Der logische Aufbau der Welt
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der logische Aufbau der Welt |
| Autor(en): | Rudolf Carnap
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1928 |
| Schlagwörter: | Konstitution, Empirismus, Logik, Wissenschaft |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | Philosophische Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 290 Seiten |
| ISBN: | 9783787313693 |
| Verweise | |
Der logische Aufbau der Welt ist das 1928 in Berlin erschienene Hauptwerk von Rudolf Carnap, mit dem der Wiener Kreis eine Konstitutionstheorie der wissenschaftlichen Gegenstände vorlegte. Carnap will zeigen, dass sich die Gegenstände der empirischen Wissenschaft aus einem Grundbereich von Erlebnissen nach logischen Regeln aufbauen lassen, ohne dass Metaphysik nachhelfen müsste. Das Buch ist das technische Organon des logischen Empirismus, bevor Willard Van Orman Quine in den Zwei Dogmen des Empirismus genau dieses Programm für undurchführbar erklärte.
Inhalt
Carnap geht von einem methodischen Solipsismus aus, der keine Weltanschauung sein soll: Ausgangspunkt sind die eigenen Elementarerlebnisse, die noch nicht in Dinge und Eigenschaften zerschnitten sind. Zwischen ihnen besteht die Grundrelation der Ähnlichkeitserinnerung. Aus diesem dürftigen Inventar konstruiert er, Stufe um Stufe, Qualitäten, Sinnesklassen, den physischen Raum, fremdes Seelenleben und zuletzt die geistigen Gegenstände. Jede höhere Stufe ist eine logische Funktion der niedrigeren; was sich so nicht erreichen lässt, gilt als Scheinproblem. Die Sprache der Principia Mathematica von Whitehead und Russell liefert das Gerüst. Carnap unterscheidet Quasigegenstände von eigentlichen Gegenständen: Viele Wörter der Wissenschaft bezeichnen keine Dinge, sondern Weisen, über Dinge zu sprechen.
Die Konstitution ist keine Psychologie des Erkennens, sondern eine rationale Nachkonstruktion. Carnap will nicht beschreiben, wie Kinder die Welt lernen, sondern wie sich Aussagen so umformen lassen, dass ihr empirischer Gehalt sichtbar wird. Deshalb die Neutralität gegenüber Realismus und Idealismus: Beide Thesen sind, wenn sie mehr als eine Redeweise meinen, unsinnig. Der Wiener Kreis hat diesen Satz als Befreiung gelesen. Metaphysik fällt nicht, weil sie falsch ist, sondern weil sie sich nicht in die Konstitutionssprache übersetzen lässt. Daneben steht schon die Vorsicht, dass andere Grundrelationen denkbar wären; der Aufbau ist ein Vorschlag, kein Dogma über die Natur des Geistes.
Im späteren Vorwort hat Carnap das Programm selbst relativiert. Die Forderung, jeden wissenschaftlichen Satz auf Erlebnisse zurückzuführen, erwies sich als zu streng; die physikalische Sprache trat an die Stelle des Eigenpsychischen, die Syntax an die Stelle der Konstitution. Das Buch bleibt trotzdem der Versuch, Empirie und Logik so zu verschränken, dass die Philosophie zur Klarheit über ihre Sätze gezwungen wird. Wer nur den späteren Carnap der Wahrscheinlichkeit und der Induktion kennt, unterschlägt, mit welcher Radikalität hier zum ersten Mal eine ganze Ontologie in Definitionen aufgelöst werden sollte.
Einordnung
Im Kreis um Moritz Schlick galt der Aufbau als Beweis, dass die wissenschaftliche Weltauffassung mehr war als ein Manifest. Otto Neurath widersprach dem methodischen Solipsismus: Die Wissenschaft beginne nicht beim eigenen Erlebnis, sondern bei der intersubjektiven Protokollsprache. Quine hat später den Reduktionismus als zweites Dogma des Empirismus bezeichnet und den Aufbau als das Buch genannt, in dem dieses Dogma am reinsten durchgeführt sei. Die analytische Philosophie hat das Konstitutionssystem nicht fortgesetzt, aber die Frage behalten, wie Beobachtung und Theorie zusammenhängen. Neben dem Tractatus logico-philosophicus ist der Aufbau das zweite Gründungsbuch, an dem sich ablesen lässt, was der Wiener Kreis unter Strenge verstand – und woran diese Strenge zerbrach.
Ideen
Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.
Wissenschaft (wichtig)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
