Der kleine dicke Ritter. Oblong-Fitz-Oblong

Robert Bolt · 1963 · Kinderbuch


Das Werk
Deutscher Titel: Der kleine dicke Ritter. Oblong-Fitz-Oblong
Autor(en): Robert Bolt
Originaltitel: The Thwarting of Baron Bolligrew
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1963
Schlagwörter: Ritter, Drache, Baron, Tierfreund
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: Thienemann


Umfang dieser Ausgabe: 160 Seiten
ISBN: 9783522170260
Verweise


Der kleine dicke Ritter. Oblong-Fitz-Oblong ist das Kinderbuch von Robert Bolt, 1963 unter dem Titel The Thwarting of Baron Bolligrew erschienen, deutsch als Rittergeschichte, die in Deutschland vor allem die Augsburger Puppenkiste bekannt gemacht hat. Sir Oblong-Fitz-Oblong ist klein, rund und kein Drachentöter: Er bringt die Tiere lebend ins Schloss, weil er sie nicht erlegen mag, und wird genau deshalb auf die Insel des Barons Bolligru geschickt. Bolt, sonst Verfasser von Bühnen- und Filmstoffen für Erwachsene, hat hier ein Stück geschrieben, in dem Höflichkeit und Tierliebe die Waffen sind und der Harnisch nicht passt. Die Thienemann-Ausgabe mit den Bildern von Horst Lemke hat den deutschen Text durchgehalten.

Inhalt

Im Ostwesten, vor sehr langer Zeit, hält ein Herzog Hof mit Rittern, die Junker verjagt und Drachen getötet haben. Nur Oblong fängt die Drachen ein und füttert sie. Der Hof will weiterziehen und die faule Behaglichkeit nicht aufgeben; Oblong drängt zum Aufbruch. Der Oberhofmarschall Sir Juniper hilft mit einer List nach: Solange der Tierfreund da ist, kann der Herzog seine gefüllten Dohlen nicht essen. Also erhält Oblong den Auftrag, auf der Insel Bolligru die vom Baron niedergebrannte Kirche wieder aufzubauen und den zweischwänzigen schwarzen Drachen zu bestehen, der mit dem Baron im Bunde steht. Die Verbannung trägt den Ton einer Ehre. Oblong nimmt sie an, als wäre sie eine.

Auf der Insel herrscht Baron Bolligru mit dem Ritter Schwarzherz. Sie jagen alles, was läuft, quälen die Bauern und wollen den Abgesandten des Herzogs loswerden, bevor er die Kirche aufrichtet. Oblong findet Bundesgenossen, die das Heldenlied nicht vorsieht: die Dohle Dollfus, den Dachs Willy, den Eiermaler Obidiah. Sechsmal setzen sich Baron und Schwarzherz fest, sechsmal bleibt Oblong – im Dachgebälk der Kirche, auf einem Baum, im freien Geleit, das er sich erkaufen muss, und vor dem Drachen, den er nicht nach Vorschrift erschlägt. Bolt lässt ihn gewinnen, indem er die List der Mächtigen wörtlich nimmt und die Tiere nicht opfert. Der kleine Leib ist kein Makel, den das letzte Blatt korrigiert; er ist die Gestalt, in der dieser Ritter kämpfen kann.

Am Ende steht die Kirche, der Baron ist in die Schranken gewiesen, der Drache gebändigt, nicht ausgelöscht um der Trophäe willen. Oblong kehrt nicht als gestreckter Held zurück. Die Puppenkiste hat den Stoff 1963 in sechs Folgen gespielt und dem Ritter die Stimme und den Gang gegeben, an den sich das deutsche Kinderzimmer hält: behäbig, höflich, unbestechlich. Bolts Text bleibt die Vorlage, in der das höfische Spiel sich selbst vorführt – der Marschall, der den Störer weglotst, der Baron, der die Insel als Jagdrevier besitzt, der Ritter, der den Auftrag ernst nimmt, den man ihm als Falle gestellt hat. Wer nur die Marionetten kennt, kennt die Figuren; das Buch gibt den Ostwesten und die Langmut, mit der Oblong sechs Niederlagen des Bösen abwartet, ohne selbst böse zu werden.

Einordnung

In England ist Bolt der Mann von A Man for All Seasons; in Deutschland ist er der Mann hinter Oblong, oft ohne Namensnennung, weil die Puppenkiste den Ritter zum Hausgenossen gemacht hat. Das Kinderstück steht gegen das Ritterbuch, das Größe und Härte vererbt: Hier siegt, wer nicht töten will, und die Insel ist ein Unrechtsregime, das man mit Hartnäckigkeit und Bundesgenossen unter den Gejagten aushöhlt. Neben Otfried Preußlers Krabat bleibt der Ton hell; neben Astrid Lindgrens wilden Kindern ist Oblong der Erwachsene in der Kinderliteratur, der trotzdem nicht belehrt. Thienemann hat den Band in der Reihe der Puppenkiste geführt. Wer deutsche Kindheit der sechziger Jahre nach Rittern durchsieht, findet hier den kleinen Dicken, den das Fernsehen größer gemacht hat als das Buch – und der im Buch genauer ist, weil Juniper und Bolligru dort nicht nur böse sind, sondern höfisch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Kinderbuch entdecken