Der dritte Zwilling

Ken Follett · 1996 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Der dritte Zwilling
Autor(en): Ken Follett
Originaltitel: The Third Twin
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1996
Schlagwörter: Zwilling, Erbanlage, Labor, Verfolgung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 544 Seiten
ISBN: 9783404193257
Verweise


Der dritte Zwilling ist der 1996 erschienene Roman von Ken Follett, im Original The Third Twin, ein Gegenwartsbuch über Erbanlagen, Universitätslabore und einen Mann, der mehrfach vorkommt. Follett war mit den Kathedralen bekannt; hier schreibt er den Spannungsroman der Gentechnik, wie er in den neunziger Jahren die Blätter füllte: Klone, Militär, eine Forscherin, die ihren eigenen Versuch nicht mehr beherrscht. Deutsch bei Lübbe, übersetzt unter anderem von Till R. Lohmeyer, Lore Straßl und Wolfgang Neuhaus. Es ist kein Laborbericht, sondern eine Jagd.

Inhalt

Jeannie Ferrami, Genetikerin an einer amerikanischen Universität, sucht eineiige Zwillinge, die getrennt aufgewachsen sind, um Anlage und Umwelt zu trennen. Ein Rechner spuckt ihr Paare aus; eines davon führt zu Steve Logan, freundlich, Jurastudent, und zu einem zweiten Mann desselben Gesichts, der eine Frau vergewaltigt hat. Steve wird festgenommen; Jeannie glaubt ihm und gerät gegen die eigene Fakultät, gegen den Professor Berrington Jones, Mentor und ehemaliger Geliebter, und gegen Interessen, die nicht in der Seminararbeit stehen. Es gibt nicht zwei, es gibt mehr: Männer mit Steves Gesicht, an verschiedenen Orten, mit verschiedener Kindheit, einer davon ein Mörder, einer ein Soldat, einer der Freund.

Die Spur führt in ein älteres Programm, das Kinder mit gewünschten Anlagen erzeugen, aufteilen, beobachten sollte – Militär, Pharmazie, der Traum, Verbrechen oder Gehorsam herzustellen wie eine Linie Mäuse. Jeannie wird bedroht, ihre Mutter in einem Heim gerät ins Spiel, Daten verschwinden, Zeugen sterben oder lügen. Steve und Jeannie fliehen, vergleichen Narben und Erinnerungen, die nicht zusammenpassen und doch denselben Körper meinen. Follett wechselt die Orte schnell: Hochschulgelände, Gericht, Klinik, Straße. Der dritte Zwilling ist nicht nur eine Figur, sondern das Prinzip: Wo zwei sind, ist das Experiment schon weiter. Jeannie begreift, dass sie nicht nur Zwillinge gesucht hat, sondern ein verborgenes Zuchtbuch, und dass ihre eigene Laufbahn ein Teil davon war.

Die Entlarvung holt Jones und die Hintermänner ein, soweit ein solcher Roman das zulässt: Akten, ein Geständnis, ein letzter Zusammenstoß, der die Forscherin zur Zeugin ihrer eigenen Frage macht – was am Menschen Anlage ist und was die Nacht, in der man ihn aufgezogen hat. Steve bleibt der, den Jeannie liebt, ohne dass Gene das entscheiden. Die überzähligen Ebenbilder sind das Unheimliche, das bleibt: Nicht der eine Böse, sondern die Serie. Follett schließt mit der Rettung der Liebenden und mit der Behauptung, dass das Labor nicht das letzte Wort über einen Menschen hat, obwohl es Gesichter vervielfacht hat.

Einordnung

Neben Die Säulen der Erde und Die Brücken der Freiheit ist dies Folletts Buch ohne Mittelalter und ohne Kohle: Gegenwart, Amerika, die Angst vor dem herstellbaren Menschen. Die Wissenschaft der neunziger Jahre ist überholt, die Figur der Jagd nicht. Verglichen mit ernsteren Romanen über Fortpflanzungstechnik bleibt Follett beim Handwerk der Spannung: Kapitelenden, Verfolger, die Frau, die mehr weiß als die Polizei. Genau das hat Leser gehalten, die von Kingsbridge kamen und hier die Hochschule fanden.

Die Fernsehfassung hat den Stoff weiter vereinfacht. Literarisch steht der Roman in der Reihe der Unterhaltungen über Erbanlagen, nicht neben Coetzees Moral und nicht neben Stephensons Mathematik. Wer Follett nur als Baumeister des zwölften Jahrhunderts liest, unterschlägt, dass er das Labor ebenso als Baustelle erzählt: Gerüste, Geheimnisse, ein Einsturz. Der dritte Zwilling ist das Gesicht, das zu oft vorkommt, und die Frage, ob Liebe eine Anlage überlebt. Lübbe hat das Taschenbuch seither nachgedruckt; die Frage nach dem dritten Gesicht ist die, die der Titel stellt, und sie ist mit dem letzten Kapitel nicht erschöpft.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Roman entdecken