Der stille Amerikaner
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der stille Amerikaner |
| Autor(en): | Graham Greene |
| Originaltitel: | The Quiet American |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1955 |
| Schlagwörter: | Vietnam, Journalist, Einmischung, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 240 Seiten |
| ISBN: | 9783423131292 |
| Verweise | |
Der stille Amerikaner ist der Roman von Graham Greene, 1955 in London erschienen, geschrieben aus der Kenntnis Indochinas, die Greene als Berichterstatter gesammelt hatte. Der englische Titel nennt Alden Pyle still, nicht weil er schweigt, sondern weil die Stille der guten Absicht den Lärm der Folgen nicht hören will. Schauplatz ist Saigon in den letzten Jahren des französischen Kolonialkriegs, bevor die Amerikaner das Land als ihre Sache begriffen. Greene hat keinen Kriegsroman mit Fronten geschrieben, sondern ein Dreieck aus Liebe, Nachricht und Plastiksprengstoff. Der Band galt in den Vereinigten Staaten zunächst als antiamerikanisch; die Geschichte hat ihm recht gegeben, ohne ihn zum Propheten zu machen.
Inhalt
Thomas Fowler ist Korrespondent einer Londoner Zeitung, älter, verheiratet in England, in Vietnam seit Jahren. Er will unbeteiligt bleiben: kämpfen, lieben, morden mögen die anderen. Seine vietnamesische Geliebte Phuong raucht Opium mit ihm, tanzt, wartet auf eine Ehe, die Fowler nicht schließen kann, weil die Frau in England nicht scheidet. In dieses Arrangement tritt Pyle, jung, brüsk höflich, angeblich für eine Wirtschaftshilfe da, in Wahrheit mit einer Theorie im Gepäck: die dritte Kraft, weder Kolonialreich noch Kommunismus, eine saubere Demokratie, die man einem Land, einem Erdteil, der Welt schenken könne. Fowler durchschaut den Eifer und unterschätzt ihn. Pyle liest York Harding, spricht von Verantwortung und verliebt sich in Phuong mit der Entschlossenheit, mit der er Politik macht: Er will sie retten, also nehmen.
Fowler verliert Phuong an Pyle, gewinnt sie zeitweise zurück, verliert sie wieder. Der private Krieg läuft neben dem öffentlichen. Pyle liefert einer Miliz Material; in einer belebten Straße explodiert eine Bombe, Zivilisten sterben, darunter Frauen und Kinder. Fowler sieht die Körper und begreift, dass die Stille des Amerikaners nicht Naivität allein war. Pyle erklärt die Toten als Irrtum der Ausführung, nicht der Idee. Die Idee bleibt heilig, die Straße ist schmutzig. Fowler, der nichts damit zu tun haben wollte, geht zu den Vietnamesen, die Pyle beseitigen wollen, und nennt den Ort, an dem man ihn finden wird. Er tut es, sagt er sich, für Phuong und für die Toten; er tut es auch, weil der Rivale den Glauben hat, den Fowler verloren hat, und weil dieser Glaube tötet.
Pyle stirbt im Schlamm des Flusses. Fowler bekommt Phuong zurück, ein Telegramm aus England kündigt die Scheidung an, die Ehe wird möglich. Der Roman gönnt ihm diesen Gewinn nicht als Lohn. Fowler bleibt der Mann, der einen anderen in den Tod geschickt hat und nun mit der Frau lebt, um die es ging. Die Ironie ist greensch: Das Private und das Politische lassen sich nicht trennen, wer unbeteiligt bleiben will, hat schon gewählt. Phuong spricht wenig; sie ist keine Allegorie Vietnams, aber sie ist die, über deren Kopf zwei weiße Männer verfügen, solange der Krieg dauert. Fowler weiß das und schreibt trotzdem, als wäre er nur Zeuge gewesen.
Einordnung
Greene hat den Typus des idealistischen Eingreifers gezeichnet, bevor die große amerikanische Intervention begann. Pyle ist nicht der zynische Geheimdienstmann der späteren Filme, sondern gefährlicher: Er meint es ernst. Fowler ist kein Held der Enthüllung, sondern ein Europäer, der die Kolonie gewohnt hat und den Neuen hasst, weil dieser die Lüge der Distanz zerstört. Gegenüber Greenes katholischen Romanen ist Der stille Amerikaner kühler; Gott kommt als Abwesenheit vor, die Moral als Handlung, die man hinterher nicht reinwaschen kann. Die erste Verfilmung von 1958 hat Pyle entlastet und aus Fowler den Zyniker gemacht, dem man nicht glauben darf; die zweite, von Philip Noyce 2002, hat den Text ernster genommen.
Wer über Vietnam nur als amerikanischen Krieg spricht, hat die französische halbe Seite des Buches überlesen. Wer es für einen Liebesroman mit Zeitkolorit hält, hat die Bombe in der Platzstraße nicht gesehen. Greene stand unter Beobachtung, in den USA und in England; das hat den Roman nicht vorsichtiger gemacht. Er bleibt, neben den großen Kriegsbüchern des Jahrhunderts, das schmale Buch, in dem die gute Absicht den Sprengstoff trägt und der Reporter erst handelt, als das Bild der Toten stärker ist als die Theorie.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
