Die Nacht von Lissabon
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Nacht von Lissabon |
| Autor(en): | Erich Maria Remarque |
| Originaltitel: | Die Nacht von Lissabon |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1962 |
| Schlagwörter: | Exil, Lissabon, Flucht, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Kiepenheuer & Witsch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 384 Seiten |
| ISBN: | 9783462050943 |
| Verweise | |
Die Nacht von Lissabon ist der 1962 bei Kiepenheuer & Witsch erschienene vorletzte Roman von Erich Maria Remarque. Ein deutscher Emigrant hört in einer einzigen Nacht die Lebensgeschichte eines anderen, der ihm am Morgen Pässe, Visa und Schiffskarten nach Amerika überlässt. Remarque, selbst seit 1933 im Exil, hat zwanzig Jahre nach der eigenen Flucht noch einmal das Warten auf Papiere erzählt, diesmal von Lissabon aus, dem letzten europäischen Hafen. Der Band steht im Schatten von Im Westen nichts Neues und wurde dennoch zum Buch derer, die nicht im Schützengraben, sondern in Konsulaten und Internierungslagern verloren haben. 1971 hat Zbyněk Brynych ihn für das Fernsehen verfilmt.
Inhalt
Der namenlose Erzähler steht 1942 im Hafen von Lissabon, hat im Kasino das letzte Geld verspielt und besitzt weder Visum noch Passage. Ein zweiter Emigrant, der sich Josef Schwarz nennt, bietet ihm zwei Pässe und zwei Fahrkarten, wenn er diese eine Nacht zuhört. Sie ziehen von Bar zu Bar, durch Cafés und Bordelle, und Schwarz erzählt. Schwarz ist nicht sein Name. Ein sterbender österreichischer Kunsthändler hat ihm in Paris Pass und Zeichnungen hinterlassen; Josef, dessen wirklichen Namen niemand erfährt, nimmt die Identität an und reist mit dem fremden Papier zurück nach Osnabrück, zu seiner Frau Helen.
Fünf Jahre zuvor hat Helens Bruder Georg Jürgens, Gestapobeamter, Josef denunziert; Josef floh vor dem Lager. Helen hat ihn nicht vergessen, verachtet den Bruder und geht mit. Über die Schweiz nach Frankreich, eine glückliche Zeit, bis der Krieg sie als feindliche Ausländer trennt: Josef nach Le Vernet, Helen in ein anderes Lager. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs befreit er sie mit Hilfe eines Präfekten; in Marseille, unter Flüchtlingen, winkt ein amerikanisches Visum. Vor dem Konsulat packt die Gestapo Josef, foltert ihn, zuletzt Georg selbst, der die Spur aufgenommen hat. Josef täuscht Georg, tötet ihn auf einer Autofahrt und benutzt den Gestapopass, um spanische und portugiesische Visa zu erzwingen.
Zwischen Befreiung und Flucht erfährt Josef schubweise, dass Helen unheilbar an Krebs leidet. Sie erreichen Lissabon, die Visa für Amerika liegen bereit; am Tag vor der Abfahrt nimmt Helen Gift. Schwarz, der das Bild der Toten schon zerfließen fühlt, will zur Fremdenlegion und gegen die Deutschen kämpfen. Die Beichte an den Fremden soll Helen in der Welt halten. Die Karten, die für das Paar bestimmt waren, schenkt er dem Zuhörer, der am nächsten Tag nach Amerika fährt. Schwarz verschwindet in die Nacht; der Erzähler geht an Bord.
Einordnung
Remarque hat das Exil nicht als gelungene Rettung geschrieben, sondern als Kette von Identitäten, Lagern und Zufällen, an deren Ende der Tod der Geliebten steht, nicht die Freiheit. Neben Transit von Anna Seghers, das das Warten in Marseille zur Vorhalle macht, ist Die Nacht von Lissabon das Buch der letzten Nacht vor dem Schiff: alles ist erzählbar, nichts ist wiedergutzumachen. Der Gestapopass als rettendes Papier gehört zu den bittersten Einfällen; wer überleben will, muss die Papiere der Mörder tragen. Der Roman zeigt, wie Menschen ohne Schuld sich anpassen, bis sie sich selbst nicht mehr kennen, und wie das Schicksal die Hoffnung trotzdem beendet.
Brynychs Film mit Martin Benrath und Erika Pluhar hat die Nacht ins Bild gesetzt, ohne die Verschachtelung der Beichte ganz einzufangen. Remarque konnte sich, mehr als zwanzig Jahre nach der eigenen Emigration, von diesen Themen nicht lösen; die Herrschaft der Nationalsozialisten wirkt in den Überlebenden weiter, lange nachdem sie geografisch entkommen sind. Wer nach Im Westen nichts Neues den Zivilisten sucht, findet ihn hier: nicht im Graben, sondern in der Schlange vor dem Konsulat, mit einem Namen, der einem Toten gehört, und mit einer Frau, die das Schiff nicht mehr besteigt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
