Der Baron auf den Bäumen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Baron auf den Bäumen |
| Autor(en): | Italo Calvino |
| Originaltitel: | Il barone rampante |
| Originalsprache: | italienisch |
| Erstveröffentlichung: | 1957 |
| Schlagwörter: | Bäume, Freiheit, Ligurien, Aufklärung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 288 Seiten |
| ISBN: | 9783596904419 |
| Verweise | |
Der Baron auf den Bäumen ist der 1957 bei Einaudi erschienene Roman von Italo Calvino, im Original Il barone rampante, auf Deutsch 1960 in der Übersetzung von Oswalt von Nostitz. Am 15. Juni 1767 steigt der zwölfjährige Cosimo Piovasco di Rondò aus Ekel vor den Schnecken der Schwester auf eine Steineiche und betritt den Boden nicht wieder. Zusammen mit Der geteilte Visconte und Der Ritter, den es nicht gab bildet das Buch die Trilogie »Unsere Vorfahren«. Calvino hat das Märchen, die Aufklärung und die Geschichte Liguriens ineinandergezogen. Es ist neben Wenn ein Reisender in einer Winternacht sein meistgelesenes Werk: ein Aussteigerroman, der den Ausstieg nicht als Flucht in die Wildnis erzählt, sondern als Leben über den Köpfen der anderen.
Inhalt
Der jüngere Bruder Biagio erzählt. Die Familie Piovasco di Rondò herrscht über das dicht bewaldete Ombrosa an der ligurischen Küste, ein kleiner Adel mit großen Allüren. Beim Mittagessen verweigert Cosimo das Schneckengericht der Schwester Battista; der Vater poltert, der Sohn geht, klettert und bleibt. Die Kronen hängen so ineinander, dass er von Baum zu Baum das ganze Gelände erreichen kann, ohne abzusteigen. Die Familie hält den Aufenthalt für eine Laune und versucht Gewalt; Cosimo richtet sich ein: Mütze aus Wildkatzenfell statt Dreispitz, Wasserleitung, Feuerstellen, eine Bibliothek in den Ästen. Er sieht Hochzeit und Begräbnis von oben, spricht mit Bauern und Pächtern, bleibt Baron und wird Nachbar derer, die den Boden bearbeiten.
Er kämpft mit Obstdieben und Jesuiten, befreundet sich mit dem Räuber Gian dei Brughi, dem er vorliest, bis die Bücher den Mann verderben und retten zugleich. Verbannte spanische Adelige leben eine Zeitlang ebenfalls in den Bäumen; der exzentrische Onkel Enea Silvio Carrega treibt krumme Geschäfte mit algerischen Seeräubern und kommt dabei um. Cosimo liest Voltaire, korrespondiert mit Philosophen, nähert sich den Freimaurern, schreibt den Entwurf einer Verfassung für ein republikanisches Gemeinwesen, das in den Bäumen existieren könnte. In den Koalitionskriegen kämpft er gegen österreichische Truppen; Napoleon Bonaparte, der von ihm gehört hat, sucht den Baron in der Krone auf. Die Liebe zu der schönen, launischen Viola bricht immer wieder ab, weil sie ihn will und das Leben auf den Ästen nicht teilen mag. Andere Frauen kommen und gehen unter den Bäumen.
Als Cosimo alt und schwach ist, greift er das Seil einer vorbeiziehenden Montgolfière. Den Leichnam findet man nicht; offenbar ist er über dem Meer vom Ballon gegangen, ohne den Boden noch einmal zu berühren. Biagio schließt damit, dass das alte Ombrosa verschwunden sei und die Wälder gerodet. Der Erzähler hat den Bruder oben gelassen und unten die Welt verloren, die den Aufenthalt in den Kronen erst möglich machte. Calvino gibt Cosimo keine Reue. Der Entschluss von 1767 bleibt, bis der Tod ihn abholt, ohne ihn landen zu lassen. Der Baron ist Affe und Aufklärer, Außenseiter und Amtsperson, der von oben gerechter sein will als die, die unten bleiben.
Einordnung
Calvino trat 1957 aus der Kommunistischen Partei aus; die Geschichte eines, der dabeibleibt, indem er sich entfernt, trägt auch diese Biographie. Der Roman gilt als philosophisches Märchen in der Nachfolge von Voltaires Candide: Geschichte als Gerüst für Einfälle, nicht als Lehrbuch. Peter Burri schrieb in der Zeit, Calvino tändele mit Geschichte, um Geschichten zu versprühen, und hänge den Untergang einer ländlichen Dynastie an einen radikalen Aussteiger, der sich in Luft auflöse. Die Kinderbuchfassung von 1961 strich das Erotische und das Altern; auf Deutsch illustrierte Rotraut Susanne Berner sie später. Das Buch steht in Leselisten für Jugendliche und trägt Erwachsene, die den Witz der Aufklärung suchen.
Wer nach Calvino über Freiheit als Abstand spricht, spricht hinter Cosimo; wer den Band für eine hübsche Baumgeschichte hält, hat die Verfassung in den Ästen, Napoleon und den gerodeten Wald nicht gelesen. Fischer hält die Übersetzung im Taschenbuch. Ombrosa gibt es nicht auf der Karte, die Rodung schon: Der Boden, den Cosimo nie wieder betrat, ist am Ende kahl. Genau dieses Bild hält den Roman fest, der sonst zu entwischen droht wie der Ballon. Die Vorfahren, von denen die Trilogie spricht, sind nicht nur Adelige. Sie sind die, die eine Haltung erfunden haben und sie bis in den Himmel durchgehalten haben.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
