Die gestundete Zeit
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die gestundete Zeit |
| Autor(en): | Ingeborg Bachmann |
| Originaltitel: | Die gestundete Zeit |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1953 |
| Schlagwörter: | Zeit, Krieg, Ankunft, Lyrik |
| Sachgebiete: | Versepos |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Piper
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 80 Seiten |
| ISBN: | 9783492200301 |
| Verweise | |
Die gestundete Zeit ist der erste Gedichtband von Ingeborg Bachmann, 1953 bei Piper erschienen, nach dem Preis der Gruppe 47. Ein Zyklus, kein Haufen Debütgedichte. Die Zeit wird gestundet wie ein Kredit; der Krieg ist nicht vorbei, er ist in den Sätzen, die Ankunft und Abschied zugleich sind. Der Roman Malina kam viel später; diese Verse haben den Namen zuerst gemacht.
Inhalt
Das Titelgedicht fordert auf, das Augenblickliche zu sehen, bevor die gestundete Zeit verfällt: eine Warnung, keine Idylle. Daneben »Alle Tage«, der Krieg, der nicht mehr erklärt wird und trotzdem weitergeführt wird; »Früher Mittag«; Gedichte der Ankunft in einer Landschaft, die schön ist und nicht heilt. Bachmann komponiert den Band als Lage nach 1945: nicht Trümmerbeschreibung, ein Sprechen, das die öffentliche Lüge und die private Liebe in denselben Ton zwingt.
Die Bilder sind hell und scharf – Sand, Schiffe, das Land, das einen nicht aufnimmt. Es ist kein Epos mit Helden; es ist ein lyrisches Buch, das zusammengehört, weil dieselbe Stimme die Frist setzt. Die Gruppe 47 hatte den Vortrag gehört; das Buch hält, was der Vortrag nicht ersetzen konnte: die Folge der Gedichte, das Echo zwischen ihnen. Wer einzelne Anthologiestücke kennt, hat noch nicht die Komposition, in der die gestundete Zeit der Grund aller anderen Fristen ist.
Gegen die Naturlyrik der Nachkriegsjahre steht hier eine politische Helligkeit ohne Pamphlet. Bachmann predigt nicht, sie stellt das Du, das gehen oder bleiben muss. Die späteren Gedichte wurden dunkler, die Prosa härter; der Erstling bleibt das Buch der noch singbaren Warnung. Piper hat ihn gehalten. Wer nur Malina will, unterschlägt, dass dieselbe Autorin zuerst in Versen sagte, die Zeit sei geliehen.
Einordnung
Bachmann hat 1953 die deutschsprachige Lyrik um eine weibliche Stimme erweitert, die nicht als Ausnahme geführt werden wollte und es trotzdem wurde. Neben Paul Celans Mohn und Gedächtnis – ein Jahr zuvor – steht dieser Zyklus als die andere Gründung der fünfziger Jahre: Wien und Klagenfurt, nicht Czernowitz, derselbe Ernst der Sprache nach dem Krieg. Die Schule hat »Die gestundete Zeit« und »Alle Tage« behalten; das Buch ist die Adresse. Wer Bachmann nur als Todesarten-Autorin kennt, trifft hier den lyrischen Anfang, ohne den die Prosa eine andere gewesen wäre. Nach diesem Band ist deutsche Nachkriegslyrik auch die Frist, die nicht verlängert wird.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
