Der Wille zur Macht
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Wille zur Macht |
| Autor(en): | Friedrich Nietzsche |
| Herausgeber: | Elisabeth Förster-Nietzsche |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1906 |
| Schlagwörter: | Nihilismus, Macht, Umwertung, Nachlass |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kröner
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 752 Seiten |
| ISBN: | 9783520078131 |
| Verweise | |
Der Wille zur Macht ist der Titel, unter dem seit 1901 Kompilationen aus dem Nachlass von Friedrich Nietzsche erschienen sind. Im deutschen Sprachraum meint man meist die Ausgabe von 1906, die Elisabeth Förster-Nietzsche und Heinrich Köselitz, genannt Peter Gast, aus Aufzeichnungen der achtziger Jahre zusammenstellten und als systematisches Hauptwerk ausgaben. Nietzsche hat ein Werk dieses Namens zeitweise geplant und in Jenseits von Gut und Böse und der Genealogie der Moral angekündigt; geschrieben hat er es nicht. Die Kröner-Ausgabe bewahrt die Anordnung des Archivs als historisches Dokument und gilt in der Forschung gleichwohl als verfälschend.
Inhalt
Das Buch, das unter diesem Titel gelesen wurde, ist gegen zwei Dinge gerichtet: gegen die christliche Moral und gegen die Vorstellung, Nietzsches Spätwerk sei nur Aphorismus ohne Bau. Die Kompilatoren ordneten 1067 angebliche Aphorismen in vier Bücher: der europäische Nihilismus, Kritik der bisherigen höchsten Werte, Prinzip einer neuen Wertsetzung, Zucht und Züchtung. Der Wille zur Macht erscheint darin als inneres Prinzip alles Geschehens, als Ergänzung des Kraftbegriffs, als Umwertung, die den Nihilismus nicht beklagt, sondern zu Ende denkt. Was Nietzsche in Heften notierte, oft als Exzerpt, Frage oder Plan, steht hier als abgeschlossener Satz. Die Überschrift „Rekapitulation“, die Martin Heidegger als Summe der Metaphysik las, stammt von Köselitz.
Nietzsche selbst hatte nach dem Zarathustra ein systematisches Werk erwogen, war unzufrieden, schrieb die Götzen-Dämmerung aus dem Reingeschriebenen und machte den Antichrist zur ganzen Umwertung. Die Nachlassmappen enthalten Pläne, Widersprüche, Tolstoi-Auszüge, deren Quelle das Archiv verschwieg, und eine von Nietzsche selbst nummerierte Auswahl, der die Herausgeber in mehr als hundert Fällen nicht folgten. Texte wurden zerstückelt, Überschriften erfunden, Entzifferungsfehler festgeschrieben. Gilles Deleuze baute an einer Stelle auf „inneren Willen“, wo das Heft „innere Welt“ hat. Der kanonische Band von 1906 ist also weniger Nietzsches System als die Form, in der ein System verlangt und geliefert wurde.
Unsicher ist das Buch in einem doppelten Sinn. Philosophisch bleibt der Wille zur Macht ein Gedanke Nietzsches, der in verstreuten Notizen und in veröffentlichten Werken vorkommt, ohne dass die Archivordnung ihn bewiese. Philologisch ist die Kompilation unhaltbar: Mazzino Montinari und die kritische Gesamtausgabe haben gezeigt, dass kaum eine Aufzeichnung korrekt wiedergegeben wurde. Elisabeth Förster-Nietzsche ließ sich 1931 die Miturheberschaft gerichtlich bestätigen, um Tantiemen zu behalten, und behauptete, Franz Overbeck habe Manuskripte verloren; die Forschung hat das Gegenteil gesichert. Wer den Band heute auflegt, ohne Apparat, wiederholt die Legende, auch wenn er sie im Vorwort bestreitet. Der philosophische Gehalt und die editorische Fälschung sind aneinandergeklebt; man kann sie trennen, aber das Buch, das wirkte, war das geklebte.
Einordnung
Kein Nachlass des 19. Jahrhunderts hat so sehr als Hauptwerk gelebt. Heidegger las darin das Ende der abendländischen Metaphysik; Alfred Baeumler und der Nationalsozialismus nahmen Zucht und Züchtung als Lehre; Gilles Deleuze baute seine Nietzschelektüre an Stellen, die Entzifferungsfehler waren. Dagegen steht Also sprach Zarathustra als das Buch, das Nietzsche selbst veröffentlichte, und die Genealogie der Moral als die Analyse, die keinen Archivbau braucht. Karl Schlechta zerstörte die Legende, ohne einen brauchbaren Nachlass zu liefern; Colli und Montinari ersetzten das Hauptwerk durch Fragmente.
Die Kröner- und Insel-Nachdrucke halten die Nachfrage wach, die die Kritik nicht erledigt hat. Wer Nietzsche als Systemdenker der Macht will, findet hier das System; wer Nietzsche lesen will, muss den Nachlass in der kritischen Ausgabe suchen. Geblieben ist der Titel als Phantom: ein Buch, das es nicht gibt und das die Wirkung eines Buches hatte, das es gab.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
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