Der Sprachinstinkt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Sprachinstinkt |
| Autor(en): | Steven Pinker |
| Originaltitel: | The Language Instinct |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1994 |
| Schlagwörter: | Spracherwerb, Universalgrammatik, Evolution, Geist |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Sprachwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Knaur
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| Umfang dieser Ausgabe: | 560 Seiten |
| ISBN: | 9783426773631 |
| Verweise | |
Der Sprachinstinkt (englisch The Language Instinct) ist die 1994 erschienene Darstellung von Steven Pinker. Pinker macht Noam Chomskys Vermögen zur biologischen These: Sprache ist ein Instinkt, kein Kulturspiel, kein bloßes Unterrichtsziel und keine beliebige Erfindung der Gesellschaft.
Inhalt
Pinker führt durch den Erwerb, durch die bezeichnenden Fehler der Kinder, durch Gebärdensprachen, die neu entstehen, durch die Aphasie und durch die Evolution. Überall dasselbe Muster: Die Umgebung liefert Laute und Gesten, das Kind bringt Erwartungen mit, und die Grammatik kommt schnell und gleichförmig an, ohne dass jemand sie als Lehrplan auslegt. Wer das Kind für eine unbeschriebene Tafel hält, erklärt nicht, warum aus lückenhaftem, oft fehlerhaftem Gehörtem ein System wird, das der Erwachsene selbst nicht aufsagen kann. Pidginsprachen, die Erwachsene notdürftig mischen, werden in der nächsten Generation zu Kreolsprachen mit fester Grammatik; das soll zeigen, dass das Vermögen nach Struktur verlangt, wo die Umgebung sie verweigert. Gebärdensprachen entstehen unter tauben Kindern, auch wo niemand sie ihnen vormacht, und folgen denselben Zwängen der Verschachtelung. Pinker nimmt Charles Darwin ernst und Chomsky als den Linguisten, der den Instinkt benannt hat, ohne ihn immer biologisch zu nennen.
Das Buch ist lang, anekdotenreich und gegen den Relativismus geschrieben, der aus Benjamin Lee Whorf die Behauptung machte, jede Sprache baue eine eigene Welt, aus der man nicht hinausdenke. Pinker hält dagegen: Sprachen unterscheiden Wörter und Gewohnheiten, nicht die Möglichkeit, denselben Gedanken zu fassen. Hinter den Einzelsprachen sitzt Mentalesisch, die Sprache des Denkens, in der Begriffe gerechnet werden, bevor sie in Laut oder Gebärde treten. Die englische Vergangenheit mit ihren regelmäßigen und unregelmäßigen Formen dient ihm als Beispiel, dass Regel und Gedächtnis zusammenarbeiten, statt dass alles nur Nachahmung oder alles nur Ableitung wäre. Aphasie und die Trennung von Intelligenz und Grammatik sollen zeigen, dass Sprache ein eigenes Organ im Geist ist, kein allgemeines Lernvermögen, das zufällig auf Worte fällt. Die Pointe ist evolutionär: Was so früh, so gleichförmig und so störanfällig an eigenen Stellen des Gehirns erscheint, ist Angepasstheit, nicht Brauch.
Der Ton ist feuilletonfähig, siegesgewiss und in der amerikanischen Aufklärung zu Hause: Pinker erzählt, witzelt, häuft Fälle und lässt den Gegner als Aberglauben erscheinen. Genau das hat Millionen erreicht und das Seminar gespalten. Eine Forschungsmonographie mit vorsichtigem Zweifel findet man hier nicht; man findet einen Rundgang, der eine starke These durch alle Stockwerke der Sprachwissenschaft trägt. Die Stärke ist die Klarheit, mit der Beliebigkeit als schlechtere Erklärung vorgeführt wird. Die Schwäche ist dieselbe Siegesgewissheit, die Einwände der Gebrauchs- und Kooperationsforschung oft als Rückfall in die unbeschriebene Tafel abtut. Pinker popularisiert Chomsky, indem er ihn an Darwin bindet, und überholt ihn, indem er den Geist in eigene Vermögen teilt und die Evolution als Autor einsetzt.
Einordnung
1994 ist das wirkungsvollste linguistische Sachbuch der letzten Jahrzehnte geworden, die Adresse, an der die öffentliche Rede vom Spracherwerb seither oft ansetzt. Michael Tomasello hat den Erwerb später vom gemeinsamen Handeln und vom Zeigen her erklärt und damit den Instinkt als Anfang bestritten. Daniel Everett hat die Universalgrammatik an den Pirahã geprüft und behauptet, die Verschachtelung sei keine Notwendigkeit. Guy Deutscher hat die schwache Form der Relativität gerettet, die Pinker mit der starken verwarf. Die Kritik am Instinkt – zu wenig Kultur, zu viel Organ, zu rasche Analogie zu Charles Darwins Abstammungslehre – ist das Fachgespräch nach Pinker, nicht sein Verschwinden. Geblieben ist die Zumutung, Sprache als biologische Tatsache zu denken, und ein Buch, das diese Zumutung so erzählt hat, dass sie das Feuilleton erreichte, ohne den Satzbaum zur Voraussetzung zu machen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
