und ärmer um die Mitte der Familie.
Das dritte Hotel ist das alte Arbuthnot-by-the-Sea, heruntergekommen, von Win als Wiederholung des ersten Traums gekauft. Lilly hat mit einem Familienroman Erfolg und hält den Ruhm nicht aus; sie nimmt sich das Leben, nachdem der zweite Band misslingt. Franny wird Schauspielerin, heiratet den Mann aus der Schulmannschaft, der sie einst nicht schützen konnte, und findet eine Form von Frieden, die keine Unschuld ist. John führt das Haus, trainiert, erzählt. Win erblindet allmählich, wie Freud, und bleibt der Mann, der Hotels eröffnet, weil er an Aufenthalt glaubt. Der Roman schließt nicht mit einer Heilung. Er schließt mit dem Alltag derer, die weitergehen, und mit dem Satz von den offenen Fenstern, den Freud den Kindern mitgegeben hat: nicht als Trostspruch, sondern als Übung gegen den Absturz.
Einordnung
Irving hat den Familienroman der späten siebziger Jahre auf amerikanische Breite gebracht: viele Figuren, grobe Einfälle, eine Moral, die sich nicht schämt, laut zu sein. Die Bären sind keine Marotte; sie tragen, was die Menschen nicht sagen – Dressur, Gewalt, Zärtlichkeit, das Leben im Käfig und auf dem Motorrad. Wien ist bei Irving kein Kulturzitat, sondern eine Stadt, in der Anarchismus, Sexarbeit und die Nachgeschichte des Krieges in einem Treppenhaus wohnen. Wer Charles Dickens in der Menge der Nebenfiguren hört, liegt nicht falsch; wer nur die Gags behält, hat Lillys Absturz und Frannys Schweigen nicht gelesen. Das Buch steht neben Irvings anderen Familienkreisen, ist aber härter als der Ruf des Humors vermuten lässt.
Tony Richardson verfilmte den Stoff 1984 mit Jodie Foster als Franny; der Film strich, was das Buch stapelt, und machte aus der Wiederholung der Häuser eine Aneinanderreihung. Im Deutschen hat die Übersetzung von Hans Hermann den Ton gehalten, der Witz und Trauer nicht trennt. Das Hotel bleibt Irvings Bild für die Familie: man checkt ein, ohne zu wissen, wie lange, und das Personal ist verwandt. Nach diesem Band war klar, dass Irving nicht der Autor einer einzigen wunderlichen Jugend war, sondern der Chronist von Häusern, in denen es zieht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
