Das Lachen der Medusa

Hélène Cixous · 1975 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Das Lachen der Medusa
Autor(en): Hélène Cixous
Originaltitel: Le Rire de la Méduse
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1975
Schlagwörter: weibliches Schreiben, Körper, Stimme, Feminismus
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Passagen Verlag
Erscheinungsort: Le Rire de la Méduse
Umfang dieser Ausgabe: 200 Seiten
ISBN: 9783709206669
Verweise


Das Lachen der Medusa ist der 1975 erschienene Essay von Hélène Cixous, deutsch in mehreren Anläufen, später bei Passagen. Er fordert eine écriture féminine, ein weibliches Schreiben: Frauen sollen schreiben, und zwar so, dass die Sprache den Mangel nicht mehr als Natur ausgibt.

Inhalt

Cixous greift die Ordnung an, in der Frau als Fehlen erscheint: Freud, die Kastration, die Schrift, die männlich tut, indem sie unsichtbar bleibt. Medusa lacht, statt zu versteinern; der Mythos wird umgedreht. Schreiben ist nicht Mitteilung, es ist Entgrenzung: Körper, Rhythmus, das Unabschliessbare. Der Text selbst führt vor, was er verlangt – sprunghaft, anrufend, gegen den Traktat. Gegen Beauvoirs Werden setzt er nicht die Analyse, sondern die Stimme. Gegen den amerikanischen Feminismus der Rechte setzt er die Sprache, ohne die Rechte in der alten Grammatik bleiben.

Das ist Literaturpolitik, keine Soziologie. Cixous will nicht zählen, wie viele Frauen publizieren; sie will die Ökonomie der Zeichen sprengen, in der Weiblichkeit Ware oder Wunde ist. Die Gefahr ist der Essentialismus: eine weibliche Schrift, als gäbe es den Körper vor der Geschichte. Cixous spielt damit und wehrt sich dagegen; die Rezeption hat oft nur das eine behalten. Kritik hat Unlesbarkeit, Pathos, die Schwierigkeit, daraus Politik zu machen, genannt. Die Stärke ist der Ton, der den Kanon als Macht hört, nicht nur als Liste. Wer nach 1975 Frauenliteratur sagt und nur Stoffe meint, hat die Medusa nicht gelesen.

Die Wirkung liegt in der französischen Theorie, in der Geschlechterforschung, in einer Prosa, die sich auf den Essay beruft, ohne ihn zu kopieren. Irigaray und Cixous wurden zum Paar der französischen Differenz; Spivak hat später gefragt, wer in diesem Lachen nicht vorkommt. Der Essay bleibt kurz und unerschöpflich, ein Pamphlet, das Seminar geworden ist. Wer nur Theorie will, stolpert über die Dichtung; wer nur Dichtung will, unterschlägt den Angriff auf die Psychoanalyse.

Einordnung

Ohne diesen Text bleibt die Frauenfrage eine Soziologie ohne Stimme. In Bücher, die die Frauenfrage zum Fach machten steht er neben Irigarays Spiegel: Lachen gegen Spekulum. Beauvoir hatte das Werden; Cixous das Schreiben. Wer nur das zweite Geschlecht kennt, hat 1975 übersprungen.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Bücher, die die Frauenfrage zum Fach machten (Essay)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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