Der Pragmatismus
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Pragmatismus |
| Autor(en): | William James |
| Originaltitel: | Pragmatism. A New Name for Some Old Ways of Thinking |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1907 |
| Schlagwörter: | Wahrheit, Nutzen, Methode, Glaube |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | Philosophische Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 186 Seiten |
| ISBN: | 9783787316991 |
| Verweise | |
Der Pragmatismus. Ein neuer Name für einige alte Denkweisen (englisch Pragmatism) ist das 1907 aus Vorlesungen in Boston und New York hervorgegangene Buch von William James, mit dem der amerikanische Pragmatismus öffentlich wurde. James nimmt einen Gedanken Charles Sanders Peirce’ auf und wendet ihn ins Weite: Die Bedeutung einer Vorstellung liegt in den praktischen Folgen, die sie machen kann; Wahrheit ist das, was sich im Leben bewährt, nicht ein Abbild hinter den Dingen. Das Buch ist die lesbare Gründung, gegen die später sowohl die strenge Wissenschaftslehre als auch der Relativismusvorwurf gezielt haben.
Inhalt
James stellt den Pragmatismus zuerst als Methode vor, nicht als Weltanschauung. Wo Streitigkeiten unentscheidbar scheinen – ob die Welt eins oder vieles, stofflich oder geistig sei –, fragt er, welcher Unterschied im Verhalten herauskäme, wenn die eine oder die andere These stimmte. Bleibt keiner, war der Streit leer. Die Methode soll Metaphysik nicht abschaffen, sondern sie an das Leben zurückbinden, das sie erklärt. James nennt das eine alte Denkweise, weil er sie bei Sokrates, Aristoteles, Locke und Mill schon am Werk sieht; neu ist der Name und die Entschlossenheit, mit der er sie gegen den Absolutismus des deutschen Idealismus und gegen den leeren Materialismus setzt.
Wahrheit wird vom Abbild zur Bewährung. Eine Vorstellung ist wahr, sofern sie uns mit der Erfahrung zusammenschließt, Erwartungen erfüllt, ins Handeln passt, ohne dass andere Wahrheiten darüber zerbrechen. James spricht von Bargeldwert der Ideen, von Kredit, den sie aufnehmen, solange sie sich einlösen lassen. Das ist keine Lüge um des Nutzens willen: Was sich dauernd nicht einlösen lässt, fällt. Religiöse Vorstellungen prüft er an derselben Stelle, an der er in der Vielfalt religiöser Erfahrung die Früchte gemessen hatte. Der Pluralismus folgt: Die Welt ist nicht fertig; sie wächst mit den Handlungen, die in ihr wahr machen, was vorher nur möglich war. Gegen den Blockuniversum-Monismus setzt er die offene Welt.
Das Buch bleibt mündlich, anekdotisch, oft gegen die eigene Neigung zum System. James weiß, dass Peirce den Pragmatismus enger an die wissenschaftliche Klarheit binden wollte, und nimmt die Differenz in Kauf. Er schreibt für ein Publikum, das Philosophie als Lebensfrage kennt, nicht als Fach. Deshalb die Beispiele aus Medizin, Moral, Glaube, die den Seminarphilosophen bis heute reizen. Wer nur den Satz vom Nutzen nimmt, unterschlägt die Prüfung; wer nur die Prüfung nimmt, unterschlägt, dass James den Willen zum Glauben nicht als Ausnahme, sondern als Fall derselben Methode behandelt. Die Vorlesung ist das Argument.
Einordnung
Mit diesem Band ist der Pragmatismus aus dem Kreis um Peirce in die Öffentlichkeit getreten. John Dewey hat die Methode in die Demokratie und in die Schule geführt, Richard Rorty sie später von der Erkenntnistheorie gelöst. Die europäische Philosophie hat James oft für zu literarisch, zu religiös, zu amerikanisch gehalten; der Wiener Kreis hat den Pragmatismus als Verwandten und als Gefahr gelesen, weil Bewährung an die Stelle der Abbildung tritt. Neben Peirce’ Klarheit und Deweys Erziehung steht James als der, der Wahrheit so an das Leben band, dass sie angreifbar und brauchbar blieb. Wer nach 1907 über amerikanische Philosophie spricht, ohne dieses Buch, spricht von einer Schule ohne Stimme.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
