Die Gruppe 47

Helmut Böttiger · 2012 · Sachbuch, Literaturgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Die Gruppe 47
Autor(en): Helmut Böttiger


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2012
Schlagwörter: Nachkriegsliteratur, Gruppe 47, Kanon, Bundesrepublik
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt


Umfang dieser Ausgabe: 477 Seiten
ISBN: 9783421043153
Verweise


Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb ist das 2012 erschienene Buch von Helmut Böttiger. Es erzählt die westdeutsche Nachkriegsgruppe als Geschichte aus Treffen, Preisen, Ausgrenzungen und Legenden – und fragt, wie daraus der Kanon der Bundesrepublik wurde.

Inhalt

Böttiger folgt den Tagungen von 1947 bis zum Ende in den späten sechziger Jahren. Hans Werner Richter lädt ein, es wird vorgelesen, geurteilt, manchmal vernichtet. Aus dem Ritual wird Macht: Wer gehört dazu, wer bekommt den Preis, wessen Ton gilt als neu. Böll und Grass stehen in dieser Runde neben den Jüngeren, neben den Frauen, die zu selten vorkamen, und neben Paul Celan, dessen Auftritt zur Szene der Abwehr wurde. Böttiger liest Protokolle, Erinnerungen und den späteren Mythos gegeneinander.

Er widerspricht einfachen Formeln. Der Kahlschlag war nicht so kahl, die Kriegsheimkehrer nicht die einzige Stimme, die Gruppe nicht der einzige Ort der Literatur, wohl aber der lauteste in der jungen Bundesrepublik. Freundschaften und Feindschaften, der Markt, die Zeitungen und die Politik der Adenauerzeit machen den literarischen Betrieb der Nachkriegszeit sichtbar. Der Ton ist erzählend, genau, ohne Klatsch um des Klatschs willen. Böttiger kennt die Anekdote und prüft sie.

Das Buch zeigt, wie aus einer lose geladenen Runde eine Institution wurde, die über Erfolg entschied und sich selbst als Gewissen der Nation erzählte. Es zeigt auch das Ende: die Politisierung der sechziger Jahre, den Vorwurf der Macht und schließlich die Auflösung. Wer die deutsche Literatur nach 1945 verstehen will, muss diese Treffen kennen – nicht als Heiligenlegende und nicht als bloße Seilschaft.

Einordnung

2013 erhielt Böttiger dafür den Preis der Leipziger Buchmesse. Das Buch hat die Gruppe 47 entzaubert und zugleich festgehalten, lesbar für ein Publikum außerhalb des Seminars. Die Kritik nannte es zu nah am Mythos, den es abbaut, und zu westdeutsch im Blick. Geblieben ist das Epochenbild. Wer nach 2012 über die Gruppe 47 spricht, hat oft diesen Band im Kopf – neben den Protokollen selbst, die er erst wieder lesbar gemacht hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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