Die Verklärung des Gewöhnlichen

Arthur C. Danto · 1981 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Die Verklärung des Gewöhnlichen
Autor(en): Arthur C. Danto
Originaltitel: The Transfiguration of the Commonplace
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1981
Schlagwörter: Kunstwerk, Definition, Warhol, Kunstwelt
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 9783518064276
Verweise


Die Verklärung des Gewöhnlichen. Eine Philosophie der Kunst (englisch The Transfiguration of the Commonplace) ist die 1981 erschienene Untersuchung von Arthur C. Danto. Sie fragt, was einen Karton zum Kunstwerk macht, wenn er einem Warenstück gleicht. New York 1964, die Brillo-Boxen Andy Warhols, ist das Datum, an dem die Philosophie nachkommen musste.

Inhalt

Danto setzt bei Warhols Brillo-Boxen an, die einem Karton aus dem Supermarkt gleichen und dennoch Kunstwerke sind. Sinnlich ununterscheidbar, ontologisch verschieden: Das Werk ist, was die Kunstwelt als Werk nimmt, unter einer Deutung, die das bloße Ding nicht hat. Ohne Theorie, ohne Geschichte, ohne die Möglichkeit, von dem Gegenstand als Kunst zu sprechen, bleibt nur die Ware. Die Definition der Kunst ist deshalb keine Liste von sichtbaren Merkmalen – Farbe, Form, Geschick, Schönheit –, die man am Objekt ablesen könnte. Sie ist eine historische Lage, in der etwas als Kunst gelten kann, weil die Kunstwelt die Mittel hat, es so zu nehmen. Danto schreibt gegen Clement Greenbergs Reinheit, die das Wesen der Malerei in der Fläche suchte. Warhol und das fertige Ding, das Ready-made Marcel Duchamps, haben diese Suche beendet, indem sie das Gewöhnliche in die Kunst holten, ohne es zu verklären, außer im Titel des Buches.

Das Buch ist philosophisch, mit Gedankenexperimenten, in denen zwei ununterscheidbare Gegenstände verschiedene Wesen haben, weil verschiedene Geschichten auf ihnen liegen. Hegel bleibt der Horizont: Die Kunst kommt an ein Ende, wo sie alles sein darf und das Projekt, ihr Wesen in der sichtbaren Form zu finden, sich erfüllt hat. Ende heißt nicht Sterben und nicht das Verstummen der Ateliers. Es heißt, dass die Moderne ihr philosophisches Ziel erreicht hat – im Recht, gewöhnlich zu sein, im Recht, Theorie zu brauchen, um Werk und Ding zu trennen. Der Ton ist klar, mit Witz, amerikanisch in der Wahl der Beispiele und schulisch in der Strenge der Unterscheidungen. Danto nimmt die Kunstwelt nicht als Clique, sondern als den historischen Raum, in dem Deutungen möglich werden. Ohne diesen Raum wäre die Brillo-Box nur Verpackung. Mit ihm ist sie ein Satz über das, was Kunst nach dem Ende der Suche noch sein kann.

Gegen die ältere Deutung, Kunst erkenne man am schönen Schein oder an der Handschrift des Meisters, hält Danto die Ununterscheidbarkeit fest. Wer nur hinsieht, sieht den Karton; wer die Geschichte kennt, sieht das Werk. Kritik hat das als Unterwerfung unter den Markt und die Institutionen gelesen: Die Kunstwelt definiere, was Kunst sei, und der Philosoph segne den Zirkel. Danto antwortet, dass ohne irgendeine solche Welt der Unterschied zwischen Werk und Ding überhaupt nicht zu denken sei, und dass die Definition historisch bleibt, nicht willkürlich. Das Buch hat die Kunstphilosophie der letzten Jahrzehnte stärker bestimmt als jede Stilgeschichte der Nachkriegszeit. Es gibt dem Supermarkt denselben Ernst wie dem Museum und zwingt die Theorie, am Alltäglichen zu prüfen, was sie am Erhabenen zu wissen glaubte. Die Verklärung ist keine Weihe; sie ist die Einsicht, dass das Gewöhnliche Kunst sein kann, sobald es als Kunst gedacht wird.

Einordnung

1981 ist das Buch zur wirkungsvollsten Kunstphilosophie der letzten Jahrzehnte geworden, weil es Warhol nicht als Anekdote, sondern als ontologisches Problem nahm. Hans Belting dachte fast gleichzeitig das Ende der Disziplin; Danto dachte das Ende der Kunst als Erzählung, die ihr Wesen gefunden hat und deshalb alles werden darf. Greenberg bleibt der Gegner, dessen Reinheit das fertige Ding nicht erklären konnte; Rosalind Krauss hat denselben Bruch als Form und Wiederholung gelesen, Danto als Begriff. Die Kritik am Zirkel der Kunstwelt hat den Band nicht verdrängt, weil die Frage nach dem ununterscheidbaren Werk ohne ihn kaum noch zu stellen ist. Museen, Seminare und die öffentliche Rede über Gegenwartskunst arbeiten mit seiner Unterscheidung, oft verdünnt auf den Satz, Kunst sei, was die Institution dazu erklärt. Die Nachwirkung liegt genauer darin, dass Theorie und Geschichte seither zur Definition gehören, nicht als Schmuck hinter dem schönen Gegenstand.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

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Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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