Das kleine Gespenst

Otfried Preußler · 1966 · Kinderbuch


Das Werk
Deutscher Titel: Das kleine Gespenst
Autor(en): Otfried Preußler
Originaltitel: Das kleine Gespenst
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1966
Schlagwörter: Gespenst, Turm, Mond, Eulenburg
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: Thienemann


Umfang dieser Ausgabe: 128 Seiten
ISBN: 9783522178006
Verweise


Das kleine Gespenst ist das Kinderbuch von Otfried Preußler, 1966 bei Thienemann erschienen, mit den Bildern von F. J. Tripp. In der Stadt Eulenburg wohnt auf dem Turm ein Gespenst, das nur um Mitternacht erscheinen darf und vor dem Hahnenschrei wieder im Gemäuer verschwinden muss. Eines Nachts bleibt der Mond im letzten Viertel hängen, das Gespenst wird schwarz vor Ruß und verirrt sich in den Tag. Preußler hat aus der Angst vorm Spuk eine Geschichte über die Uhr gemacht: Wer die Zeit verliert, verliert den Ort, an den er gehört. Neben Hexe und Hotzenplotz ist dies das stillste der drei hellen Bücher.

Inhalt

Das kleine Gespenst kennt Eulenburg bei Nacht: die Gassen, den Brunnen, den Türmer, die Katzen. Am Tag schläft es im Turm, und die Bürger erzählen von ihm, ohne es je gesehen zu haben, außer dem Türmer, der um zwölf die Glocke zieht. Die Ordnung ist einfach und streng. Dann bleibt der Mond stehen, eine Sonnenfinsternis wirft ihren Schatten, und das Gespenst, das den Unterschied zwischen Mitternacht und Mittag nicht mehr findet, gerät in den hellen Markt. Die Kinder schreien, die Erwachsenen auch, der Ruß der Jahrhunderte sitzt auf dem weißen Gewand. Ein Gespenst am Tag ist kein Spuk mehr, sondern ein Unfall.

Es sucht den Weg zurück und findet ihn nicht, weil die Stadt bei Licht eine andere ist. Preußler führt es durch Keller, Schuppen, eine Schule, ein Museum: überall Dinge, die nachts harmlos sind und tagsüber Zeugen. Der Uhrmacher, der Bürgermeister, ein Junge, der keine Angst hat – jeder hat eine Theorie, niemand hat die Zeit. Das Gespenst will nicht erschrecken, es will nach Hause. Die Komik liegt in dieser Verschiebung: Der Schrecken ist müde, die Bürger sind aufgeregt, der Turm steht da und lässt sich nicht öffnen, bevor die Nacht kommt. Preußler zählt die Stunden, nicht die Gefühle. Wer wartet, wird belohnt, aber erst um zwölf.

Am Ende rückt der Mond weiter, die Mitternacht kehrt, das Gespenst wird wieder weiß und verschwindet im Gemäuer, als wäre nichts gewesen. Die Stadt behält eine Geschichte, der Türmer seine Glocke, das Gespenst seine Stunde. Preußler gibt dem Schluss keine Verwandlung ins Menschliche. Das Gespenst bleibt Gespenst, nur pünktlicher. Die Lehre, falls man eine braucht, ist klein: Es gibt Wesen, die nicht in jede Zeit passen, und die Stadt ist groß genug, sie um Mitternacht zu ertragen. Gegen die Hexe, die Gerechtigkeit übt, und den Räuber, der stiehlt, ist das Gespenst der, der nur erscheinen will und dafür die Uhr braucht.

Einordnung

Preußler hat den Spuk entwaffnet, ohne ihn wegzuerklären: Das Gespenst ist wirklich, die Angst der Bürger auch, und beides wird erträglich, sobald die Zeit stimmt. Das Buch ist vorgelesen, verfilmt, auf Puppenbühnen gestellt worden, oft als bloße Gute-Nacht-Geschichte. Im Text steckt genauer die Erfahrung, am falschen Ort wach zu sein. Nach Die kleine Hexe und Der Räuber Hotzenplotz schließt es die helle Reihe; Krabat hat fünf Jahre später gezeigt, dass Preußler den anderen Ton auch konnte. Wer das Gespenst nur als niedlich erinnert, hat den Ruß und den Mittag nicht gelesen. Eulenburg bleibt eine Stadt, in der die Nacht ein Recht hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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