De officiis
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | De officiis |
| Autor(en): | Cicero |
| Originaltitel: | De officiis |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | |
| Schlagwörter: | Pflicht, Ehrenhaftigkeit, Nutzen, Tugend |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 461 Seiten |
| ISBN: | 9783150018897 |
| Verweise | |
De officiis (lateinisch Vom pflichtgemäßen Handeln) ist das 44 vor Christus entstandene philosophische Spätwerk des Cicero, in Briefform an den Sohn Marcus in Athen. Es behandelt die Pflichten des täglichen Lebens, zumal die eines Staatsmannes, und gilt als Standardwerk antiker Ethik. Cicero gibt das griechische kathēkon mit officium wieder: das einem Zukommende, die Pflicht. Er folgt vor allem Panaitios von Rhodos, behält sich Auswahl und Urteil vor und schreibt nach Caesars Tod auf dem Landgut, von der Politik ausgeschlossen. Die zweisprachige Reclam-Ausgabe hat den Lehrbrief an den Sohn festgehalten.
Inhalt
Cicero schreibt gegen den Hedonismus, der Nutzen und Lust zum Maß macht, und gegen eine Philosophie, die den Pflichtbegriff in ihrem Gebäude nicht unterbringen kann. Nicht alle Schulen können sagen, was man tun soll; er hält sich an die Stoa, ohne ihr Idealbild des Weisen zu predigen. Es geht um mittlere Pflichten, die sich begründen lassen, und um praktische Anweisungen an einen jungen Römer, der in Athen bei einem Peripatetiker studiert und, dem Vater nach, das Leben mehr genießt als die Lehre. Das Ehrenhafte setzt sich aus den vier später so genannten Kardinaltugenden zusammen: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung. Zum Menschen gehören, über Selbsterhaltung und Fortpflanzung hinaus, Bewusstsein von Vergangenheit und Zukunft, der Wunsch nach Gesellschaft, der Drang nach Wahrheit und das Gefühl für Harmonie, das er auch in Taten verwirklichen will.
Das erste Buch gilt dem Ehrenhaften, das zweite dem Nützlichen, das dritte dem Konflikt beider. Panaitios hatte die drei Fragen gestellt; Cicero fügt Grade hinzu. Nutzen und Ehrenhaftigkeit sind für die Stoa nur theoretisch trennbar, praktisch fallen sie zusammen: was schändlich ist, nützt nicht. Furcht ist ein schlechtes Mittel, Menschen zu gewinnen; Sulla und Caesar stehen als römische Tyrannen da. Ruhm folgt aus Wohltaten, Verlässlichkeit und bewunderter Tugend, Großzügigkeit soll nicht nach Habsucht aussehen, Wohltätigkeit gilt dem Gemeinwesen, nicht nur wenigen. Im dritten Buch, wo Panaitios abbricht, holt Cicero Poseidonios nach: niemandem, der am Recht des Gemeinwesens teilhat, darf man schaden, um sich Vorteil zu sichern; begabte Menschen sollen sich nicht in die Ruhe stehlen. Ausnahmen sind hart: den Tyrannen darf man töten. Beispiele aus Handel, Testament und Krieg zeigen verdecktes Unrecht, das formal rechtens scheint und dennoch schändlich ist.
Unsicher wird das Werk, wo der ausgeschlossene Konsular dem Sohn die Pflichten des öffentlichen Lebens predigt, das ihm selbst versperrt ist. Cicero vergleicht seine Muße mit der des Scipio, der sie freiwillig suchte; die seine ist erzwungen. Die Fülle der Beispiele macht die Schrift lebendig und parteiisch: Caesar bleibt der Tyrann, das Gemeinwohl römisch gedacht, die Menschheit als Naturtrieb genannt und doch vom Bürger her entfaltet. Gegner haben den Eklektizismus, Freunde die Brauchbarkeit gerühmt. Der Ton ist der eines Vaters und Redners, nicht der eines Schulhauptes. Neben De re publica ist dies Ciceros Vermächtnis in Prosa: was der Staat vom Bürger verlangt, wenn die Republik schon kippt.
Einordnung
De officiis hat die europäische Pflichtethik bis in die frühe Neuzeit mitgetragen, von den Kirchenvätern über die Humanisten bis zu Kant, der den Pflichtbegriff anders, aus dem Gesetz der Vernunft, gründet. Es steht neben der Nikomachischen Ethik des Aristoteles als lateinisches Handbuch des sittlichen Alltags, näher am Amt als an der Glückseligkeit. Niccolò Machiavellis Der Fürst trennt Nutzen und Tugend wieder, gegen Ciceros Behauptung, sie fielen zusammen. Die Schrift ist kein Dialog wie viele andere ciceronische Werke, sondern Anrede, und gerade darum schulisch geworden.
Geblieben ist die Prüfung, ob ein Vorteil ehrenhaft sein kann, und der Satz, dass Unrecht auch dann nicht nützt, wenn das Gesetz es deckt. Die Reclamausgabe macht den lateinischen Lehrton wieder hörbar. Amt, Anstand und der Konflikt von Vorteil und Schande sind seither an diesen Brief an Marcus gebunden. Cicero hat die Pflicht ins Latein der Republik geschrieben, nicht ins Gesetz der reinen Vernunft.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Pflicht (wichtig) · Tugend (wichtig)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
