Die Korrekturen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Korrekturen |
| Autor(en): | Jonathan Franzen |
| Originaltitel: | The Corrections |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2001 |
| Schlagwörter: | Familie, Mittlerer Westen, Korrektur, Weihnachten |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 784 Seiten |
| ISBN: | 9783499235238 |
| Verweise | |
Die Korrekturen ist der 2001 bei Farrar, Straus and Giroux erschienene Roman von Jonathan Franzen, im Original The Corrections. Eine Mutter im fiktiven St. Jude im Mittleren Westen will die drei erwachsenen Kinder zu einem letzten Weihnachten zusammenbringen, weil der Vater an Parkinson und Demenz zerfällt. Franzen hat daraus keinen tröstlichen Familienroman gemacht, sondern ein Buch über Scham, Medikamente, Geld und die ständige Arbeit, das eigene Leben nachträglich richtigzustellen. Der Band erhielt den National Book Award, lag auf der engeren Auswahlliste des Pulitzerpreises und verkaufte sich in Millionenauflage. Bettina Abarbanell hat die deutsche Fassung geschaffen.
Inhalt
Enid Lambert hält den Haushalt in St. Jude zusammen und verleugnet, was sie sieht: Alfred, Eisenbahningenieur außer Dienst, verliert die Herrschaft über den Körper und den Willen. Sie will Weihnachten, ein letztes, vollständiges. Der mittlere Sohn Chip hat als Literaturprofessor eine Affäre mit einer Studentin, verliert die Stelle, scheitert in New York am Drehbuchschreiben und lässt sich auf krumme Geschäfte in Litauen ein, wo nach dem Ende der Sowjetunion alles käuflich scheint. Der älteste, Gary, ist Banker in Philadelphia, depressiv, in einer Ehe, in der die Frau die Kinder gegen ihn verbündet; er korrigiert sich zu Erfolg und merkt, dass die Korrektur die Krankheit ist. Denise, die Jüngste, kocht in einem Spitzenrestaurant, schläft mit dem Chef und mit dessen Frau und fliegt, als beides bekannt wird.
Jeder der drei Stränge erzählt eine gescheiterte Selbstkorrektur. Chip will der Theorie entkommen und landet in der Gaunerei; Gary will nicht der Vater werden, den er hasst, und wiederholt ihn im Ton der Kontrolle; Denise sucht in der Küche und in den Betten eine Freiheit, die das Elternhaus nicht vorsah, und zahlt mit der Stellung. Dazwischen stehen Alfreds eiserne Prinzipien, die einst die Eisenbahn und die Familie zusammenhielten und jetzt nur noch Zorn und Starre sind, und Enids unzerstörbare Hoffnung auf Anstand, die die Kinder als Erpressung empfinden. Medikamente, die Stimmung und Potenz regulieren sollen, gehören zur Ausstattung dieses Amerika; wer sich korrigiert, schluckt oft.
Das Weihnachten in St. Jude findet statt, mühsam, peinlich, mit Rückfällen und kurzen Güte. Die Stränge laufen zusammen, ohne dass jemand erlöst wird. Ein knapper Schluss führt bis zu Alfreds Tod: Enid überlebt ihn und entdeckt spät eine Leichtigkeit, die zu seinen Lebzeiten unmöglich war. Die Korrekturen des Titels sind die der Kinder an den Eltern, der Eltern an den Kindern, der Medizin am Gemüt und des Romans an der amerikanischen Familie, die sich für normal hält, weil sie den Mittleren Westen bewohnt. Niemand wird, wer er werden wollte; einige werden erträglicher.
Einordnung
Franzen hat nach zwei kühleren Romanen den großen Gesellschaftsroman der USA um 2000 geschrieben: Eisenbahn gegen Kapitalanlage, Küche gegen Theorie, St. Jude gegen New York und Vilnius. Der 11. September lag wenige Tage hinter der Veröffentlichung; das Buch las sich plötzlich wie das Porträt eines Landes, das seine Korrekturen noch vor sich hatte. Die Debatte um Oprah Winfreys Lesekreis, den Franzen zuerst verschmähte, machte aus einem literarischen Ereignis ein öffentliches. In Deutschland stand die Übersetzung auf der Spiegel-Bestsellerliste; der Mittlere Westen wurde lesbar als Verwandter der eigenen Provinz.
Wer nach Thomas Manns Buddenbrooks das amerikanische Gegenstück sucht, findet hier keine Firma, sondern eine Familie, deren Kapital die Selbsttäuschung ist. Neben Philip Roth und Don DeLillo steht Franzen als der, der die Innenräume nicht aufgibt: die Küche, das Schlafzimmer, das Altenheim. Die Korrektur bleibt zweideutig. Sie meint Besserung und sie meint die unaufhörliche Nachbesserung, die das Leben zur Dauerbaustelle macht. Wer das Buch für eine Satire auf die Eltern hält, hat Alfreds Starre nicht ernst genommen; wer es für Nostalgie hält, hat Chip in Litauen nicht begleitet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
