Das verlorene Paradies
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Das verlorene Paradies |
| Autor(en): | Abdulrazak Gurnah |
| Originaltitel: | Paradise |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1994 |
| Schlagwörter: | Tansania, Karawane, Kolonie, Jugend |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer
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| Umfang dieser Ausgabe: | 320 Seiten |
| ISBN: | 9783100278234 |
| Verweise | |
Das verlorene Paradies ist der 1994 erschienene Roman von Abdulrazak Gurnah, im Original Paradise. Yusuf, ein Junge von der ostafrikanischen Küste, wird vom Vater als Pfand an den Händler Aziz gegeben und zieht mit der Karawane ins Innere, kurz bevor der Erste Weltkrieg die deutsche Kolonie zerreißt. Der Titel lügt freundlich: Das Paradies ist der Garten des Händlers, die Schönheit Aminas, die Geschichten vom reichen Inneren – und alles davon hat einen Preis. Die deutsche Übersetzung von Inge Leipold erschien bei Fischer. Gurnah, aus Sansibar, im britischen Exil, hat den Nobelpreis 2021 auch für dieses Buch bekommen; es bleibt das klarste seiner frühen Werke.
Inhalt
Yusuf wächst in einem kleinen Ort am Fluss auf, bis die Schulden des Vaters ihn in das Haus des Onkels Aziz führen – kein Onkel, ein Kaufmann, der Kinder als Sicherheit nimmt. Im Garten hinter hohen Mauern leben die Frauen des Hauses, darunter die junge Amina, und Khalil, selbst einst Pfand, der Yusuf die Regeln beibringt. Aziz rüstet eine Karawane aus: Träger, Wachen, Waren, der Weg zu den Seen, zu Häuptlingen, die Gold und Elfenbein gegen Stoffe tauschen. Gurnah erzählt die Pracht und die Erschöpfung, die Fieber, die Überfälle, die Verachtung der Küstenleute für das Innere und des Inneren für die Küste. Die deutsche Verwaltung sitzt am Rand, noch nicht allmächtig, schon tödlich.
Yusuf sieht, ohne zu herrschen. Er ist schön, und die Schönheit macht ihn zum Gegenstand: für Frauen, für Männer, für den Händler, der ihn vorzeigt. Die Karawane gerät in Bedrängnis, kehrt dezimiert zurück. Der Krieg bricht aus, Askaris werden geworben, die Kolonie wird Front. Aziz' Garten, der wie ein Paradies aussah, entpuppt sich als Gehege. Yusuf soll bleiben, soll Amina nehmen oder dienen; Khalil kennt nur den Dienst. Gurnah gibt dem Jungen keine heldische Flucht in die Freiheit. Die Freiheit ist der Krieg, der die Jungen frisst.
Am Ende läuft Yusuf den deutschen Werbern nach, nicht aus Patriotismus, aus Ausweglosigkeit. Das verlorene Paradies ist nicht Eden. Es ist die Kindheit vor den Schulden, der Garten, der anderen gehört, die Liebe, die nichts kosten dürfte und alles kostet. Wer eine Anklage nur gegen die Deutschen sucht, unterschlägt Aziz und das Pfand. Wer nur die islamische Küstenwelt rühmt, unterschlägt die Träger, die sterben. Der Roman ist ein Erwachsenwerden ohne Trostspruch: Yusuf lernt die Welt und verliert den Ort, an dem Lernen noch Spiel war.
Einordnung
Gurnah hat Ostafrika den Karawanenroman gegeben, der Conrad und die Safari-Literatur umdreht: Die Stimme gehört dem Pfand, nicht dem Europäer. Neben Ngũgĩs kenianischer Unabhängigkeit steht diese tansanische Vorgeschichte, in der die Kolonie schon da ist und das Innere trotzdem eigene Herren hat. Der Nobelpreis hat das Buch nachträglich ins Licht gezogen; es war schon vorher das Werk, in dem Gurnah seine Themen versammelt: Sansibar, das Exil als spätere Spur, die Schönheit als Gefahr. Wer nach ihm über die ostafrikanische Küste vor 1914 spricht, spricht hinter Yusuf.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
