Der Jüngling
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Jüngling |
| Autor(en): | Fjodor Dostojewski |
| Originaltitel: | Подросток |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1875 |
| Schlagwörter: | Petersburg, Vater, Idee, Jugend |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 778 Seiten |
| ISBN: | 9783423124096 |
| Verweise | |
Der Jüngling ist der 1875 erschienene Roman von Fjodor Dostojewski, im Russischen Podrostok, auch als Ein grüner Junge übersetzt, der fünfte der großen Romane zwischen Schuld und Sühne und Die Brüder Karamasow und der am wenigsten gelesene. Er erschien zuerst in der Zeitschrift Oteschestwennyje Sapiski. Dostojewski erzählt aus der Ich-Form eines Einundzwanzigjährigen, der eine Idee hat – reich zu werden wie Rothschild – und einen Vater, den er nicht lassen kann. Petersburg ist wieder der Schauplatz, aber nicht der Beilmord, sondern die Familie als Rätsel. Swetlana Geier hat später Ein grüner Junge vorgelegt; die geläufige deutsche Titeltradition bleibt Der Jüngling.
Inhalt
Arkadi Makarowitsch Dolgoruki ist der uneheliche Sohn des Gutsbesitzers Andrei Petrowitsch Wersilow und der ehemaligen Leibeigenen Sofja, die später den rechtschaffenen Makar Iwanowitsch Dolgoruki geheiratet hat, dessen Namen der Junge trägt, ohne ihn zu sein. Arkadi wächst in Pensionen auf, gesondert von den ehelichen Kindern Wersilows, Anna und Lisa, und kommt nach Petersburg mit der schriftlichen Absicht, seine Idee auszuführen: sparen, spekulieren, unabhängig werden, niemandem etwas schulden, vor allem dem Vater nicht. Die Idee ist kalt und knabenhaft; sie zerfällt, sobald er Wersilow begegnet, einen Mann von Geist, Schulden, Widersprüchen, den der Sohn hasst und nachahmt. In der Stadt kreuzt Arkadi Spieler, Wucherer, den Franzosen Lambert, einen Mitschüler von einst, der Drohbriefe und Erpressung kennt, und die Fürstin Katerina Nikolajewna Achmakowa, um die sich Wersilow und andere drehen.
Arkadi gerät in Häuser, die er nicht versteht: den alten Fürsten Sokolski, dessen Verstand schwankt; die Kraft, einen Nihilisten, der sich erschießt, weil statistisch kein Sinn bleibt; die Dokumente, Briefe und Kompromisse, mit denen man in Petersburg Macht über Frauen und Väter gewinnt. Er will Wersilow entlarven und entdeckt, dass der Vater ihn sucht, beschämt, liebt, in Szenen, die zwischen Zärtlichkeit und Skandal kippen. Die Ich-Stimme ist eitel, verletzt, genau und unsicher zugleich; Arkadi schreibt, um sich zu ordnen, und gerät tiefer in das Netz. Lambert will die Fürstin mit einem Brief erpressen; Arkadi schwankt zwischen Teilnahme, Ehrgeiz und dem Wunsch, der Reinere zu sein. Makar Iwanowitsch, der rechtliche Vater, erscheint als Wanderer und Frommer und stirbt; seine Ruhe steht gegen Wersilows zerrissene Intelligenz.
Gegen Ende häufen sich die Zusammenstöße: Wersilow, zwischen der Mutter Sofja und der Fürstin, zerschlägt eine Ikone, verwundet sich, überlebt. Arkadi wird krank, fiebert, schreibt weiter. Die Idee vom Geld ist widerlegt, nicht durch eine Predigt, sondern weil der Sohn gemerkt hat, dass Unabhängigkeit von diesem Vater keine Kasse füllt. Der Schluss sammelt die Überlebenden, ohne ein Haus zu stiften. Dostojewski hat den Roman als Beichte eines Werdenden angelegt, nicht als Lehrstück; Arkadi bleibt jünglingshaft, auch wo er urteilt. Petersburg liefert die Zimmer, die Schulden, die Gerüchte; die eigentliche Handlung ist das Schwanken zwischen Idee und Blut.
Einordnung
Unter den fünf großen Romanen ist Der Jüngling der experimentellste: Die Ich-Form eines Unreifen, die Fülle der Intrigen, die absichtlich unfertige Komposition. Zeitgenossen fanden ihn unordentlich neben Die Dämonen und dem späteren Karamasow-Buch; genau diese Unordnung ist das Thema, ein Bewusstsein, das sich erzählend erst herstellt. Die Rothschild-Idee parodiert den Willen zur Macht, ohne Raskolnikows Beil; der Vatermord bleibt hier seelisch. Wer Dostojewski nur als Metaphysiker der Schuld liest, trifft in Arkadi den Prosaisten der Kränkung, der Modernere, näher an der Jugend, die rechnet und doch dem Vater nachläuft.
Geiers Titel Ein grüner Junge holt die Rohheit des Wortes podrostok zurück; die älteren Übersetzungen (Rahsin, Röhl, Gras-Racić) haben den Jüngling bürgerlicher gemacht. Verfilmungen sind selten, der Roman sperrt sich gegen Kürzung. In der Nachbarschaft der russischen Väterbücher steht er zwischen Turgenjews Söhnen und den Karamasows, ohne deren Gericht. Das dtv-Taschenbuch hält den eingebürgerten Titel; wer Geier liest, liest denselben Bogen in einer anderen deutschen Härte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
