Der Koran
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Koran |
| Autor(en): | |
| Originaltitel: | القرآن |
| Originalsprache: | arabisch |
| Erstveröffentlichung: | um 650 |
| Schlagwörter: | Offenbarung, Gemeinde, Gesetz, Gericht |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 676 Seiten |
| ISBN: | 9783150142639 |
| Verweise | |
Der Koran ist die heilige Schrift des Islam: nach dem Glauben der Gemeinde das Wort Gottes, dem Propheten Muhammad in arabischer Sprache eingegeben, von Hörern bewahrt, unter dem Kalifen Uthman in einer maßgeblichen Textgestalt gesammelt. Er ist kein Roman und keine Biographie des Propheten. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Max Henning mit der Einleitung Annemarie Schimmels.
Inhalt
Der Text versteht sich als Rezitation, nicht als Buch, das ein Verfasser plant. Die Überlieferung unterscheidet mekkanische und medinensische Zeit: zuerst die Mahnung an eine Stadt, die den einen Gott nicht annehmen will; später die Ordnung einer Gemeinde, die in Medina Recht, Abgabe, Kampf und Vertrag braucht. Muhammad empfängt, spricht, die Hörer lernen auswendig; Schreiben auf Knochen, Leder und Palmbast begleitet die Stimme, ersetzt sie nicht. Nach seinem Tod 632 drohte der Verlust der Zeugen; die Sammlung unter Abu Bakr und die Vereinheitlichung unter Uthman – um die Mitte des siebten Jahrhunderts – machen aus der Rezitation ein Buch mit fester Reihenfolge. Die Gemeinde liest diesen Vorgang als Bewahrung des Offenbarten; die historisch-kritische Forschung liest Redaktion, Varianten und die Frage, wie früh der Konsonantentext festlag.
Hundertvierzehn Suren stehen nicht in der Folge der Eingebung, sondern ungefähr nach der Länge, die erste, die Eröffnende, ausgenommen. Jede Sure außer einer beginnt mit der Basmala, der Anrufung des barmherzigen Gottes. Kurze mekkanische Suren sind dicht, reimend, voll Schwüre bei Gestirn, Morgen und Feigenbaum; längere medinensische führen Rechtssätze, Auseinandersetzungen mit Gegnern, Erinnerungen an frühere Boten. Der Koran spricht den Hörer an, wechselt die Person, wiederholt, beschwört. Er erzählt nicht fortlaufend das Leben eines Helden: Adam, Noah, Abraham, Mose, Jesus erscheinen als Warnungen und Zeichen, oft in einem Zug, der die Gegenwart der Gemeinde trifft. Maria hat eine eigene Sure; die Kreuzigung Jesu wird anders erzählt als in den Evangelien. Wer eine Chronik sucht, sucht ein anderes Buch. Wer den Text als Spruchsammlung ohne Bau nimmt, unterschlägt die innere Wiederkehr von Schöpfung, Gericht und Barmherzigkeit.
Drei Felder durchdringen einander, ohne ein Lehrbuch zu werden. Das Recht ordnet Ehe, Erbe, Vertrag, Strafe, den Streit um Zins und den Unterhalt der Schwachen; es bleibt an Offenbarung gebunden, nicht an eine von ihr gelöste Satzung. Die Erzählung stellt die früheren Völker, die ihre Boten verwarfen, neben die Zeitgenossen, die Muhammad hören oder verspotten; sie mahnt, sie unterhält nicht. Die Eschatologie – Auferstehung, Waage, Paradies und Feuer – gibt dem Handeln Gewicht: Nichts bleibt folgenlos, und die Barmherzigkeit Gottes steht im selben Atem wie das Gericht. Gebet, Fasten, Almosen, die Wallfahrt treten als Pflichten der Gemeinde auf, nicht als Schmuck des Einzelnen. Der Koran verlangt, dass man ihn auf Arabisch als Gotteswort nimmt; Übersetzungen sind Hilfe, nicht Ersatz. Gegen die fromme Lehre, jeder Buchstabe sei ungeschaffen und ewig, hat die islamische Theologie selbst gestritten; gegen beide steht die neuere Philologie, die den Text als Zeugnis des siebten Jahrhunderts in einer spätantiken Welt liest.
Einordnung
Kein Buch hat die arabische Sprache und die religiöse Ordnung so vieler Gesellschaften so lange gebunden. Der Koran ist Maß des Rechts, der Liturgie und der Dichtung, nicht eine Quelle unter anderen. Die historisch-kritische Islamwissenschaft – von der europäischen Philologie des neunzehnten Jahrhunderts bis zu den Debatten um Handschriften, Koranforschung und die Entstehung im Umfeld von Spätantike und biblischer Überlieferung – behandelt ihn als Text mit Geschichte, Varianten und Redaktion. Das ist die Gegenposition zur Lehre der ungeschaffenen Rede, nicht deren Widerlegung im Glauben der Gemeinde. Wer den Koran als Romanhandlung liest, verfehlt ihn; wer ihn nur als politisches Handbuch nimmt, verfehlt Gebet und Gericht. Neben der hebräischen Bibel und dem Neuen Testament steht er als dritte Schrift einer Offenbarungsfamilie, die sich auf Abraham beruft und die anderen Schriften anders erzählt. Die Reclam-Ausgabe macht ihn auf Deutsch lesbar; sie ersetzt nicht die Rezitation.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
