Die Insel des Dr. Moreau

H. G. Wells · 1896 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Insel des Dr. Moreau
Autor(en): H. G. Wells
Originaltitel: The Island of Doctor Moreau
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1896
Schlagwörter: Insel, Vivisektion, Tier, Gesetz
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 192 Seiten
ISBN: 9783423145114
Verweise


Die Insel des Dr. Moreau ist der Roman von H. G. Wells, 1896 in London erschienen, eine wissenschaftliche Schauergeschichte über die Machbarkeit des Lebendigen. Der Schiffbrüchige Edward Prendick strandet auf einer Pazifikinsel, auf der der Physiologe Moreau Tiere zu menschenähnlichen Wesen umoperiert und ihnen ein Gesetz einhämmert, das die Bestie nicht halten kann. Wells hat den Stoff zuerst in einem Aufsatz über die Formbarkeit des Individuums erprobt und dann zur Erzählung geschärft. Der Band steht zwischen Abenteuer, Schauer und der Frage, was am Menschen Operation und was Natur sei. Zeitgenossen lasen Gotteslästerung; später wurde das Buch zum Grundtext jeder Geschichte vom gemachten Menschen.

Inhalt

Edward Prendick erleidet 1887 im Südpazifik Schiffbruch und wird vom Arzt Montgomery von einem Schoner mit merkwürdiger Tierladung gerettet, darunter ein Puma. Der Kapitän setzt Prendick vor der Insel erneut aus; Moreau nimmt ihn widerwillig auf. Im Labor, das Prendick nicht betreten darf, wird viviseziert. Die Schreie des Pumas treiben ihn in die Wildnis, wo er dem »Tiervolk« begegnet: aufrecht, sprachfähig, entstellt. Er glaubt, Moreau verwandle Menschen in Tiere, flieht ins Dorf der Wesen und droht, sich zu ertränken. Moreau holt ihn zurück und erklärt das Gegenteil: Er macht aus Tieren Chimären, gibt ihnen Gang, Sprache und ein hypnotisch eingeprägtes Gesetz. Verstöße führen zurück ins »Haus des Schmerzes«. Fleisch und Tötung sind verboten.

Als ein totes Kaninchen gefunden wird, jagt Moreau den Schuldigen; Prendick erschießt einen Leopardenmenschen. Der Pumamensch reißt sich vom Tisch los, Moreau stirbt auf der Jagd, Montgomery betrinkt sich, schenkt den Tiermenschen Alkohol, lässt die Boote verbrennen und fällt selbst. Prendick setzt die Station in Brand und bleibt zehn Monate allein mit den Wesen. Erst kann er sich mit Werkzeug, Waffe und Appellen an das Gesetz Respekt verschaffen; dann fallen die Geschöpfe in die Tiernatur zurück, verlernen Sprache und aufrechten Gang. Ein treibendes Boot mit zwei Toten – offenbar von Montgomerys Schoner – erlaubt die Flucht. Ein Schiff nimmt Prendick auf; niemand glaubt ihm.

Zurück in London erträgt er Menschen nicht mehr: Sie ähneln ihm zu sehr dem Tiervolk. Er fürchtet, auch sie könnten jederzeit auf alle vieren zurück. Frieden findet er in Büchern, nicht in Gesellschaft. Wells rahmt den Bericht als Nachlass, den ein Neffe herausgibt. Die Insel bleibt ohne Kartierung, Moreau ohne Reue, das Gesetz ohne Gott, der es verbürgte. Wer eine Rettung durch Wissenschaft erwartet, findet den Schmerz als Schöpfungsmittel. Wer nur Monster sucht, findet Prendicks Blick auf die Londoner, der das eigentliche Ende ist.

Einordnung

Wells hat Darwins Jahrhundert an den Operationstisch gelegt: Wenn Arten formbar sind, ist der Mensch eine Frage der Technik und der Dressur. Moreau ist kein bloßer Wahnsinniger; er argumentiert wie ein Aufsatz, den Wells selbst geschrieben hatte. Die Satire trifft Religion (das Gesetz), Kolonie (die Insel) und Fortschritt. Verfilmungen – 1932 mit Charles Laughton, 1977 mit Burt Lancaster, 1996 mit Marlon Brando – haben oft eine Tochterfigur erfunden und den Schrecken in Ausstattung erstickt. Der Roman bleibt kälter und kürzer.

Neben Der Krieg der Welten und Der Unsichtbare gehört die Insel zu Wells’ frühen wissenschaftlichen Romanzen, in denen das Experiment die Zivilisation entkleidet. Jonathan Swifts Houyhnhnms stehen im Hintergrund, Kiplings Dschungel, Shakespeares Sturm. Wer nach 1896 über den gemachten Menschen spricht, spricht hinter diesem Buch; wer es für bloßen Grusel hält, hat Prendicks Rückkehr in die Stadt nicht gelesen. Die angegebene dtv-Ausgabe folgt der Übersetzung von Felix Paul Greve in der Überarbeitung von Christine Mrowietz.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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