De immortalitate animae
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | De immortalitate animae |
| Autor(en): | Augustinus |
| Originaltitel: | De immortalitate animae |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 387 |
| Schlagwörter: | Seele, Unsterblichkeit, Wahrheit, Geist |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Artemis |
| Serie: | Sammlung Tusculum |
| Umfang dieser Ausgabe: | 216 Seiten |
| ISBN: | 9783760817381 |
| Verweise | |
De immortalitate animae (lateinisch Über die Unsterblichkeit der Seele) ist die 387 in Mailand entstandene Abhandlung des Augustinus. Der Zweiunddreißigjährige schrieb sie nach den Monaten in Cassiciacum als Gedächtnisstütze für ein geplantes drittes Buch der Soliloquien, der Selbstgespräche. Zwischen Bekehrung und Taufe denkt er die Seele noch fast ohne kirchliche Lehre, aus der Teilhabe an der ewigen Wahrheit. Die Schrift ist kurz, dicht und neuplatonisch. Die Tusculum-Ausgabe bindet sie an die Selbstgespräche, denen sie dienen sollte.
Inhalt
Augustinus schreibt gegen die Furcht, die Seele vergehe mit dem Leib, und gegen eine grobe Vorstellung, sie sei ein feiner Stoff, der sich zerstreut. Unsterblichkeit folgt für ihn aus der Verbundenheit mit Gott und aus der Teilhabe an der Wahrheit, die nicht stirbt. Was die Wahrheit erkennt, kann nicht sterblich sein wie das, woran es erkennt; die Seele ist das Bindeglied zwischen den göttlichen Ideen und dem Leib. Plotin hatte die Seele vor allem als das Gestaltgebende gedacht; Augustinus macht sie zum Tätigen am Menschen, plastischer, als der neuplatonische Schulbegriff es war. Der Leib-Seele-Dualismus wird so anschaulich, ohne schon die spätere Gnadenlehre zu tragen. Ein Satz des Matthäusevangeliums, man solle die Seele nicht fürchten, die im Leib getötet wird, steht im Hintergrund und wird kaum ausgelegt.
Die Beweisführung bleibt im Kreis der Cassiciacum-Dialoge: innere Gewissheit, mathematische Wahrheiten, die Unveränderlichkeit dessen, was die Seele erfasst. Wenn die Vernunft Wahres denkt, das nicht vergeht, dann kann das Denkende nicht vollständig vergehen. Die Seele ist nicht Gott, aber sie hängt an dem, was nicht entsteht und nicht vergeht. Deshalb ist sie unsterblich, auch wo der Leib zerfällt. Christliche Motive – Auferstehung des Fleisches, Gericht, Gnade – treten fast nicht auf, obwohl der Autor auf die Taufe zugeht. Es ist Plotins Luft, in der ein künftiger Bischof atmet. Die Abhandlung will erinnern, nicht predigen; sie sichert ein Argument, das die Selbstgespräche nicht mehr zu Ende geführt hatten.
Unsicher wird der Text, wo aus der Teilhabe an der Wahrheit die Fortdauer der einzelnen Seele folgen soll. Die Ideen sind gemeinsam, die Seele ist je die meine; der Sprung vom unsterblichen Gehalt zum unsterblichen Träger bleibt ein neuplatonisches Versprechen. Augustinus selbst hat das Interesse an der Seele damit nicht erschöpft: noch 387 folgt De quantitate animae, über die Größe der Seele, und später werden Gnade und Sünde das Innere ganz anders besetzen. Gegner haben die Schrift für zu philosophisch vor der Taufe, Freunde für das sauberste Unsterblichkeitsargument der lateinischen Frühwerke gehalten. Der Ton ist der der Selbstgesprächsprosa, gedrängt und ohne Schmuck der späteren Predigten.
Einordnung
Neben den Soliloquien und vor den Bekenntnissen steht dieser Traktat am Übergang vom Rhetoriklehrer zum Getauften. Die Unsterblichkeitsbeweise der Väterzeit und der Scholastik haben ihn als frühen lateinischen Beleg gelesen, oft zusammen mit Platons Phaidon, ohne die platonische Wiedererinnerung einfach zu wiederholen. Thomas von Aquin denkt die Seele als Form des Leibes und rettet die Unsterblichkeit anders, über die Geistigkeit des Intellekts; Augustinus rettet sie über die Wahrheit, an der die Seele teilhat. Die Retractationes ordnen das Stück als Anhang der Selbstgespräche ein, nicht als Hauptwerk.
Geblieben ist der Gedanke, dass Unsterblichkeit keine Eigenschaft des Stoffes ist, sondern Folge eines Bezugs, der nicht stirbt. Die Tusculum-Ausgabe hält den lateinischen Frühtext neben dem Gespräch der Seele mit sich selbst. Seele, Wahrheit und Fortdauer sind hier noch neuplatonisch gesichert, bevor die Gnade den Ton ändert. Augustinus hat die Skizze nicht verworfen; er hat sie den Selbstgesprächen zugeordnet.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Geist (wichtig) · Seele (wichtig)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
