Der kleine Lord
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der kleine Lord |
| Autor(en): | Frances Hodgson Burnett |
| Originaltitel: | Little Lord Fauntleroy |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1885 |
| Schlagwörter: | Waise, Graf, Güte, England |
| Sachgebiete: | Kinderbuch |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Arena
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| Umfang dieser Ausgabe: | 212 Seiten |
| ISBN: | 9783401045665 |
| Verweise | |
Der kleine Lord ist das 1885 und 1886 in Fortsetzungen, 1886 als Buch erschienene Kinderbuch von Frances Hodgson Burnett. Der englische Titel nennt den Höflichkeitstitel des Knaben, Lord Fauntleroy; die deutsche Übertragung hat daraus den kleinen Lord gemacht, der seither Weihnachtsfigur ist. Burnett, in Manchester geboren und in den Vereinigten Staaten lebend, erzählt, wie ein New Yorker Kind einen verbitterten englischen Grafen weich macht, ohne die Armut und den Standesdünkel zu leugnen. 1888 erstritt sie in England die Aufführungsrechte, ein Präzedenzfall. Übersetzungen und Kürzungen haben den Text oft versüßt; die Geschichte bleibt die einer Güte, die nicht dumm ist.
Inhalt
Cedric Errol, sieben, lebt mit der verwitweten Mutter in New York in bescheidenen Verhältnissen. Der Vater, jüngerer Sohn des Earl of Dorincourt, hat standeswidrig eine Amerikanerin geheiratet und ist tot. Der Großvater, der Amerika und die Schwiegertochter verachtet, lässt durch den Anwalt Havisham den letzten männlichen Erben holen, weil die älteren Söhne ohne Nachkommen starben. Cedric, den die Nachbarn Ceddie nennen, ist freundlich zu dem Krämer Mr. Hobbs, zum Stiefelputzer Dick und zu jedem, den er für einen Kameraden hält. Die Mutter, von Cedric Dearest genannt, darf den Park des Schlosses nicht betreten; der Earl will sie vom Jungen trennen. Cedric erhält den Titel Lord Fauntleroy, reist nach England und trifft einen kalten, gichtkranken Mann, der Land und Pächter wie Besitz behandelt.
Cedric behandelt den Grafen, als sei er bereits gütig, bittet für die Hütten der Pächter und für Kranke, gibt Geld, das er für selbstverständlich hält, weil ein Lord helfen müsse. Der Earl, der den Jungen zunächst als Werkzeug der Erbfolge sieht, gewöhnt sich an die offene Rede und lässt das Dorf instand setzen. Die Mutter lebt unweit, nimmt den Unterhalt des Earls nicht für sich, sondern leitet ihn an Arme weiter; Cedric darf sie besuchen. Burnett zeigt den Grafen nicht als Märchenunhold, der über Nacht tauscht, sondern als Stolzen, der langsam beschämt wird, weil das Kind keine Strategie kennt und trotzdem recht hat. Hobbs schreibt misstrauisch über Könige; Dick bleibt der Freund aus Brooklyn.
Eine Betrügerin, Minna, taucht auf und gibt ihren Sohn als den älteren, rechtmäßigen Erben aus. Der Earl, der die Amerikanerin stets für geldgierig gehalten hat, erkennt im Gegensatz die Würde der Schwiegertochter. Hobbs und Dick helfen, die Schwindelei zu entlarven. Minna geht leer aus. Zum achten Geburtstag feiert das Schloss gemeinsam; zwei Freunde aus New York bleiben in England und werden, ironisch und herzlich, Anhänger der Monarchie. Die Mutter zieht auf das Anwesen. Burnett schließt versöhnlich, ohne die Lehre zu predigen: Adel verpflichtet erst, wenn ein Kind ihn beim Wort nimmt. Der Earl hat Liebe gelernt, weil jemand ihn nicht für unverbesserlich hielt.
Einordnung
Burnett hat den transatlantischen Roman des späten neunzehnten Jahrhunderts für Kinder geöffnet: Demokratie der Nachbarschaft gegen englischen Rang, und dann die Pointe, dass Güte den Rang besser trägt als Hochmut. Moderne deutsche Ausgaben sind oft gekürzt; die Arena-Fassung mit den Bildern von Klaus Müller bleibt eine lesbare, illustrierte Gestalt. Der Fernsehfilm von 1980 mit Ricky Schroder und Alec Guinness läuft im deutschsprachigen Fernsehen zur Weihnachtszeit und hat Gesichter festgesetzt, die vor dem Buch stehen. Ältere Kinofassungen, darunter 1936 mit Freddie Bartholomew, und spätere Alpenverlegungen mit Mario Adorf haben den Stoff verschoben.
Neben Heidi und Little Women steht der kleine Lord als Kind, das Erwachsene erzieht, ohne altklug zu werden. Kritik kann die Versöhnung mit der Aristokratie naiv nennen; der Text kennt die Elendsviertel und die Weigerung der Mutter, sich kaufen zu lassen. Wer Cedric nur als Samtanzug und Ringellocken kennt – eine Mode, die das Buch auslöste –, hat die Pächter und Minna nicht gelesen. Burnett schrieb später Der geheime Garten; dieser frühe Welterfolg bleibt das Weihnachtsbuch, in dem ein Graf das Dorf repariert, weil ein Junge es für selbstverständlich hält.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
