Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert |
| Autor(en): | Heinrich von Treitschke
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1879 |
| Schlagwörter: | Preußen, Nation, Kleindeutschland, Macht |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hirzel
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| Umfang dieser Ausgabe: | 3200 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert ist das unvollendete Hauptwerk Heinrich von Treitschkes, fünf Bände, erschienen 1879 bis 1894, von den Befreiungskriegen bis in die vierziger Jahre, abgebrochen vor 1848. Treitschke, Professor in Berlin, Reichstagsabgeordneter, öffentlicher Redner des kleindeutschen Staates, erzählt die Herkunft des Bismarckreichs als sittliche Notwendigkeit Preußens. Das Buch ist Geschichtsschreibung als nationale Predigt: wer widerspricht, steht außerhalb des Volkes.
Inhalt
Treitschke setzt Preußen in die Mitte und die anderen deutschen Staaten an den Rand, als Hemmnis oder als Stoff. Die Reformen Steins und Hardenbergs, die Erhebung gegen Napoleon, die Gründung des Zollvereins: alles zielt auf den Staat, der 1871 die Nation »macht«. Österreich ist ihm katholisch, slawisch durchsetzt, unfähig zur deutschen Führung; die Mittelstaaten sind egoistisch; die Demokraten von 1848 werden, soweit das Werk sie noch erreicht, als Schwätzer behandelt, die Macht nicht wollen. Die Prosa ist kraftvoll, oft glänzend, und sie verachtet, was sie nicht in den preußischen Staat einspeisen kann. Geschichte hat bei ihm ein Ziel, und das Ziel hat gewonnen.
Dabei ist das Werk gelehrt. Treitschke hat Akten, Zeitungen, Memoiren gelesen; er kennt Wirtschaft, Verfassung, Heer. Die Tendenz liegt nicht in der Unkenntnis, sondern in der Rangordnung: Macht vor Recht, Staat vor Gesellschaft, Deutschtum vor den Minderheiten im Osten, Protestantismus vor Rom, wo es ums Reich geht. Die Juden erscheinen als fremdes Element in einem Volk, das sich erst finden muss – dieselbe Feindschaft, die Treitschke 1879 im Artikel »Unsere Aussichten« in den Satz fasste, die Juden seien Deutschlands Unglück. Die Deutsche Geschichte ist nicht dieser Artikel; sie atmet denselben Ausschluss. Polen, Franzosen, der politische Katholizismus werden als Gegner einer Einheit geführt, die Treitschke mit der Sittlichkeit zusammenfallen lässt.
Unsicher ist nichts an der Absicht, vieles an der Wahrheit. Das Buch hat Generationen von Gymnasiasten und Reserveoffizieren das 19. Jahrhundert als Preußens Weg erzählt und die kleindeutsche Lösung nachträglich geheiligt. Die Fachhistorie nach 1945 hat die Konstruktion zerschlagen, ohne die literarische Kraft zu leugnen. Wer Treitschke nur als Stilisten rettet, unterschlägt den Nationalismus, der den Stil trägt; wer ihn nur als Vorläufer späterer Gewalt liest, unterschlägt, dass schon dieses Kaiserreich ihn als Kronzeugen brauchte. Die Deutsche Geschichte gehört in den Kanon, weil sie gewirkt hat – nicht weil sie recht hatte. Sie zeigt, wie aus Archiveifer ein Staatskult wird, der die anderen Deutschen und die anderen im Deutschen Reich zu Abweichung macht.
Einordnung
Gegen Rankes Nüchternheit und gegen die spätere Sozialgeschichte steht Treitschke als der Historiker, der die Nation zur Moral machte. Das Bismarckreich hat sich in diesem Spiegel erkannt; die Weimarer Rechte hat ihn weitergelesen; die Zeit nach 1945 hat ihn als Warnung behalten, wo sie ehrlich war. Keine Würdigung darf den Antisemitismus und den Machtkult in Fußnoten schieben. Wer deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts nur als Liberalisierung kennt, hat dieses Buch nicht gesehen, das die Öffentlichkeit des Kaiserreichs mitgeformt hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.