Das Marmorbild

Joseph von Eichendorff · 1819 · Novelle


Das Werk
Deutscher Titel: Das Marmorbild
Autor(en): Joseph von Eichendorff
Originaltitel: Das Marmorbild
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1819
Schlagwörter: Venus, Lucca, Verführung, Lied
Sachgebiete: Novelle
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 80 Seiten
ISBN: 9783150002902
Verweise


Das Marmorbild ist die Novelle von Joseph von Eichendorff, 1819 erschienen. Der junge Florio kommt nach Lucca, sieht ein Venusstandbild, trifft Bianca und die dunkle Fortunata/Venus-Gestalt, und die Stadt wird zur Probe, ob Sehnsucht heidnisch oder christlich endet. Nach Ahnung und Gegenwart das kleinere, geschlossenere Stück; vor dem Taugenichts die gefährlichere Wanderung.

Inhalt

Florio reitet mit dem Sänger Fortunato, der warnt und lacht. In Lucca die Feste, die Gärten, das Marmorbild der Göttin, das bei Nacht zu leben scheint. Eine junge Frau, Bianca, fromm und zart; eine andere Erscheinung, prächtig, die Florio in Gärten zieht, wo die Antike nicht tot ist. Eichendorff lässt offen, wie viel Traum, wie viel Dämon, wie viel Landschaft die Verführung ist. Lieder unterbrechen, wie in seinen Romanen, und tragen die Entscheidung, die die Prosa zögert.

Donati, ein zweideutiger Ritter, führt in die heidnische Pracht. Florio schwankt, erkrankt an der Sehnsucht, die keine Person mehr braucht, nur das Bild. Die christliche Wende kommt nicht als Predigt: Fortunatos Lied, Biancas Nähe, der Morgen, der die Gärten entzaubert. Das Marmorbild ist wieder Stein. Florio reist weiter, nicht als Bekehrter mit Lehre, als einer, der davongekommen ist.

Die Novelle ist italienisch kostümiert und deutsch in der Angst: dass die Schönheit heidnisch bleibt und die Seele mitnimmt. Eichendorff, katholisch, gibt der Venus ihre Macht, bevor er sie bannt. Wer nur die Warnung will, hat die Pracht nicht gelesen, die das Buch ernst nimmt. Wer nur die Romantik der Statue will, hat Fortunato nicht gehört, der singen kann, ohne zu verfallen.

Einordnung

Eichendorff hat die Venus-Novelle der Romantik geschrieben, geschlossen wie eine Opernarie, gefährlicher als der Taugenichts, der am Ende heiratet. Gegen Hoffmanns Automate steht hier der Stein, der Religion und Begehren in einem Blick versammelt. Die Schule hat den Text neben dem Taugenichts geführt; er ist das Nachstück zu Ahnung und Gegenwart, in dem die dämonische Frau noch Romana hieß. Reclam bindet ihn oft schmal. Nach dem Marmorbild ist deutsche romantische Novelle auch diese Probe auf Lucca: ob man die Antike ansehen darf, ohne ihr zu gehören.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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