Der Palmweintrinker
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Palmweintrinker |
| Autor(en): | Amos Tutuola |
| Originaltitel: | The Palm-Wine Drinkard |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1952 |
| Schlagwörter: | Yoruba, Totenstadt, Palmwein, Suche |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 144 Seiten |
| ISBN: | 9783518378452 |
| Verweise | |
Der Palmweintrinker ist der 1952 in London erschienene erste Roman von Amos Tutuola, auf Englisch geschrieben von einem Yoruba, der die Schule früh verlassen hatte. Ein Mann, der dreihundertsechsundsechzig Kelche Palmwein am Tag trinkt, verliert seinen Zapfer durch einen Unfall und folgt ihm in die Totenstadt, durch Wälder, Fallen und Wesen, die halbe Körper haben. Das Englisch ist nicht das der Missionsschule, sondern das eines Erzählers, der die mündliche Geschichte in die Schrift zwingt, ohne sie zu glätten. Die deutsche Übersetzung erschien bei Suhrkamp. Dylan Thomas hat das Buch gerühmt; nigerianische Gebildete haben es lange als Schande der Grammatik gelesen. Beide Reaktionen verfehlen die Genauigkeit der Suche.
Inhalt
Der namenlose Trinker – Sohn eines reichen Mannes, selbst nichts als Durst – hält sich einen Zapfer, der vom Baum stürzt und stirbt. Ohne Palmwein ist das Leben nicht das seine. Er macht sich auf, den Toten im »Deads' Town« zu finden, und gerät in eine Folge von Prüfungen, die das Märchen kennt und die Tutuola nicht als Lehre, sondern als Station erzählt. Er heiratet eine Frau, die er aus der Gewalt eines Wesens befreit, das den schönen vollständigen Körper als Falle benutzt. Ein Kind wird geboren, das sich als Terror erweist, alles verschlingt, den Haushalt sprengt; die Eltern müssen es loswerden. Der Trinker trägt einen Zauberkalabasse und einen Riemen, die Hunger und Gehorsam bewirken. Die Logik ist die des Orisha-Stoffes: Metamorphose, Pakt, List.
In der Totenstadt finden sie den Zapfer. Die Toten gehen rückwärts, reden anders, lassen die Lebenden nicht bleiben. Der Zapfer darf nicht dauerhaft zurück; was zurückkommt, ist ein Ei, das Palmwein spendet, bis die Gier der Nachbarn es zerbricht. Hunger und Flut folgen, der Trinker muss die Welt wieder in Ordnung bringen, so weit ein Trinker das kann. Tutuola zählt Jahre der Wanderschaft, als wären sie Rechnungsbücher: so viele Monde im Busch, so viele im Bauch eines Wesens. Das Komische und das Grausame liegen beieinander, ohne dass eines das andere entschuldigt.
Das Buch endet nicht mit der europäischen Läuterung. Der Trinker bleibt, wer er war, nur reicher an Wegen. Die Totenstadt ist keine Moral, sondern ein Ort. Wer das Englisch als Fehler liest, merkt nicht, wie genau die Wiederholung, die Zahl und die Formel die mündliche Gattung halten. Wer nur das Folklorebuch sucht, unterschlägt, dass 1952 ein Nigerianer in London gedruckt wurde, bevor die Universität Ibadan ihren Kanon festzog. Der Palmwein ist der Anlass; die Reise ist das Werk.
Einordnung
Tutuola steht am Anfang der englischsprachigen Literatur Nigerias und quer zu ihr. Wole Soyinka und die Makerere-Generation schrieben gegen und nach ihm, oft mit der Sorge, der Westen nehme den »naiven« Erzähler für Afrika. Das Buch bleibt hartnäckig: kürzer, wilder, weniger schulisch als die späteren Romane der Nation. Es hat die Yoruba-Erzählung in die Weltliteratur gebracht, ohne sie ins Ethnographische zu sperren. Wer nach Tutuola über mündliches Erzählen und Schrift spricht, spricht hinter diesem schmalen Band. Wer ihn nur als Kuriosum der Grammatik führt, hat die Totenstadt nicht betreten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
