Die Krisis der europäischen Wissenschaften
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Krisis der europäischen Wissenschaften |
| Autor(en): | Edmund Husserl
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1936 |
| Schlagwörter: | Lebenswelt, Wissenschaft, Sinn, Europa |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Meiner
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| Umfang dieser Ausgabe: | 275 Seiten |
| ISBN: | 9783787311484 |
| Verweise | |
Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie ist die 1936 teilweise gedruckte, vollständig erst aus dem Nachlass bekannte Spätschrift von Edmund Husserl. Sie behauptet, die Wissenschaften seien in einer Krise des Sinnes, nicht der Leistung: Sie funktionieren und sagen nicht mehr, wozu menschliches Leben sie braucht.
Inhalt
Husserl setzt bei Galileo Galilei an. Die Mathematisierung der Natur hat eine Kleiderwelt idealer Größen über die anschauliche Lebenswelt gezogen, in der wir doch immer schon handeln, messen, irren. Der Erfolg der Formel hat vergessen lassen, dass die Formel aus Praktiken kommt: dem Feldmessen, dem Anschauungsraum, der Geometrie als Kunst. Die objektivierende Wissenschaft ist nicht falsch; sie ist selbstvergessen. Sie hält ihr Kleid für das Sein und nennt die Lebenswelt subjektiv, als wäre das der Makel. Husserl will die Sinnstiftung zurückverfolgen, nicht die Physik entmachten.
Die Lebenswelt ist das unthematische Bodenstück: der Horizont, in dem Dinge, Andere, Werke gegeben sind, bevor die Theorie sie zu Objekten macht. Phänomenologie in der Krisis heißt, diese Vorgegebenheit sichtbar zu machen und die neuzeitliche Philosophie – René Descartes’ Meditationen, den Objektivismus – als Entscheidung zu lesen, nicht als Schicksal. Europa ist hier kein Kontinent der Karte, sondern die Idee einer Menschheit, die in der Vernunft ihre Aufgabe hat. Die Krise ist deshalb mehr als ein Methodenstreit: Sie ist die Gefahr, dass diese Aufgabe unverständlich wird. Husserl schreibt das nach 1933, vom Lehrbetrieb ausgeschlossen, als Jude, dem die Konversion nichts half.
Unsicher bleibt der Europa-Satz und der Teleologiegedanke. Wer ihn als Kulturkampf liest, missbraucht ihn; wer ihn streicht, unterschlägt, dass Husserl die Phänomenologie als Antwort auf einen historischen Sinnverlust wollte, nicht als weitere Fachontologie. Der Text ist fragmentarisch, in Schichten, die Prager und Wiener Vorträge von 1935 sind der Kern, der Nachlass die Erweiterung. Wer nur die Lebenswelt als Schlagwort nimmt, verfehlt die Galilei-Analyse. Wer nur die Wissenschaftskritik nimmt, verfehlt, dass Husserl die strenge Wissenschaft nicht aufgibt, sondern ihren Sinnboden sucht. Der Ton ist dringlicher als in den Ideen, weniger schulmäßig, näher an der Zeit, ohne sie zu nennen.
Einordnung
Die Spätphilosophie hat hier ihr öffentliches Buch. Heidegger hatte mit Sein und Zeit die Existenz gegen das transzendentale Restbewusstsein gesetzt; Husserl antwortet, ohne ihn zu nennen, mit der Lebenswelt und einer Verteidigung der Vernunft, die geschichtlich geworden ist. Die Hermeneutik, die Wissenschaftsgeschichte, die spätere Phänomenologie des Alltags haben daraus gelebt, oft ohne den transzendentalen Anspruch. Wer nach 1936 über die Krise der Wissenschaften spricht, als wäre sie nur Geld oder Methode, hat diesen Sinnverlust nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
