Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Bertolt Brecht · 1958 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Autor(en): Bertolt Brecht
Originaltitel: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1958
Schlagwörter: Chicago, Hitler, Parabel, Blumenkohltrust
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Umfang dieser Ausgabe: 176 Seiten
ISBN: 9783518104064
Verweise


Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui ist ein Parabelstück von Bertolt Brecht, 1941 im finnischen Exil geschrieben und erst 1958 in Stuttgart uraufgeführt. Chicago steht für Deutschland, ein Blumenkohltrust für den Staat, ein Bandenchef für Hitler: Die Handlung ist die Machtergreifung als Verbrecherposse im Blankvers.

Inhalt

In der Krise des Gemüsehandels sucht der Blumenkohltrust Schutz bei Stadt und Polizei. Arturo Ui, ein kleiner Erpresser mit Gefolge, bietet Schutz gegen Schutzgeld und wird, weil die ehrenwerten Händler ihn brauchen, zum Herrn des Marktes. Dogsborough, der ehrbare Politiker, nimmt Land und Geld, verliert den Rest Anstand und gibt Ui den Schein der Legalität: Hindenburg als Gemeindevorsteher. Ui übt vor einem alten Schauspieler den würdigen Gang und die große Rede; der Vers, den Shakespeare für Könige bereithielt, sitzt nun einem Mann, der Blumenkohl verkauft, indem er Händler erschießen lässt.

Neben ihm arbeiten die Vertrauten, die das Stück nicht verkleidet, sondern mit Chicago-Namen trägt: Giri mit der Hutmode der Opfer, Givola mit dem Reim und dem Messer, Roma mit der alten Kameradschaft, die Ui fallen lässt, sobald sie stört. Göring, Goebbels, Röhm – die Entsprechung ist grob und gewollt. Der Blumenkohltrust schluckt die Stadt, dann die Nachbarstadt Cicero, wo Dullfeet, der ruhige Händler, dem österreichischen Kanzler nachgebildet ist und unter Uis Schutz stirbt. Die Witwe heiratet den Mörder, weil das Geschäft die Trauer nicht trägt. Brecht zeigt keine geheimnisvolle Verführung der Massen, sondern Verträge, Angst und den Nutzen derer, die den Bandenchef finanzieren, bis sie ihm gehören.

Am Ende ist Ui Herr über Chicago und Cicero, die Händler applaudieren, die Toten sind verbucht. Ein Epilog sagt, der Aufstieg sei aufzuhalten gewesen und könne sich wiederholen, wenn der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem das kroch. Das Stück war 1941 eine Warnung, die in Hollywood niemand wollte; 1958 kam sie als Nachspiel, wenn die Parabel schon Geschichte war. Die Handlung bleibt die einer Posse, die den Ernst nicht mildert: Wer Hitler als Schicksal erzählt, hat Dogsboroughs Unterschrift nicht gelesen.

Einordnung

Brecht hat die deutsche Katastrophe nach Chicago verlegt, damit niemand sie als Tragödie der Seele missversteht, und den Blankvers dagegen gesetzt, damit die Posse nicht als Schwank durchgeht. Gegen Mutter Courage und ihre Kinder, die den Krieg als Geschäft der Kleinen zeigt, ist Ui das Stück, das das Geschäft der Großen als Krieg zeigt. Die späte Uraufführung hat dem Text die Aktualität genommen und ihm die Lehrform gelassen: aufhaltsam, nicht unabwendbar. Wer nach 1958 einen Diktator als Dämon gibt, spielt hinter Brecht; wer ihn nur als Clown gibt, hat den Blumenkohltrust nicht gesehen, der den Clown bezahlt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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