Die Theodizee
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Theodizee |
| Autor(en): | Gottfried Wilhelm Leibniz |
| Originaltitel: | Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1710 |
| Schlagwörter: | Übel, Freiheit, Vorsehung, beste Welt |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Meiner |
| Serie: | Philosophische Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 528 Seiten |
| ISBN: | 9783787313952 |
| Verweise | |
Die Theodizee ist das 1710 in Amsterdam erschienene einzige große zu Lebzeiten veröffentlichte philosophische Buch von Gottfried Wilhelm Leibniz. Der französische Titel nennt den Gegenstand: Versuche über die Güte Gottes, die Freiheit des Menschen und den Ursprung des Übels. Leibniz antwortet auf Pierre Bayle, der in seinem Wörterbuch Glaube und Vernunft an der Menge des Leidens hatte scheitern lassen. Gott rechtfertigen, ohne die Freiheit zu streichen und ohne das Übel zu leugnen: das ist die Aufgabe. Die Infobox folgt der Meiner-Ausgabe der philosophischen Werke.
Inhalt
Leibniz unterscheidet, um zu retten. Gott wählt unter möglichen Welten die beste; best heißt nicht ohne Übel, sondern diejenige, in der die Menge des Guten die der Übel überwiegt und kein anderes Ganzes mehr Vollkommenheit hätte. Das metaphysische Übel ist die Endlichkeit der Geschöpfe; das physische der Schmerz; das moralische die Sünde. Keines davon macht Gott zum Urheber des Bösen. Die Sünde folgt aus der Freiheit endlicher Wesen; der Schmerz fügt sich in eine Ordnung, die mehr Harmonie enthält, als der Blick auf den einzelnen Fall sieht. Wer eine Welt ohne Übel verlangt, verlangt oft eine ärmere: ohne Gefahr keine Tapferkeit, ohne Schatten keine Zeichnung. Bayles Manichäismus – zwei Prinzipien, weil ein gutes Gott das Übel nicht erklären könne – weist Leibniz zurück. Ein Prinzip reicht, wenn man die beste Welt nicht mit der bequemen verwechselt.
Freiheit und Vorherwissen sollen zusammengehen. Die zukünftige Tat ist in der vollständigen Idee des Einzelwesens enthalten, das Gott vor der Erschaffung sieht; sie bleibt frei, weil sie aus der Natur dieses Wesens folgt, nicht aus einem Zwang von außen. Notwendigkeit der Widerspruchsfreiheit und Notwendigkeit der moralischen Wahl Gottes sind nicht dieselbe Notwendigkeit. Gott konnte andere Welten schaffen; er konnte nicht, seiner Weisheit nach, eine schlechtere vorziehen. Die Fabel vom Sextus am Ende des Buchs zeigt den Preis: Wer sein Los nicht will, müsste ein anderer sein, und ein anderer wäre eine andere Welt. Leibniz schreibt weiträumig, mit Exkursen zur chinesischen Theologie, zur Gnade, zur Herkunft des Bösen aus der Ungesättigtheit der Materie. Der Ton ist höflich gegen Bayle und unerbittlich in der Pointe: Die Klage gegen Gott setzt einen Maßstab der Güte voraus, den sie Gott absprechen will.
Die Theodizee ist Apologie und Systemstück. Sie setzt die prästabilierte Harmonie und die Monadentheorie voraus, ohne sie hier vollständig zu entfalten; die Monadologie wird das knapper nachholen. Wer nur den Spott Voltaires kennt, verfehlt die Unterscheidungen, ohne die der Optimismus tatsächlich dumm wäre. Wer nur die Unterscheidungen kennt, unterschlägt, dass Leibniz das Erdbeben und das Unrecht der Mächtigen nicht wegerklärt, sondern in eine Bilanz stellt, die kein Leidender unterschreiben muss. Das Buch verlangt, das Ganze zu denken, während der Schmerz am Teil hängt. Darin liegt seine Größe und seine Anstößigkeit.
Einordnung
Leibniz führt den Streit, den Boethius im Trost der Philosophie und Augustinus in den Bekenntnissen um Vorsehung und Übel geführt hatten, in die Sprache der möglichen Welten. Baruch de Spinoza hatte in der Ethik Gott und Natur so eins gemacht, dass eine Rechtfertigung überflüssig wird; Leibniz hält den persönlichen Gott und die Wahl. Voltaire antwortet 1759 mit Candide oder Der Optimismus und macht Pangloss zur Karikatur. Immanuel Kant erklärt in der Kritik der reinen Vernunft die Theodizee für ein Geschäft der praktischen Vernunft, nicht der spekulativen, und schreibt später über das Misslingen aller philosophischen Versuche in dieser Sache. Der Name Theodizee bleibt an diesem Buch hängen, auch wo man ihm widerspricht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
