Das befreite Jerusalem

Torquato Tasso · 1581 · Versepos


Das Werk
Deutscher Titel: Das befreite Jerusalem
Autor(en): Torquato Tasso
Originaltitel: Gerusalemme liberata
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 1581
Schlagwörter: Kreuzzug, Ritter, Zauber, Glaube
Sachgebiete: Versepos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 564 Seiten
ISBN: 9783458348269
Verweise


Das befreite Jerusalem ist das Versepos von Torquato Tasso, 1581 in einer unautorisierten Fassung, 1581/82 in Ferrara als gültiger Text erschienen. Zwanzig Gesänge in Ottava rima erzählen die Eroberung Jerusalems im Ersten Kreuzzug, als wären Rittertum, Zauberei und Gewissensnot dieselbe Schlacht. Tasso wollte Vergil fromm und Ariost gezähmt; das Gedicht ist fromm nicht geblieben. Goethe hat aus dem Leben des Verfassers ein Trauerspiel gemacht; das Epos ist härter als die Legende vom wahnsinnigen Dichter.

Inhalt

Gottfried von Bouillon führt das Heer der Kreuzfahrer vor Jerusalem. Die Stadt hält stand, der Sommer dürstet, im Lager gärt der Ungehorsam. Rinaldo, der größte Recke, erschlägt im Streit einen Landsmann und flieht; ohne ihn stockt die Eroberung. Tancred liebt die feindliche Kriegerin Clorinda, ohne ihr Gesicht unter dem Helm zu kennen. Der Magier Ismen und die Zauberin Armida arbeiten für die Verteidiger: Sie raubt Ritter in einen Garten, in dem die Zeit aufhört und der Krieg vergessen werden soll. Gottfried bleibt der Auftrag, die anderen bleiben Menschen.

Die Verzögerung ist das Gedicht. Tancred tauft Clorinda, die er im Nachtkampf tödlich getroffen hat, und erkennt sie sterbend. Erminia, die geliebte Prinzessin aus dem feindlichen Lager, sucht ihn unter Hirten. Rinaldo versinkt in Armidas Inselgarten, bis zwei Ritter ihn im Diamantschild sich selbst zeigen und zurückholen. Die Magie ist keine Zutat: Sie ist die Form, in der das Epos sagt, dass der Krieg die Liebe nicht auslöscht und die Liebe den Krieg nicht aufhebt. Die Hölle mischt sich ein, der Himmel schickt den Erzengel; Tasso lässt beide Apparate laufen, ohne dass sie die Zweifel der Ritter tilgen.

Am Ende fällt die Stadt. Gottfried betritt die Grabeskirche, nicht als Triumphator eines ungebrochenen Glaubens, sondern als Feldherr, der verloren und gewonnen hat. Armida, zur Gegnerin und Geliebten Rinaldos geworden, wählt zuletzt die Seite dessen, den sie hassen sollte. Der Schluss segnet, ohne die Toten ungeschehen zu machen. Tasso hat später eine frommere Fassung Gerusalemme conquistata nachgeschoben, in der die Liebe kleiner wird. Gelesen wird die erste: die, in der Jerusalem fällt und Tancred trotzdem an Clorinda denkt.

Einordnung

Tasso hat das christliche Heldengedicht an die Schwelle des Barock geführt. Vergils Aeneis und Ariosts Rasender Roland sind die Maße; dazwischen steht die Gegenreformation, die Wunder verlangt und Zweifel erzeugt. Die Befreiung der Stadt ist der Auftrag, die Gärten und die nächtlichen Kämpfe sind der Text. Neben der Göttlichen Komödie ist das kein Jenseitsgedicht, sondern ein irdischer Krieg, in dem das Wunder denselben Rang hat wie die Leidenschaft.

Die Oper und die Malerei haben Armida und Rinaldo genommen; Goethe hat den Dichter genommen. Wer nur den Kreuzzug sucht, hat den Garten nicht gelesen. Wer nur den Wahnsinn Tassos sucht, unterschlägt die Strenge der Strophen. Die deutsche Übersetzung von Johann Diederich Gries hat das Epos im neunzehnten Jahrhundert lesbar gemacht; sie bleibt getragen und zeitgebunden. Das Buch ist ein Kriegsgedicht, das den Krieg nicht feiert, und ein Liebesgedicht, das die Liebe nicht rettet.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Versepos entdecken