Der Tod und das Pferd des Königs

Wole Soyinka · 1975 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der Tod und das Pferd des Königs
Autor(en): Wole Soyinka
Originaltitel: Death and the King's Horseman
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1975
Schlagwörter: Yoruba, Kolonialamt, Pflicht, Opfer
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 96 Seiten
ISBN: 9783518370128
Verweise


Der Tod und das Pferd des Königs ist das 1975 erschienene Drama von Wole Soyinka über die verweigerte Totenfolge in Oyo. Wenn der König stirbt, muss Elesin, sein Reiter, ihm nachgehen; der britische Distriktsbeamte Pilkings unterbindet den Tod als Barbarenbrauch und stürzt damit die Ordnung, die er zu retten meint. Soyinka hat den Stoff aus einem historischen Vorfall von 1946 gezogen und ausdrücklich gewarnt, das Stück nicht als bloßen Zusammenstoß der Kulturen zu spielen: Der Kern sei die unterbrochene kosmische Pflicht. Die deutsche Übersetzung erschien bei Suhrkamp. Soyinka, Yoruba, Nobelpreis 1986, schreibt hier in einem Englisch, das Gesang, Sprichwort und Kolonialverwaltung in einem Atem hält.

Inhalt

Elesin Oba tanzt sich in den Tod. Der Markt von Oyo umgibt ihn, die Frauen, der Preisgesang, eine letzte Braut, die er noch nimmt, weil der Übergang Fülle verlangt, nicht Askese. Der Sohn Olunde ist in England, um Medizin zu studieren; der Vater bleibt die Figur, an der die Welt hängt. Jane und Simon Pilkings, verkleidet für einen Maskenball im Stil der egungun, erfahren von dem geplanten Sterben und lassen Elesin festnehmen. Für sie ist Selbsttötung ein Verbrechen und ein Skandal vor dem Besuch des Prinzen. Für den Chor der Frauen ist die Festnahme die eigentliche Blasphemie: Der Tote König bleibt ohne Begleitung, die Welt gerät aus dem Takt.

Olunde kehrt zurück, hat in Europa den Krieg gesehen und versteht die Pflicht des Vaters besser als die Briten, die ihn gebildet haben. Er spricht mit Jane, kühl, genau, ohne Exotik. Elesin erwacht in der Zelle, beschämt, lebendig, seiner Aufgabe beraubt. Die Gemeinde wendet sich ab. Soyinka gibt dem Kolonialbeamten nicht die Rolle des reinen Schurken; Pilkings ist pflichtbewusst, ängstlich, in seiner Logik geschlossen. Gerade deshalb zerstört er, was er nicht sieht. Die Hilfe, die er leistet, ist die Hilfe des Amts: Leben bewahren, Ritual stoppen, Bericht schreiben.

Das Ende kehrt die Rettung um. Olunde geht den Weg, den der Vater nicht gegangen ist, und wird tot aufgefunden. Elesin erdrosselt sich in der Zelle, zu spät, mit der Kette, ein Tod ohne Würde der Folge. Die Braut bleibt, die Frauen klagen, Pilkings begreift nicht, was er angerichtet hat. Das Pferd des Königs ist der Mensch, der reiten und sterben muss; ohne ihn stolpert das Reich der Toten. Soyinka schließt nicht mit einer Versöhnung der Systeme. Er schließt mit zwei Leichen und einem Beamten, der noch immer glaubt, das Schlimmste verhindert zu haben.

Einordnung

Das Stück hat Soyinka auf die Bühnen der Welt gebracht und oft genau so verfehlt, wie die Warnung es vorhersah: als Lehrstück über kulturelle Einmischung. Es ist härter. Die Yoruba-Pflicht ist nicht Folklore, die der Europäer respektieren soll, sondern eine kosmische Ökonomie, in der das Leben des Einzelnen nicht das höchste Gut ist. Wer nur die Kolonialkritik sucht, hat Elesins Eitelkeit nicht gesehen, die den Tod hinauszögert, bevor die Briten ihn verhindern. Wer nur das Ritual rühmt, unterschlägt Olunde, der aus England kommt und stirbt. Neben den europäischen Trauerspielen der Pflicht steht dieses Drama als das westafrikanische, in dem die Störung von außen die schon brüchige Folge vollends zerbricht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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