Die Feudalgesellschaft

Marc Bloch · 1939 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Die Feudalgesellschaft
Autor(en): Marc Bloch
Originaltitel: La Société féodale
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1939
Schlagwörter: Lehen, Bindung, Mentalität, Annales
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Klett-Cotta


Umfang dieser Ausgabe: 668 Seiten
ISBN: 9783608982091
Verweise


Die Feudalgesellschaft erschien 1939/40. Marc Bloch beschreibt nicht ein System von Paragraphen, sondern eine Gesellschaft der Bindungen: wie Menschen im Westen Europas vom 9. bis zum 13. Jahrhundert voneinander abhingen, einander schworen und füreinander fürchteten.

Inhalt

Bloch beginnt bei den Einfällen der Araber, Ungarn und Wikinger, die das Karolingerreich zerlegten. Weil die öffentliche Gewalt nicht mehr schützte, suchten die Menschen neue Sicherheiten: das Lehen, die vasallitische Treue des Gefolges, die Nähe eines Herrn, der die unsichere Ferne ersetzt. Feudalismus ist bei ihm kein überall gleiches Gesetz. Er verdichtet sich, wo Könige und Städte die Gewalt nicht halten, und bleibt schwach, wo sie standhalten. England, Frankreich, das Reich und die Mittelmeerländer erscheinen als Varianten, nicht als Schablone.

Der zweite Blick gilt der Mentalität. Bloch fragt nach der Empfindung von Zeit und Recht, nach der Ehre, der Verwandtschaft, der Gewalt, die zum Alltag gehört. Die »geistige Atmosphäre« ist ihm so wirklich wie die Hufeisen. Hörige, Ritter, Kleriker erscheinen nicht als Stände einer Tafel, sondern als Verhältnisse, die man leben muss. Das Buch wechselt von der Verfassung zur Stimmung, ohne die eine für die tiefere Wahrheit der anderen zu erklären.

Es ist das Hauptwerk der frühen Annales-Schule neben der Zeitschrift, die Bloch mit Lucien Febvre gründete. Das Manuskript entstand 1939 nach der Kriegserklärung; gedruckt wurde es 1939/40, in den Monaten des französischen Zusammenbruchs und der deutschen Besetzung. Bloch ging in die Résistance und wurde 1944 von den Deutschen erschossen. Die Nüchternheit des Textes ist keine Idylle des Mittelalters; sie ist die Weigerung, Herrschaft nur von Urkunden her zu denken.

Einordnung

Mit diesem Buch wird das Lehen eine ganze Gesellschaft, nicht ein Rechtsinstitut. Braudels Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II. hat daraus die lange Dauer gemacht; Huizingas Herbst des Mittelalters bleibt der andere, ästhetische Zugang. Wer Feudalismus nur als Vorstufe des Staates liest, hat Bloch nicht gelesen. Die Bindung ist das Thema, nicht der Fortschritt.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die Annales-Schule in zehn Büchern (Essay) · Die einflussreichsten Werke der Geschichtswissenschaft: 20. Jahrhundert (Essay)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.